
Leben unter Besatzung
39 Zeugnisse
Archiv persönlicher Zeugnisse
Der Alltag des Krieges in mündlichen Erzählungen, Fotografien, Videos und Korrespondenzen von Zeugen
Projektpartner:

Hier sind Monologe von Augenzeugen des Krieges in der Ukraine versammelt, die das Projekt „Helpdesk“ 2022–2024 auf Instagram veröffentlicht hat.
Das sind dokumentarische Geschichten über das Leben unter Besatzung, Beschuss, den Verlust des Zuhauses und Angehöriger, die Erfahrung der Gefangenschaft, Solidarität und Ehrenamt, Verwundungen und Verluste — der Alltag von Menschen in einer Situation des Schreckens, der Gewalt und des Todes.
Wir nennen sie Zeugnisse. Zu vielen von ihnen haben wir die vollständigen Audioaufnahmen der Interviews, ihre Transkriptionen und andere zusätzliche Materialien hinzugefügt.
Archiv erkundenUnsere Aufgabe ist, die Zeugnisse zu bewahren und sie allen zugänglich zu machen, einschließlich Forscher: innen, Journalist: innen und Jurist: innen. Veröffentlichungen auf Instagram sind schwer zu systematisieren und zu durchsuchen.
Wir sind außerdem bestrebt, die Zeugnisse in der vollständigsten Form zu bewahren. Die Stimme vermittelt oft mehr als der Text, deshalb veröffentlichen wir Audioaufnahmen zusammen mit den Transkriptionen.
Ja. Bei der Arbeit mit jedem Zeugnis halten wir uns an drei Prinzipien:
Jedes Interview durchläuft mehrere Etappen der Vorbereitung:
Derzeit umfasst die Sammlung 160 von etwa 500 Zeugnissen, die vom „Helpdesk“ gesammelt wurden. Jedes Zeugnis enthält den Interviewtext, das Aufnahmedatum, Informationen über die Gesprächspartner, einen Link zur ursprünglichen Veröffentlichung und Schlüsselwörter. Falls Originalaufnahmen vorhanden sind, veröffentlichen wir auch diese. Die Arbeit am Archiv geht weiter: Wir übersetzen das Archiv in verschiedene Sprachen, fügen neue Zeugnisse hinzu und ergänzen bereits veröffentlichte mit zusätzlichen Materialien.
Archiv erkundenVor allem — lesen, anhören, mit anderen teilen. Dafür gibt es eine einfache Suche. Zusätzlich können die Audioaufnahmen und Transkriptionen heruntergeladen werden.
Sie können das Archiv für journalistische Projekte, wissenschaftliche Arbeiten, Podcasts und Analysen verwenden.
Wichtig! Bitte geben Sie bei der Nutzung der Materialien als Quelle unser Archiv an.
Wenn Sie sich beteiligen möchten (als Spenderin, Freiwilliger oder wenn Sie eine Idee zur Zusammenarbeit haben), schreiben Sie uns unbedingt.
Mehrere Organisationen.
Der „Helpdesk" hat die Interviews geführt und bereitet die Zeugnisse zur Veröffentlichung vor.

Verwalter des Archivs. Hat Expertenunterstützung und Hilfe bei der Suche nach Finanzierung geleistet
Ist für die technische Umsetzung des Archivs online verantwortlich: Website, Infrastruktur, Metadatensystem, Suche und langfristige Dateispeicherung. Überführt die Sammlung in ein organisiertes digitales Archiv und sorgt für deren Zugänglichkeit.

Die Zimin Foundation gewährleistet die finanzielle Unterstützung des Projekts.
Das Archiv der Zeugnisse des „Helpdesk“ ist ein gemeinsames Projekt von Zukunft Memorial und KRONIKA mit Unterstützung der Zimin Foundation.
Das Projekt bewahrt persönliche Zeugnisse von Augenzeugen des Krieges in der Ukraine auf: Textveröffentlichungen, Audioaufnahmen und ihre Transkriptionen, Fotografien und Videos. Die Grundlage des Archivs bilden Materialien des „Helpdesk“-Projekts, das im Frühjahr 2022 — kurz nach dem Beginn des russischen Angriffskrieges in der Ukraine — seine Arbeit aufnahm.
Der „Helpdesk“ arbeitete ursprünglich als Medium und Hilfsdienst. Neben der Veröffentlichung von Augenzeugengeschichten wurde eine Rund-um-die-Uhr-Beratungslinie eingerichtet. Die Menschen wandten sich mit Fragen zur Evakuierung, humanitären Hilfe, zu juristischen Risiken, zur Mobilisierung und zur Anpassung in neuen Ländern an den Service.
Über anonyme Chats und persönliche Anfragen teilten Bewohner der Ukraine und anderer Länder ihre Erfahrung des Lebens während des Krieges: unter Bedingungen von Besatzung und Beschuss, vom Verlust Angehöriger, der Trennung von der Familie und dem Verlust des Zuhauses. Die Mitarbeiter des Projekts leisteten psychologische, praktische und juristische Unterstützung, halfen, Freiwillige zu finden und dringende Fragen zu lösen. In der Zeit seines Bestehens sammelte das Projekt einen bedeutenden Bestand persönlicher Geschichten und wurde zu einer Quelle, der man vertraute. Die Mitarbeiter zeichneten Audiointerviews auf, korrespondierten mit den Beteiligten, sammelten Fotografien und Videos, fertigten Transkriptionen an und veröffentlichten Materialien auf Instagram und Telegram. Aufgrund von Formatbeschränkungen wurde der Großteil der Zeugnisse in gekürzter Form veröffentlicht.
Im Sommer 2024 transformierte sich der „Helpdesk“ in die Initiative „Let's Help“, die Spenden zur Hilfe für die ukrainische Zivilbevölkerung sammelt. Das Projekt arbeitet nicht mehr als tägliches Medium, doch es wurde klar, dass die gesammelten Materialien aufbewahrt werden müssen.
Außerdem wurde offensichtlich, dass es wichtig ist, die Veröffentlichungen mit Originalaudioaufnahmen, vollständigen Transkriptionen und zusätzlichen Materialien zu ergänzen. Audio ist in diesem Archiv besonders wichtig, es bewahrt das, was sich nicht im Text vermitteln lässt: die lebendige Stimme des Menschen, Intonationen und den Kontext des Gesprächs. Die Möglichkeit, ein Zeugnis zu hören, hilft, die durchlebte Erfahrung genauer zu verstehen und damit als dokumentarischer Quelle zu arbeiten. Erstens ist dies für vollwertige Forschungs- und Menschenrechtsarbeit notwendig: damit Zeugnisse gefunden, verglichen und analysiert werden können. Zweitens, um die Materialien vor Verlust zu schützen — durch technische Ausfälle, Sperrungen oder das Verschwinden von Quellen.
So entstand dieses Archiv — ein Raum, in dem Zeugnisse vollständig erhalten und für die langfristige Aufbewahrung und Arbeit systematisiert sind.