Der Text des Interviews aus dem Instagram-Beitrag
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In der Vorstellung eines zivilen Menschen ist die Rosgwardija — das sind „Kosmonauten“, die zu Kundgebungen gehen und Großmütter schlagen. Ich [habe] auch an Kundgebungen als Diensttuender teilgenommen.
Ich habe niemanden geschlagen, gestoßen, nicht einmal angefasst. Aber ich schäme mich, dass ich Helm und Schlagstock getragen habe.
Als ich [2020] in mein Bezirkswehrkommissariat kam, erzählte ich gleich, dass ich Fremdsprachen beherrsche, Hochschulabschluss, so ein ganz Intelligenter. Dass ich Führerschein der Kategorie B, der Kategorie C habe, also: bringt mich an einem guten Ort unter.
Mir wurde gesagt: „Wir brauchen gerade so einen Menschen, gut, dass es ein russischer Name und slawisches Aussehen ist“. Mir wurde alles versprochen, aber als ich schon in den Bezirks-Aushebungspunkt kam, verteilte man nur in die Truppen der Nationalgarde oder in die Luftlandetruppen. In die Luftlandetruppen wollte ich nicht besonders. Geriet in die Rosgwardija.
Ich diente in der Militäreinheit 6910, in Nowotscherkassk. Das ist eine ehemalige Panzerdivision, die an den tschetschenischen Kampagnen teilgenommen hat. Viele meiner Kommandeure sind Menschen mit Kampferfahrung.
Wir wurden hauptsächlich in der „Bekämpfung illegaler bewaffneter Banden“ ausgebildet. Man sagte: „Wenn eine Situation eintritt, die der in Tschetschenien ähnelt, werdet ihr als Profis gelten“. Aber in abendlichen Gesprächen mit Offizieren sagten sie, dass, obwohl wir eine gut bewaffnete Einheit sind, fünfzehn Minuten reichen würden, um uns alle zu zermahlen.
Es ist wichtig zu verstehen, wie unsere Armee von innen aufgebaut ist: unsere Armee ist nicht weniger idiotisch als der Staat. [Jetzt] wird es kein Problem darstellen, Wehrpflichtige, Eingezogene zu verlegen. Aber es wird wie üblich auf idiotische, holzschnittartige Weise gemacht werden. Ich verstehe zum Beispiel nicht, wo sie die Versorgung für all die Mobilisierten finden wollen.
Jetzt lebe ich in Wolgograd, 300 Kilometer von „LDNR“. Nach allen Parametern passe ich für diese Mobilisierung. Ich denke, das Erscheinen in den Wehrkommissariaten wird so gering sein, dass wir auf eine Situation kommen werden, die vor nicht langer Zeit in „LDNR“ war — Menschen wurden gegen ihren Willen auf der Straße gepackt.
Ich habe der Heimat die letzte Pflicht abgegolten, ich schulde ihr nichts mehr. Jetzt drehe ich viele Varianten im Kopf herum. Wir besprechen mit Genossen, ob wir uns vielleicht ins Auto setzen und nach Kasachstan fahren.
In jedem Fall werde ich mich ihnen nicht lebend ergeben. Ich gehe lieber ins Gefängnis, aber ich will niemanden töten oder getötet werden. Eine Sache ist der Wehrdienst, aber ich bin nicht so risikofreudig oder dumm, mit einer Waffe in das Gebiet eines fremden Landes zu gehen.
Ich weiß nicht, ob mir schon ein Einberufungsbescheid gekommen ist. Jetzt lebe ich nicht unter der Meldeadresse, habe die SIM-Karte aus dem Telefon genommen, die Geolokation ausgeschaltet. Für die Verbindung mit der Außenwelt benutze ich Telegram. Selbst wenn er kommt, wird das für mich kein Anlass sein, das Wehrkommissariat aufzusuchen.

