Der Direktor des Chersoner Theaters über Kunst unter Beschuss und Aufführungen im Schutzraum
Oleksandr Knyha leitet seit vielen Jahren das Chersoner Kulisch-Theater. Nach der Besatzung Chersons versuchte man, ihn zur Zusammenarbeit zu bewegen und gefangen zu nehmen. Es gelang ihm, in das von der Ukraine kontrollierte Gebiet zu gelangen. Sobald die Stadt befreit war, kehrte er zurück und begann zusammen mit Kollegen, die Arbeit des Theaters wieder aufzubauen. Trotz ständiger Beschüsse konnten sie wieder Aufführungen geben — als Hauptbühne diente ein Café im Theaterkeller. Oleksandr erzählte darüber, warum es für Menschen unter ständigen Beschüssen wichtig ist, weiterhin ins Theater zu gehen, und darüber, wie das Team besondere Aufmerksamkeit auf Kindervorstellungen und -veranstaltungen richtet.
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КА: Katja Alexander
АК: Aleksandr Kniga
КА: Ich werde Sie hauptsächlich darüber befragen, wie Cherson jetzt lebt, das heißt nach der Entbesetzung, als Sie zurückgekehrt sind. Und was in der Stadt geschieht, man möchte mit Ihren Augen zeigen, was rundherum geschieht, und wie Ihr Theater inmitten allem lebt, was in Cherson geschieht.
АК: Ja, bitte schön.
КА: Vielen Dank. Lassen Sie uns wahrscheinlich ganz von vorne anfangen. Können Sie erzählen, wann und wie Sie in die Stadt zurückgekehrt sind? Was geschah?
АК: Das erste Mal kam ich am 19. November. Am 11. befreiten [sie] Cherson, und [wir] wollten natürlich, drängten sofort, weil wir sehr lange auf diese Tage gewartet hatten. Aber man ließ uns nicht fahren, weil zuerst Sprengstoffexperten unser Gebäude auf Vermining untersuchen mussten, weil lange Zeit Besatzer in der Stadt waren. Selbstverständlich waren sie auch im Theater und überall. Deshalb kamen wir am 19. an. Es kam auch der Kulturminister der Ukraine Aleksandr Tkačenko mit uns. Er wollte auch schauen, brachte irgendwelche Geschenke mit. Versammelten Kulturarbeiter, wer in diesem Moment in Cherson war – jemand war aus Bibliotheken, mehrere Leiter, der Direktor der Philharmonie war da, der Direktor des Puppentheaters. Und wir kamen an, wir gingen zum ersten Mal am 19. ins Theater. Es gab noch kein Licht in der Stadt, weil sie beim Rückzug die Stromleitungen sprengten, lange gab es kein Licht. Es gab keine Heizung, aber wir gingen trotzdem in unser Gebäude.
КА: Wir – das sind Sie mit der Truppe, richtig?
АК: Nein-nein, ich war allein, buchstäblich allein, und mit mir kamen noch mehrere unserer Mitarbeiter, die zu dieser Zeit da waren, die ganze Zeit in der Besetzung. Das waren mehrere unserer Künstler, die alle 9 Monate in Cherson blieben, sich versteckten, damit sie nicht... Weil die Rašisten wollten, zwangen, dass das Theater arbeitet. Sie wollten ja auch mich, als sie mich verhafteten, zwingen, dass das Theater arbeitet. Ich suchte dann, als ich verstand, dass sie von mir nicht ablassen werden, Wege, wie ich aus der Besetzung herauskommen könnte. Wir konnten faktisch nach 40 Tagen Besetzung mit meiner Frau und jüngeren Tochter durch dutzende Kontrollposten auf ukrainisch kontrolliertes Territorium ausreisen. Dann entkamen auch meine Söhne mit ihren Familien nach einigen Wochen. Und wir gelangten dann nach Lwiw, waren 3 Monate in Lwiw, lebten dort, versammelten alle Theater, unsere Freunde und führten sogar unser internationales Festival durch, weil es im Juni in Cherson hätte sein sollen, aber... Wir wollten auf diese Weise ein Signal an Cherson senden, dass niemand es vergessen hat, dass wir uns erinnern, dass die ganze Zeit über Cherson gesprochen wird, weil die Rašisten hier die ganze Zeit sagten: „Man hat euch vergessen, wir sind hier für immer, die Ukraine wird nicht zurückkehren". Und auf die Menschen wirkte das psychologisch sehr stark. Dann zogen wir nach Kiew um, waren dort. Dort stellten wir die Arbeit des Theaters wieder her, versammelten einen Teil der Schauspieler, machten Aufführungen auf der Basis des Nationaltheaters Lesja Ukrainka, begannen unsere Arbeit. Machten eine große Aufführung über Cherson, sie heißt „Bleiben ist nicht möglich". Das sind reale Geschichten der Ausreise unserer Leute aus Cherson, wie wer sich herausriss, wie sie anhielten, wie sie zurückschickten, wie sie beinahe an Kontrollposten erschossen, das heißt schreckliche historische Momente. Plus der Widerstand der Chersoner, weil unsere Schauspieler aktive Teilnehmer aller Kundgebungen waren, die in Cherson stattfanden. Unser Regisseur Sergej Pavljuk wurde überhaupt so eine Art Anführer. Ihn zeigten alle Kanäle, weil er vom ersten Tag an, von der ersten Kundgebung an Streams in sozialen [Netzwerken] begann. Er erzählte, was in Cherson war, ihn hielten auch mehrmals fest, er versteckte sich, konnte dann auch mit seiner Familie entkommen, weil er fünf Kinder hat, und sie reisten auch aus Cherson aus, stellen Sie sich vor, in einem kleinen Personenwagen 7 Menschen. Das ist auch eine separate Geschichte.
КА: Nun, jede Geschichte, ja, so eine.
АК: Und nach all diesen Ereignissen kehrten wir zurück. Wir blieben wirklich nur einen Tag, weil es weder Strom noch Wohnungen gab, wo man hätte bleiben können, und wir kehrten zurück. Wir hatten davor Gastspiele organisiert, wir sollten mit dem Theater am ersten Dezember in Odessa sein. Wir arbeiteten dort die Gastspiele ab, und ich kehrte nach Kiew zurück, packte Sachen und am 7. Dezember kehrte ich dauerhaft nach Cherson zurück. Ich habe auch hier in Cherson keine Wohnung, weil ich lebe, mein Haus ist in Olešky...
КА: Und sie sind besetzt.
АК: Ja, das linke Ufer ist leider noch besetzt, deshalb gaben mir Freunde die Schlüssel zum Haus der Eltern. Und ich bin hier nun schon seit 3 Monaten in Cherson. Wir stellten die Arbeit des Theaters wieder her. Wir reinigten es, wuschen es, erfüllten es mit unserer Energie, weil, ich sage ja, die Rašisten versuchten dort ein russisches Theater zu schaffen. Leider gingen buchstäblich mehrere Mitarbeiter zur Kollaboration über, ich bin sehr glücklich, dass es nicht so viele sind. Von 250 Angestellten gingen nur 4 Künstler zur Kollaboration über, 2 Ballettkünstler, eine Musikerin und noch mehrere Werkstattarbeiter. Sie machten unseren Wachmann, der vor dem Krieg als Wachmann auch eines Teils des Theaters arbeitete, zum Direktor des Theaters. Und nach all dem begannen wir das Theater wiederherzustellen. Sie nahmen nur alle Festplatten mit und faktisch den ganzen Computerpark, und im Theater sind etwa 40 Computer, alles war faktisch zerstört. Stahlen alle Instrumente in den Werkstätten, weil das Theater ist ja so eine spezifische Fabrik. Wir haben eine Schlosserei, Tischlerei, Montagewerkstatt. Wir stellen selbst Dekorationen, Kostüme her. Nun, es gab keine Instrumente: weder Schraubenzieher noch Bohrer, nicht einmal einen einzigen Hammer. Nun, ich weiß nicht, wahrscheinlich braucht sie Russland mehr, weiß nicht.
КА: Und als Sie das erste Mal, noch am 19. November, ins Theater gingen, was sahen Sie? Wie hatte es sich, vielleicht visuell oder vom Gefühl her, während einer so langen Besetzung verändert?
АК: Nun, Sie wissen, wir sind ja kreative Menschen. Das Gefühl war so, als würdest du scheinbar in dein Haus zurückkehren, aber es wurde von fremden Menschen benutzt, nicht sehr sauberen, wissen Sie. Und so ein Gefühl war, nun, ich weiß nicht, wie du dich einem vergewaltigten Menschen näherst. Scheinbar ist er deiner und scheinbar fremd. Wir gingen noch hinein, dort war noch so eine Situation. Es gibt ja kein Licht, wir gingen mit dem Minister hinein, Journalisten gingen hinter uns. Sie fotografierten alle unsere Porträts im repräsentativen Teil, und ihre ließen sie hängen, diese mehreren Kollaborateure, die da waren. Und das sah so komisch aus, sie gruppierten nicht einmal, sondern sie hingen verstreut an ihren Plätzen. Und sofort war sichtbar, wer zu arbeiten im Theater versuchte, man muss dort nicht irgendwelche... suchen. Dann bat ich über soziale und über... Ich erinnere mich an russische Wörter.
КА: Ich verstehe, ja.
АК: Und über Telefon riefen wir alle zur Arbeit, die sich in Cherson befanden. Zu diesem Zeitpunkt waren etwa mehr als 40 Menschen da, weil, als Cherson befreit wurde, begannen Beschüsse. Davor war ja, Sie wissen, auch mit Produkten sehr schwer, und mit allen anderen Sachen. Und die Leute fuhren auch ein wenig weg, weil sie Beschuss fürchteten, und etwa 40 Menschen waren da. Wir riefen alle zur Arbeit, und wir begannen das Theater zu reinigen. Wir stellten die Beleuchtung wieder her, starteten das Heizhaus, richteten einen kreativen Hub im Schutzraum ein. Wir haben dort so einen Luftschutzbunker, dort war einmal ein Café, vor dem Krieg. Er ist bei uns ordentlich, sauber, nun wie ein Café, im Prinzip, das wir einmal hatten...
КА: Er ist im Keller?
АК: Ja, er ist überhaupt ein Luftschutzbunker. Und wir machten dort, öffneten eine Bühne, nannten sie „Kreativer Hub im Schutzraum", so, um nicht die Aufmerksamkeit auf das Theater zu lenken, scheinbar nannten wir nicht, dass das im Theater ist, aber Kreativer Hub im Schutzraum, er funktioniert. Und Sie wissen, ich erwartete nicht einmal, dass so viele Kinder in Cherson blieben und zu dieser Zeit da waren. Wir nahmen zu Neujahr, beginnend vom 19. Dezember, dem Tag des Heiligen Nikolaus, etwa 1700 Kinder auf. Dort im Luftschutzbunker machten wir die Empfangsstelle des Heiligen Nikolaus, wir brachten viele Geschenke aus Kiew mit. Während wir noch auf kontrolliertem Territorium waren, arbeiteten wir mit Sponsoren, uns halfen sehr Menschen. Das ist sowohl die Taurische Stiftung als auch Support Cherson, so eine gesellschaftliche Organisation. Und wir richteten den Kindern dort solche Feste aus: tanzten mit ihnen, sangen, Sie hätten sehen sollen wie, wissen Sie, die Kinder auftauten. Sie hatten alle keine Kinderaugen, das erschütterte mich so sehr. Und dann gingen sie zum Heiligen Nikolaus zum individuellen Empfang. Dort unterhielt er sich mit ihnen, sie fotografierten sich, sie erhielten Geschenke. Und so begannen wir zu arbeiten.
КА: Und ich verstehe so, dass, da ich einige Materialien über Ihr Theater las, ich verstehe so, dass der Heilige Nikolaus der Administrator Ihres Theaters war?
АК: Ja-ja-ja. Es war der Hauptregisseur Sergej Pavljuk und Aleksej Mogilevskij, er ist Administrator des Theaters. Sie haben Bärte, sie mussten keine Bärte ankleben, sie waren sehr so, organisch. Und so begannen wir zu arbeiten.
КА: Und die Kinder... Ich weiß nicht, inwieweit Sie das wissen oder nicht, aber diese Kinder, lebten sie die ganze Besetzung in Cherson durch?
АК: Ja-ja-ja. Das sind mit Eltern diese Kinder, die sich die ganze Besetzung in Cherson befanden. Aber, Sie wissen, auszureisen war sehr schwierig. Cherson befand sich an einem Tag in Besetzung. Ich selbst, verstehen Sie... Wie soll ich sagen, scheinbar hatte ich viele Freunde, mir war, zum Beispiel, wohin zu fahren. Mir riefen Freunde aus Georgien an: „Kommen Sie, Aleksandr, mit der Familie, wir nehmen Sie auf", — weil wir so eine Freundschaft haben, wissen Sie, sehr feste. Sie besteht noch seit der Zeit des Großen Vaterländischen Krieges, Oblast Cherson und Ozurgeti – das sind zwei Bezirke, Bruderoblaste. Mir riefen Freunde aus der Türkei an, aus der ganzen Ukraine, aber wie fährst du weg? An einem Tag eroberten sie die Antoniwska-Brücke, und ich bin in Olešky, am anderen Ufer. Das war's, Cherson ist abgeschnitten, sie stellten sich zwischen Mykolajiw und Cherson, und das war's, es gibt keine Straße mehr. Es gibt keine Straße in die freie Ukraine. Ich kam am ersten Tag zur Arbeit, wir schalteten dort das Licht ab, öffneten den Luftschutzbunker, bedeutet, wir schalteten das Theater stromlos, sperrten das Gas ab, weil Winter war ja, das Heizhaus arbeitete. Für alle Fälle, für den Fall, dass kein Brand passiert. Und ich wollte schon nach Hause fahren, das war etwa Mittag, da ruft meine Frau an, sagt: „Saša, die Kinder kamen, wir werden entscheiden, was zu tun ist, der Krieg begann". Die Söhne kamen mit Familien. Und ich fahre. Und gerate in einen Stau auf der Antoniwska-Brücke. Das heißt Autos aus Cherson nach Olešky, dorthin, in Richtung Krim, fuhren nicht. Und zu dieser Zeit fuhren schon Panzer in Olešky ein. Wir wendeten dann mit dem Fahrer um, schon erschienen Hubschrauber, der Beschuss der Brücke begann. Der Kampf begann, Landungstruppen landeten. Wir kehrten unter diesem Beschuss zurück nach Cherson, warfen das Auto hin. Ich rief einen Kameraden an, und er brachte uns mit einem Boot nicht einfach ans linke Ufer, sondern man muss 18 Kilometer über Wasser fahren, um nach Olešky zu gelangen. Er brachte uns mit einem Kameraden weg, und so befanden wir uns an einem Tag in Besetzung. Und schon bis zu dem Moment, als sie mich nicht verhafteten, und ich nicht in der Untersuchungshaftanstalt saß... Alle erwarteten, dass bald-bald alles zu Ende geht, bald-bald, weil es dröhnte, Kämpfe gingen die ganze Zeit. Wir glaubten, dass bald-bald morgen-übermorgen sie alle verjagt werden. Und so viele Menschen — wohin fahren, mit wem fahren, mit welchem Geld? Dort gingen auch Gerüchte, dass auch für tausende Dollar herausgebracht wurde. Das haben die, die dieses Geld haben. Und wer hat dieses Geld nicht? Oder wer kann nicht verlassen, dort, eine kranke bettlägerige Mutter. Das waren schreckliche Zeiten, weil es weder Brot noch Medikamente noch irgendein Essen gab. Diese ersten zwei Wochen waren so grausam. Du warst nur mit der Suche nach Essen beschäftigt, der Suche nach irgendwelchen Medikamenten, versuchtest irgendwelchen Nachbarn oder alten Menschen zu helfen. Das war grausam. Aber dennoch überlebten wir das, und jetzt vertreiben wir schon die Besatzer von unserem Land. Ich denke, dass wir sie unbedingt vertreiben werden.
КА: Ja, natürlich, hier kann es keine Zweifel geben. Und als Sie nach Cherson zurückkehrten, in dem Sinne, als Sie am 7. Dezember endgültig zurückkehrten und schon zu leben begannen, was geschah damals überhaupt und geschieht jetzt in der Stadt? Können Sie als Mensch, der sich nicht in Cherson befindet und sich nicht das vollständige Bild dessen vorstellt, was dort geschieht, versuchen, das Bild dessen zu zeichnen, wie die Situation mit dem Beschuss geschieht.
АК: Nun, schauen Sie. Alle diese 3 Monate hören die Beschüsse nicht auf. Aber sie sind so sinnlos. Das heißt du weißt nicht, wohin in welchem Moment es einschlägt. Das sind einfach Menschen, die irgendwo zum Fluss liefen, dort, in Olešky, MLRS aufstellten, nach Cherson schossen, und wohin es einschlug. Ich, 3 Monate, ich sah in 3 Monaten nicht, dass irgendein militärisches Objekt war, dass irgendwelche Militärausrüstung war. Sie ist nicht in der Stadt. Militärs stehen außerhalb der Stadt. Sie schießen von dort, führen Gegenbatteriekampf, aber in die Stadt schlägt es ein. In Märkte, in Apotheken, in Parks, in Schulen, — all das, wissen Sie, zivile Infrastrukturen, das ist jeden Tag. Das ist jeden Tag. Du fährst zur Arbeit, du hörst die ganze Nacht diese Explosionen, Einschläge, Abschüsse, dann fährst du zur Arbeit, siehst – hier schlug es ein, hier zerstörte es schon ein Haus. Bei uns schlug ins Puppentheater buchstäblich vor 3 Wochen ein, ins Dach, direkt über der Bühne durchschlug ein Geschoss. Gott sei Dank explodierte es nicht, aber durchschlug und machte ein gesundes Loch ins Dach direkt über der Bühne. Das geschieht in der Stadt. Aber wir gewöhnten uns erstaunlicherweise schon so daran. Wir laden dort einen Wagen ab – humanitäre Hilfe kam. Wir laden im Theater mit den Jungs humanitäre Hilfe ab, Beschuss beginnt. Landminen pfeifen irgendwo über dem Park, über uns. Wir verstecken uns. Und zu dieser Zeit sehen wir, bei der Bank steht eine Schlange von Menschen, weil Banken zu arbeiten begannen, und Menschen beantragen Karten, weil sie während der Besetzung blockiert waren. Und Menschen, die Menge, dreht nicht einmal den Kopf. Das verwundert sogar, inwieweit sie sich gewöhnten, verstehen Sie. Aber leider schlägt es ein. Buchstäblich vor 4 Tagen schlug eine MLRS-Ladung in eine Haltestelle des öffentlichen Verkehrs ein, und eine Menge Menschen starb, und sehr viele Verletzte. Dann waren 6 Tote und, meiner Meinung nach, 26 Menschen wurden verletzt. Nun, das ist einfach Grauen. Einfach Grauen, einfach unmöglich. Und diese 4 Tage überhaupt sehr laut. So eine ernsthafte hier... Und unsere schütten aus, wie man sagt, pressen sie vom linken Ufer, versuchen sie weiter zu verfolgen, damit sie die Stadt nicht mehr terrorisieren, und sie antworten, und diese Tage sehr hart alles in der Stadt. Und vorgestern überhaupt konnte man sogar etwas schlafen... Schon gewöhnte ich mich auch, aber wie so dröhnte, dass du die ganze Zeit aufschrecktest. So ein Eindruck, dass es in Richtung deines Hauses fliegt, an den Ort, wo du lebst.
КА: Und wie leben Sie damit? Sie leben schon 3 Monate unter ständigem Beschuss, wie wird das überhaupt erlebt, wie Sie damit?
АК: Nun, wie wird es erlebt? Einerseits gewöhnst du dich daran. Andererseits gibt es ein Ziel, gibt es viel Arbeit. Du sitzt ja nicht einfach dort, wartest, wann es einschlägt. Wir arbeiten sehr viel, sehr viele humanitäre Frachten von Freunden. Ich bin Mitglied des Chersoner Rotary Clubs, wir erhalten in der internationalen Organisation jeden Tag Frachten, fahren zur neuen Post, bringen diese Frachten ins Theater, verteilen sie an Menschen. Uns schickten dort auch Freunde Schutzwesten, wir gehen in Schutzwesten. Als ich einmal meine Aufmachung, wie man sagt, veröffentlichte. Für uns war ein symbolischer Moment, am 23. Februar letzten Jahres hatten wir eine Premiere im Theater. Wir kamen spät nach Hause, und morgens, als der Sohn anrief, sagte: „Papa, der Krieg begann", — so ein Eindruck, dass ich nicht schlief. Weil ich etwa um 12 Uhr nachts, Anfang eins ankam, und um 4 Uhr morgens rief der Sohn an. Und für uns war es symbolisch, dass wir am 23. Februar dieses Jahres eine Aufführung spielen mussten. Und wir spielten. Unsere Schauspielerin kam. Wir stellten diese Aufführung wieder her, noch als wir in Kiew waren. Wir haben im Repertoire mehrere lebendige, sozusagen, Aufführungen, eine neue über Cherson. Und wir brachten die Schauspielerin, sie befindet sich selbst in Chmelnyzkyj jetzt, aber sie kam und sie spielte die Aufführung. Wir spielten am 23.-24. zwei Aufführungen. Es waren Menschen da, es waren Journalisten da, es waren französische Journalisten bei uns. Sie wunderten sich auch, dass die Stadt beschossen wird, und wir.... Aber das war wichtig für uns. Genau nach einem Jahr kehrten wir als Theater in unser Theater zurück.
КА: Und können Sie ausführlicher über diesen Tag erzählen, den 23. Februar. Welche Aufführungen spielten Sie, wie geschah das alles? Spielten Sie auf der gewöhnlichen Bühne, die nicht so geschützt ist, oder spielten Sie doch im Bunker?
АК: Nein-nein, wir spielten in diesem Art-Hub, selbstverständlich. Wir versuchen jetzt nach oben... Wir haben alles bereit. Wir haben im Theater überhaupt 5 Bühnenflächen. Wir haben einen Großen Saal für 700 Plätze, wir haben ein Theater-Café für 160 Plätze, wir haben eine Bühne unter dem Dach für 160 Plätze, wir haben eine Bühne unter der Bühne, wo Monoaufführungen gehen, für 75 Plätze und wir haben eine Bühne im Höfchen. Das ist im Sommer, im Mai, öffnen wir eine Bühne im Hof des Theaters, im Höfchen, und dort sind auch 200 Sitzplätze, wir haben dort verschiedene Programme. Das entstand bei uns während Covid, als man nicht in Sälen spielen konnte, entschieden wir auf der Straße zu spielen. Und Menschen konnten damals nirgendwo hinfahren, und wir erdachten so eine Idee, dass Sie nicht nach Italien fahren können, und wir machen Italien hier. Heute haben wir einen italienischen Hof, italienische Musik, italienische irgendwelche Gestaltung, italienische in unserem Buffet irgendwelche Leckereien, italienischen Wein. Und das nächste französische Programm auch mit solchem Underground. Und so unterhielten wir unsere Zuschauer, Tickets wurden an einem Tag ausverkauft. Das war, wissen Sie, so ein theatralischer Wahnsinn, weil Menschen sich sehnten, sie saßen dort irgendeinen Monat zu Hause. Jetzt spielten wir natürlich im Luftschutzbunker. Dort ist nicht so viel Platz, dort sind nur 60 Plätze, bisher spielen wir dort. Jetzt haben wir im März mehrere Programme geplant. Zu uns kommen Gäste, zu uns kommen oft andere Künstler, für sie ist es symbolisch in Cherson aufzutreten. Wir werben dafür nicht stark, um nicht die Aufmerksamkeit auf das Theatergebäude selbst zu lenken, deshalb sammeln wir über soziale Netzwerke [Zuschauer], wir haben sehr viele Freiwillige. Deshalb haben wir immer Menschen, einzig schreiben wir darüber nicht. Und dann schreiben wir nach einigen Tagen, als es stattfand, als Nachfakt.
КА: Und Sie schreiben nicht, damit es keine zu starke Ansammlung von Menschen gibt?
АК: Nun, und damit keine Ansammlung ist, und damit nicht, Gott bewahre, ins Gebäude einschlägt. Weil bei uns dort – 100 Meter in einer Richtung schlug ins Entbindungsheim vor 2 Wochen ein, 100 Meter in der anderen Richtung schlug ein. Deshalb fürchten wir, damit sie das Theatergebäude nicht zerstören. 1943 sprengten Deutsche das Theater, das, welches noch vor der Revolution gebaut war, und das ist einer der Architekten, der das Odessaer Operntheater baute. Ein sehr schönes Theater war es, aber sie sprengten es. Deutsche gingen weg, und am anderen Tag im Jahr 43 explodierte das Theater aus irgendeinem Grund. Gott bewahre, der Herr bewahre, wir fürchten das und wollen das Gebäude erhalten, aber sind bereit zu arbeiten. Nur dass sie sie wegtreiben, und die Beschüsse aufhören, sind wir sofort bereit alle unsere Bühnen zu füllen. Und Menschen warten darauf, sie sehnen sich. Wissen Sie, Menschen begegnen mir auf den Straßen, ich gehe in ein Geschäft, ich verbringe manchmal eine Stunde länger dort, weil sie mich aufhalten, Menschen kommen heran, es ist ihnen angenehm. Sie fragen, und wann, und was, und wann öffnet sich das Theater. Bei uns war vor dem Krieg der März schon vollständig verkauft. Wir schulden den Chersonern etwa vierzig Aufführungen nachzuspielen. Wir hatten sogar solche Fälle in Kiew: bei uns eine Aufführung, nach der Aufführung kommt eine Frau zu mir, sagt: „Aleksandr Andreevič, als ich aus Cherson floh, hatte ich Tickets für den 24.". Ich sage ja, bei uns war am 23. [Februar 2022] eine Premiere, und diese Aufführung sollte am 24. und 25. sein. Nun, natürlich fand der 24. schon nicht statt. Sie sagt: „Ich brachte die Tickets mit, ich bewahre sie, Sie werden ja diese Aufführung spielen?" Ich verspreche ihnen, dass ja, wir stellen sie wieder her. Das war ein Projekt, wir bereiteten ihn zwei Jahre vor. Das ist eine immersive Aufführung, wenn eine kleine Anzahl von Zuschauern, nur 150 Menschen, und alle 5 Bühnenflächen des Theaters besetzt sind. Zuschauer bewegen sich zusammen mit Schauspielern von Fläche zu Fläche. Er hieß „Ewigkeit und ein Tag", das heißt „Ewigkeit und ein Tag", das ist Pavić, Milorad Pavić, es gibt so einen serbischen Dramatiker. Das nennt sich Theatermenü, Hauptgericht, Dessert. Drei Finales gab es, und der Zuschauer wählt, welches Finale wir spielen werden. Das heißt so eine langanhaltende Sache. Und wirklich, wie sie dann schrieben, dass wir ihn eine Ewigkeit probten, und nur einen Tag spielten. Und er war so prophetisch, mir schrieben einige Journalisten schon dann, als ich aus Cherson entkam, dass Sie Ihrem Regisseur sagen sollen, dass er nicht mehr solche Aufführungen inszeniert, weil er uns den Krieg zeigte und alles, was jetzt geschieht, dieses Blut, diese Schrecken. Sie wissen, die Menschheit wird in Qualen geboren, deshalb war das in der Aufführung, selbstverständlich, und Menschen nahmen das wahr, wissen Sie, als...
КА: Und diese Aufführung, war sie über irgendwelche Kriegsthematik?
АК: Nein, das ist so eine serbische „Romeo und Julia". Dort erschafft Gott einen Menschen aus Lehm, aber damit er Mensch wird, ihm Emotionen und Leben einzuhauchen, muss er lieben. Oder ihn muss man lieben. Und er muss durch 7 Kreise der Hölle gehen, all das sehen und diesem Menschen begegnen, der ihn lieben wird, und dann wirst du Mensch. Das ist kurz die Essenz. Und dort waren all diese 7 Kreise der Hölle. Umso mehr war das ja [als] gerade wir aus Covid herauskamen. Dort war dieser Pestdoktor, Zuschauern gab man diese Pestmasken, sie gingen in ihnen, damit so ein Gefühl war.
КА: Aha, und diese Aufführungen, die Sie am 23. Februar schon des 23. Jahres spielten, was waren das für Aufführungen?
АК: Es gibt so eine ukrainische Dramatikerin Neda Nežkana. Sie schrieb 2014 ein Stück, es heißt „Kätzchen zur Erinnerung an die Dunkelheit". Das ist die Geschichte einer Flüchtlingsfrau aus dem Donbass. Wir inszenierten diese Aufführung 2015. Wir spielten sie lange, viel, spielten auf verschiedenen Festivals, weil dort der Regisseur erdachte, dass die Heldin ihre Geschichte erzählt und Borschtsch kocht. Das heißt sie schält Kartoffeln und am Ende bewirtet sie den Zuschauer mit diesem Borschtsch. Und jetzt wurde sie überhaupt, das Symbol der Ukraine – das ist unser Borschtsch, und plus diese Geschichte. Und wir spielten sie auch in Kiew, und schon durch die ganze Ukraine fuhren wir mit ihr. Jetzt lädt uns Polen ein zu fahren. Und für uns, für mich damals, nun Flüchtlinge, nun aus dem Donbass... Wir nahmen sie selbst auf, bei mir arbeiten im Theater heute 7 Menschen, das sind Orchesterkünstler aus dem Luhanker ukrainischen Theater. Sie sind Flüchtlinge, und sie kamen, wir nahmen sie zur Arbeit auf, und die Jungs arbeiten auch jetzt in unserem Theater. Ein Teil zerstreute sich, und ein Teil arbeitet. Das ist der Hauptdirigent unseres Orchesters, er ist aus Luhansk. Und er sagte mir, er floh nicht aus Cherson, sagt: „Ich kann nicht zum zweiten Mal fliehen. Ich floh im 14. Jahr", — und sie waren alle diese 9 Monate hier. Und jetzt probt er im Theater. Erinnert sich auch, wie man Trompete spielt. Und jetzt bekam diese Geschichte überhaupt einen absolut anderen Klang, weil wir selbst dadurch gingen, wir wurden selbst Flüchtlinge. Sie fuhren mit der Familie aus dem Haus am 4. April, wie man sagt, in Socken, Jacke, und alles. Und alles einfach, was man nennt... Wir kamen, dank Menschen, die ich niemals kannte, nach Lwiw, dort begegneten uns absolut fremde Menschen, holten uns zu sich. Wir lebten 4 Monate mit ihnen in der Wohnung, verstehen Sie. Und du verstehst, inwieweit uns dieser Krieg vereinte und in uns irgendwelche... öffnete. Und das gibt uns Kraft auszuhalten, und wir glauben an den Sieg, weil nun unmöglich ist so eine Nation zu besiegen, verstehen Sie? Deshalb spielten wir diese Geschichte. Sie klingt anders, alle weinen, verständlich, und dann essen sie diesen Borschtsch. Im September fuhren wir mit dieser Aufführung durch sieben Städte in der Ukraine, und endeten in Iwano-Frankiwsk. Dort spielten wir auch, sie haben dort Deržypilskyj Rostyslav. Das ist ein junger Regisseur und Direktor des Theaters, ein junger Regisseur. Er nahm einmal bei mir am Festival teil, ist in Cherson. Wir haben ein riesiges Festival, das größte in der Ukraine, „Melpomene Tauriens". Alle Theater der Ukraine waren bei uns. Das heißt wir kennen die ganze Theaterpalette der Ukraine, wie man sagt. Und wir machten als erste im Luftschutzbunker, das heißt wir begannen mit dem Raum zu experimentieren. Wir spielten Aufführungen im Wald, wir haben so ein Waldtheater. Es ist jetzt in Besetzung. Wir haben eine Fläche, wo wir im Sommer, im Mai, öffnen und im September schließen. Und dort sind Aufführungen, die nur dort gespielt werden. Das heißt dort ist „Waldlied" von Lesja Ukrainka, es ist im Wald inszeniert. Dort ist „Sommernachtstraum" von Shakespeare, auch eine immersive Aufführung, wenn Künstler zusammen mit dem Zuschauer nachts über Lichtungen gehen, und auch diese Szenen aufgeführt werden. Das ist sehr interessant, das ist auch so ein touristischer Köder. Aber ich bin ja nicht davon... Ach, ich bin schon abgeschweift...
КА: Ja-ja-ja. Sie erzählten über die Aufführungen, die Sie am 23. spielten, eine davon, über die Flüchtlingsfrau aus dem Donbass...
АК: Ja, über Iwano-Frankiwsk. Dort ist so eine Geschichte, dass diese Aufführung endet, sie hat dort so einen Satz: „Ich gehe, und euch lasse ich meine Brille zur Erinnerung an die Dunkelheit". Und sie legt diese Brille hin, das ist der letzte Satz der Aufführung. Borschtsch ist schon aufgekocht, gekocht. Und zu dieser Zeit ertönt in jemandes Telefon Luftalarm. Und alle dachten, dass das in der Aufführung so ist. Aber in Wirklichkeit sagt jemand von den Zuschauern: „So nein, das ist wirklich, Luftalarm!". Und Menschen beginnen sich zu bewegen, aber wir sind im Keller. Und dort oben ging auch eine Aufführung, dort 300 Menschen im großen Saal. Und wir haben in der Ukraine die Regel in Theatern in allen Städten – wenn Alarm, müssen wir den Zuschauer in den Luftschutzbunker bringen, wenn es einen gibt. Und zu dieser Zeit steigen alle diese Zuschauer in den Luftschutzbunker hinab. Und wir beginnen alle mit diesem Borschtsch zu bewirten. Gott sei Dank war dort so ein riesiger Topf. Und das war, wissen Sie, einfach unglaublich. Wir aus Cherson, dort sind auch viele Flüchtlinge, die kommen, sie sind aus verschiedenen Städten, auch Chersoner sind da. Und das ist so eine Verbrüderung, auch einfach unglaublich. Wir bewirteten an diesem Tag etwa 400 Menschen mit unserem Borschtsch.
КА: Eine unerwartete immersive Aufführung entstand.
АК: Ja-ja-ja, im Finale.
КА: Das war die einzige Aufführung, ja, die Sie an dem Tag spielten?
АК: An dem Tag ja, eine. Aber wir waren damals in [verschiedenen] Städten, begannen in Kropywynyćkyj, in Mykolajiw waren wir, als Mykolajiw unter Beschuss war. Und wir spielten auch in Mykolajiw im Luftschutzbunker diese Aufführung. Dann waren wir in Chmelnyzkyj, wir waren in Žytomyr, dann waren wir in Iwano-Frankiwsk, arbeiteten in Kiew mehrmals diese Aufführung. Ja, in Odessa waren wir noch, das heißt wir fuhren durch die Ukraine. Wir aktivierten unsere Künstler, damit sie nicht vergessen. Und wieder ja den Ruhm des Chersoner Theaters unseren Namens Kuliš versuchten wir zu heben, weil zu dieser Zeit die Rašisten bewarben, dass sie hier ein russisches Theater eröffneten, verstehen Sie, solche Selbsternannten. Lügendmitri ist bei ihnen in Mode.
КА: Nun ja. Sie erwähnten, dass kürzlich nicht so weit von Ihnen ins Entbindungsheim einschlug. Wie steht es überhaupt mit der Situation in der Stadt mit Krankenhäusern, mit Behandlung, wie ist das alles jetzt eingerichtet?
АК: Krankenhäuser arbeiten, alles funktioniert. Jeden Tag gehen Menschen zur Arbeit, und Ärzte, das ist ihre Mission, und die Menschen, die jeden Tag zerrissene Drähte und Gasrohre reparieren. Und die Stadt wird aufgeräumt. Ich kam am 7. Dezember an, stellen Sie sich vor, die Stadt wurde nicht aufgeräumt, Blätter alle, Herbst, alles fiel ab, Straßen zugeschüttet, Autos... So ein Eindruck, dass mit Mist die ganze Stadt zugeschüttet war. Und allmählich richteten die Bürgermeisterei, die Stadtverwaltung, die Militärverwaltung des Oblasts die Arbeit von Brigaden ein, Straßen werden aufgeräumt. Unter Beschuss, auch in Schutzwesten, Menschen fegen diese Straßen. Jetzt ist die Stadt sauber. Ich kam sogar aus Odessa, so erschien mir Odessa schmutziger als Cherson.
КА: Und bis heute räumen sie die Stadt in Schutzwesten auf?
АК: Ja. Ja-ja-ja-ja. Video-Trash nennt sich das. Und dennoch arbeiten alle. Ich schaue auf meine Mitarbeiter – wenn du zu Hause sitzt, und diese Schüsse, irgendwo Einschläge und Explosionen ganz nah, fürchtest du dich. Und wenn du zur Arbeit kommst, siehst du andere Menschen, und Menschen leben auf. Ich schaue, sie laufen zur Arbeit, ja, wir versuchen sie nicht lange zu halten, weil nach zwei Stunden der Verkehr nicht in der Stadt fährt, damit Menschen hinkommen. Irgendwo dort nach 3, nach 4, stirbt die Stadt schon aus, nur Autos laufen. Menschen versuchen zu Hause zu sein. Aber dennoch lebt die Stadt und träumt davon, dass morgen-übermorgen wir schon hinausgehen und Frühlingsblumen pflanzen, und Aufführungen spielen, und Festivals und Feste durchführen, und auf die Rückkehr warten. Weil Menschen warten. Unsere Mitarbeiter, die irgendwo im Ausland sind, in verschiedenen Ländern, sie lebten dort wer 6 Monate, wer länger, aber alle träumen, ich habe nicht einen einzigen Menschen, der sagen würde: „Ich bleibe in Frankreich". Es stellt sich heraus, dass wo du auch bist, wo auch immer gut in Europa, zu Hause ist es besser. Ja ich selbst, Sie wissen, lebte, die schöne Stadt Lwiw, ja, wir fuhren dort zu Exkursionen, ja, dort historisch, dort viele Restaurants, Cafés. Aber ich lebte dort fast 4 Monate. Klasse, ich werde dorthin fahren, aber das ist nicht meine Stadt, ich werde dort nicht leben. Ich kam nach Kiew, lebte in Kiew 3 Monate. Ich studierte in Kiew, ich weiß, dass mich große Städte erdrücken, ich kann diese Menge nicht ertragen. Obwohl ich dort heute auf der Straße mehr Bekannte auf der Straße treffe als in Cherson, vielleicht, weil viele Umsiedler da sind, und ich viele Jahre arbeite, aber trotzdem ist das nicht meine Stadt. Ich kam an — andere Temperatur, anderes Klima absolut. Wir sind im Süden, bei uns ist jetzt warm. Ich fuhr sogar gestern nach Odessa und fror dort. Das sind scheinbar 200 Kilometer von Cherson. Sogar obwohl mir in Kiew Arbeit anboten, sagte ich nein, ich rede die ganze Zeit über Cherson, redete über Cherson, und ich kehre nach Hause nach Cherson zurück. Und werde, solange ich bei Kräften bin, solange ich noch Pulver im Pulverfass habe, trotz des Alters, alles dafür tun, um die Arbeit des Theaters und mein Familiengeschäft wiederherzustellen, was wir mit Kindern unsere Basis für grünen Tourismus bauten. Wir verbrachten 15 Jahre unseres Lebens, der ganzen Familie, ich habe fünf Kinder, machten alles, damit sie schon zu arbeiten begann. Wir spürten, dass das irgendwelches Geld bringen kann, dass das interessant ist, dass wir unsere Gäste in die Oblast Cherson verliebten. Und alles, 6 Monate leben schon Orks auf unserer Basis. Was sie hinterlassen, das weiß Gott allein.
КА: Hoffentlich stellt sich alles schnell wieder her. Und Sie sagten noch, dass der Verkehr nur bis 3-4 Uhr fährt, und können Sie ein wenig ausführlicher erzählen, wie damit die Situation steht, von wieviel bis wieviel jetzt der öffentliche Verkehr fährt, wie das alles eingerichtet ist?
АК: Nun, schauen Sie, als die Rašisten aus der Stadt zurückwichen, stahlen sie alles, was man konnte. Sie führten sogar Trolleybusse heraus. Neue Busse, die die Stadt vor dem Krieg kaufte. Vor dem Krieg kaufte der Bürgermeister neue Busse, wir stellten sie hier auf Routen, die Stadt begann sich zu beleben. Hier kam eine neue Mannschaft in die Stadt, in die Oblast, und wir alle versuchten für Cherson zu tun, damit er zu gedeihen begann. So stahlen sie alles. Und jetzt was in der Stadt fährt, das sind Bruder-Freunde aus anderen Städten – Mykolajiw, Kiew – andere Städte schickten uns ihre Busse. Diese Busse arbeiten auf Routen, nun etwas blieb noch erhalten. Das heißt Verkehr fährt, alles funktioniert, Hauptrouten, Menschen kennen schon den Bewegungsalgorithmus, und jetzt ist es ziemlich leicht dorthin zu gelangen, wo du hinmusst.
КА: Der Verkehr fährt von wieviel bis wieviel etwa?
АК: Ab 8 Uhr morgens. Wir haben Ausgangssperre bis halb sieben, bis 6:30, und der Verkehr beginnt zu fahren und fährt, bis etwa vier irgendwo fährt.
КА: Weil dann abendliche Beschüsse beginnen?
АК: Dort gibt es keinen Algorithmus der Beschüsse. Sie sind vom Morgen bis zum Abend, und den ganzen Tag. Hier irgendeinen Algorithmus zu verstehen ist unmöglich. Wir haben Bekannte, mit denen, Gott sei Dank, jetzt die Verbindung wiederhergestellt wurde, und wir mit dem linken Ufer Verbindung haben. Sie sagen, dass dieser MLRS fährt, vierzigläufiger Minenwerfer. Hielt mitten auf der Straße zwischen Häusern, richtete sich auf Cherson, schoss und weg weiter. Sie verstehen, dass unsere ja nicht auf Wohnhäuser schießen werden.
КА: Und wie stellten Sie die Verbindung wieder her, wie ist überhaupt jetzt die Kommunikation mit dem linken Ufer eingerichtet?
АК: Dort ist es sehr schwierig. Einfach erreicht von Cherson unsere ukrainische Verbindung. Nicht die ganze Zeit, dort verschwindet periodisch mal Strom, mal noch etwas, aber wir haben Verbindung. Dort ist es sehr schwierig, dort sind ernsthafte Ausgangssperren. Rauben schon das, was dort blieb, weil Wellen ablösender Rotationen die ganze Zeit geschehen. Erste raubten eins, zweite rauben das, was blieb, nun, und so weiter und so weiter. Alles ist dort sehr teuer. Dort kostet ein Laib Brot 60 Hrywnja, wobei Brot so, dass man es nicht essen kann. Wurst 700. Das heißt wenn im Durchschnitt im Geschäft bei uns teure Wurst etwa 160 Hrywnja kostet, geräucherte, nun, bis 300 gibt es dort irgendwelche Sorten, dann dort die gewöhnlichste 700-800 Hrywnja. Dort ist es jetzt sehr schwierig, deshalb warten alle und warten ungeduldig, wann sie befreien, wann die Ukraine kommt, und man normal leben kann. Alle warten auf den Frühling. Dort sind arbeitende Menschen, das linke Ufer — das ist bei uns in der Oblast Cherson alles frühe Gemüse, dort alles in Gewächshäusern. Fütterten nicht nur die Ukraine, sondern lieferten schon viel nach Europa, deshalb denke ich, dass im Frühling man vertreiben muss, um rechtzeitig die Ernte zu pflanzen.
КА: Alles so, ich hoffe, dass alles so sein wird. Und wie ist in Cherson selbst mit Produkten und mit Geschäften? Welche Geschäfte arbeiten jetzt? Wie ist das alles eingerichtet?
АК: Geschäfte arbeiten. Die ersten Tage buchstäblich, sobald Cherson befreit wurde, kam Selpo hinein, kehrte auch ATB zurück. Hier sind Geschäfte in verschiedenen Ecken der Stadt verstreut, [wenn] sie die Stadt abdecken, damit man nicht stark weit gehen muss. In Geschäften gibt es alles im Prinzip. Die ersten Tage, ich weiß, den ersten Monat waren die Schlangen sehr groß, wissen Sie, Menschen sehnten sich. Sie gingen ins Geschäft wie ins Theater, wahrscheinlich. Nun und einfach viel von allem, Überfluss, weiß, dass wir eine Stunde an der Kasse in der Schlange standen.
КА: Und jetzt ist es schon leichter? АК: Ja-ja, jetzt gibt es keine Warteschlangen mehr, nun, ein wenig. Sie sagen, wenn man der Statistik folgt, zum Zeitpunkt der Befreiung blieben hier etwa 70 Tausend Menschen übrig, von 350, das heißt alle anderen sind weggezogen, sind vor der russischen Welt geflohen, jetzt sind es etwa 40-45 Tausend, das heißt viele Menschen sind weggezogen.
КА: Und darüber möchte ich auch ein wenig sprechen. Überhaupt, wie sind die Empfindungen in der Stadt, wie viele Menschen gibt es, wie menschenleer ist sie? Wie ist das Gefühl, wie viele Menschen sind weggezogen, weil die Stadt ständig unter Beschuss steht?
АК: Ich würde nicht sagen, dass sie völlig menschenleer ist. Die Ampeln funktionieren nicht in der Stadt, aber eine zentrale Straße zu überqueren kann ziemlich problematisch sein. Man steht da, um die Leute durchzulassen. Es öffnen sogar irgendwelche Cafés. Da, nicht weit vom Theater, haben sie vor buchstäblich ein paar Tagen mehrere Cafés eröffnet. Dort gibt es zwar nichts außer Kaffee, aber trotzdem sind sie da, die Lichter leuchten. Du gehst die Straße entlang und siehst ein geöffnetes Café. Das wärmt auch.
КА: Und was bedeutet es, dass die Ampeln nicht funktionieren? Warum?
АК: Weil ständiger Beschuss, die Kabel reißen, und damit die Autos nicht an den Ampeln stehen, falls in diesem Moment ein Geschoss einschlägt. Deshalb funktionieren die Ampeln nicht. Wir versuchen durch Straßen zu fahren, die weniger getroffen werden. Näher an den Dnipro sollte man [besser] nicht heranfahren, weil er heftiger beschossen wird.
КА: Und über die Cafés wollte ich auch noch etwas erfahren. Ich habe auf Ihrem Facebook eine Veröffentlichung gesehen, wo Sie in einer Schutzweste stehen und Kaffee kaufen. Können Sie über diesen Tag erzählen, wie es überhaupt war, gehen Sie oft in Schutzwesten durch die Stadt?
АК: Auf der Straße versuchen wir in Schutzwesten zu gehen. Das haben wir für unsere Mitarbeiter besorgt. Sponsoren haben uns geholfen, wir haben aus Kiew Schutzwesten gebracht und an unsere Leute verteilt. Einen Teil hatten wir noch, den haben wir der Stadt gegeben, den Diensten. Und wir versuchen auf den Straßen zu gehen, und unsere Fahrer... Im Theater nicht, natürlich. Wir haben alle Büros in tiefere Etagen verlegt, an sicherere Orte. Wir versuchen nirgends in den oberen Stockwerken zu sein. Und auf der Straße versuchen wir in Schutzwesten zu gehen. Und die ganze Presse kommt zu uns, und sogar an den Kontrollpunkten lassen sie sie nicht in die Stadt, wenn sie keine Helme und Schutzwesten anlegen.
КА: Und habe ich richtig verstanden bezüglich dieser Veröffentlichung, dass das Ihr erster solcher Kaffeekauf zum Mitnehmen bereits im befreiten Cherson war?
АК: Nun ja, es hat sich einfach erst kürzlich geöffnet, und ich habe es gesehen. Zu uns kamen Künstler, wir haben eine Ausstellung gestaltet. Und wir haben auf dem Platz mit den Jungs ein Banner aufgehängt. Und plötzlich sahen wir, dass sie direkt auf der Straße solche Lichter aufhängen, und das es wie ein Signal ist, dass ein Café funktioniert. Und ich ging hin, das war einer der beliebtesten Orte vor dem Krieg, es heißt "Ich liebe Kaffee". Dort hing immer sehr viel Jugend ab, dort machen sie Filterkaffee, das war modern. Na, und es hat geöffnet. Und ich ging dorthin, denke, ich gehe mal vorbeischauen. Ich bin nicht so ein großer Kaffeeliebhaber, aber trotzdem war es mir angenehm. Wir gingen reden, wissen Sie, wie alte gute Bekannte sich getroffen haben.
КА: Und wie war das überhaupt, das ist doch so ein Gefühl, ein kleines Symbol der Rückkehr zu einer relativen, man kann nicht ruhig sagen, aber irgendeinem früheren Leben in der Stadt. Wie war das überhaupt, wie wurde das wahrgenommen? Das ist doch etwas so Gewöhnliches für einen Menschen, sagen wir, aus Kiew, und für Sie ist das so ein richtiges Ereignis.
АК: Natürlich-natürlich. Das sind solche Marker, die erscheinen wie Sonnenflecken bei nebligem Wetter, es bricht durch den Nebel, und es erscheinen irgendwelche Köder, die auch dir Hoffnung geben. Da bin ich schon 3 Monate hier. Ich springe periodisch zu Dienstreisen irgendwo hin, manchmal fährt man für ein-zwei Tage weg. Aber trotzdem gewöhnst du dich schon daran. Plötzlich liest du, aber Gott sei Dank nicht oft, es gibt das, in sozialen Netzwerken jammert jemand, jemand beklagt sich, jemand das, jemand schimpft jemanden... Das ist für mich inakzeptabel. Ich bin zum Beispiel ein Mensch der Tat. Was soll man schimpfen? Wenn das Fenster ausgeschlagen wurde, dann muss man hingehen und es einsetzen. Niemand wird kommen und es dir einsetzen. Oder du musst selbst finden, oder um Hilfe von irgendwelchen Freunden bitten. Deshalb, wenn solche Sachen erscheinen, sogar die Tatsache allein, dass ich in der Stadt bin, dass das Theater irgendwelche Sachen macht, dass wir irgendwo zu den Leuten gehen und dort bei ihnen etwas machen... Das ist wie Sozialtherapie, wissen Sie. Die medizinische Wirkung der Kunst existiert. Und ich arbeite schon viele Jahre im Theater, ich weiß, dass es funktioniert. Besonders in schweren Zeiten. Ich habe gesehen, wie in Kiew dieselben Cherson-Bewohner aufgenommen wurden, sie kamen zur Vorstellung wie um Cherson zu berühren. Da sind sie weit weg, sie befinden sich schon mehrere Monate in irgendeiner Stadt, und hier ist ihr Theater angekommen. Und sie kaufen Karten, sie gehen, sie weinen, sie bleiben nach der Vorstellung, sie umarmen die Schauspieler. Dasselbe in der Stadt. Du siehst: der Transport fährt, man kann ein Taxi bis zur Ausgangssperre rufen, bitte schön, Taxi funktioniert in der Stadt. Cafés funktionieren, und es sind nicht wenige. Nicht nur das, was beim Theater ist. Sie sind über die Stadt verstreut an verschiedenen Orten. Der Markt funktioniert, und auf dem Markt sind sehr viele Menschen. Da, obwohl in den Markt schon mehrmals eingeschlagen hat, funktioniert der Markt trotzdem.
Vor etwa einem Monat schlug ein Raketenwerfer in den Markt ein, traf auch ins Stadtzentrum bei einem der Geschäfte, dort starben auch Menschen. Ich musste am nächsten Tag etwas kaufen und Essen zubereiten. Und ich sage zum Fahrer: "Ich habe irgendwie keine Lust, an den Ort zu fahren, wo gestern die Rakete einschlug". Aber ich fahre trotzdem am zweiten Tag dorthin. Die Fenster sind ausgeschlagen, die im Geschäft waren, Glasfenster, sie sind vernagelt, und das Geschäft funktioniert. Und im Geschäft sind massenweise Menschen. Und das wirkt auch wie: "nein, es gibt keine Gefahr". Nun, es ist eingeschlagen, nun, gut. Aber heute doch nicht, heute ist alles gut. Das ist so eine schwer erklärliche Sache, sie beruhigt dich. Dass du gestern noch Angst hattest, dich diesem Ort zu nähern, und heute gehst du hin, denkst, du brauchst es, und es funktioniert. Das sind auch furchtlose Menschen, Verkäufer und alle anderen.
КА: Das heißt die Stadtbewohner schaffen selbst solche Unbeugsamkeit?
АК: Ja. Cherson hat das während der Besetzung bestätigt, als sie mit bloßen Händen zu Panzern gingen, zu Schützenpanzern, zu diesen stehenden und nach oben schießenden Soldaten. Es war so, wissen Sie, Künstler erzählen, dass wir gehen, und damals fuhr überhaupt kein Transport in den ersten Kriegstagen, überhaupt nichts war in der Stadt. Und sie gehen zu diesem Protest ins Stadtzentrum und hören Schüsse, und sie sagen, die Menschen hören nicht auf, um nicht zu gehen, sondern "Lasst uns schneller, was trödelt ihr? Dort hat es schon begonnen", — verstehen Sie? Und das, was dort begonnen hat, dort wird schon geschossen, und wir sind noch nicht angekommen.
КА: Ja, das ist zweifellos so. Und, übrigens, wie ist jetzt die Situation mit dem Strom in der Stadt?
АК: Strom gibt es. Periodisch, wenn Beschuss ist, reißen irgendwo Kabel. Sie reparieren sie, und wieder gibt es Strom.
КА: Und Verbindung?
АК: Und Verbindung gibt es. Da sprechen wir ja selbst miteinander.
КА: Nun, ja-ja-ja. Das heißt sie schalten nicht für lange ab?
АК: Nein-nein-nein. Wir haben für alle Fälle alles dort gesichert, sowohl der Staat als auch Sponsoren. Bei uns ist alles mit Generatoren ausgestattet, auf jeden Fall, und mit Heizung, mit allem, weil Menschen aus der ganzen Welt helfen.
КА: Sie sagten, dass in den Cafés zum Beispiel nur Kaffee verkauft wird. Ist das, weil irgendwelche Produkte jetzt noch unmöglich zu liefern sind oder wie ist das?
АК: Nein-nein, Produkte gibt es, einfach keine Nachfrage. Nun, erstens Prohibition in der Stadt. Alkohol wird nirgends verkauft, weder in Geschäften noch in Cafés. In Cafés war das einfach die ersten Tage, als ich dort war, nur Kaffee. Jetzt haben sie schon irgendwelche kleinen Törtchen. Einfach die Menschen gehen nicht stark hin, Kaffee getrunken und weg, und schon ein Café, wenn essen, das ist essen. Solche, um zu essen, gibt es nicht in der Stadt, aber wie ein Café, wo du sitzen kannst, Kaffee trinken, dort gibt es WLAN und etwas Süßes, das gibt es.
КА: Das heißt die Menschen sitzen nicht in Cafés, weil das irgendein nicht sehr sicherer Ort ist, ja?
АК: Da wissen Sie, ich hatte irgendwie einen freien Tag, denke, ich gehe hier mal spazieren... Ich sage ja, ich bin kein Einwohner der Stadt Cherson, deshalb entdecke ich auch für mich irgendwelche Sachen. Habe nur in Cherson gearbeitet, zum Übernachten fuhr ich nach Oleshki. Ich ging hier die Straße entlang, ein Café funktioniert, so ein Glaskasten. Ich ging rein — sitzen Mädchen, sitzen Militärs, sitzen Menschen, sprechen, trinken Kaffee.
КА: Die Stadt unter Beschuss, aber trotzdem wird sie wiedergeboren, lebt. Können Sie versuchen zu übermitteln, welche allgemeine Stimmung bei den Menschen herrscht, in welchem Zustand sich die Menschen jetzt befinden?
АК: Wissen Sie, eine Stimmung der Erwartung. Jeden Tag — Erwartung und Glaube daran, dass noch ein wenig, nun, noch ein wenig. Da werden sie wegtreiben, und alles. Und wir werden auf die Straßen gehen und werden nicht einfach gehen, sondern werden auf den Straßen feiern. Ich sage Ihnen, hier ist es jetzt warm schon, bei uns im Februar war es periodisch sogar plus 15. Und ich wohne hier im privaten Sektor. Und ich komme von der Arbeit nach Hause, Großmütter sind dort hauptsächlich, ältere Menschen sind geblieben, wenig Jugend. Aber sie haben schon vor den Höfen zusammengeharkt, schon die Blumenbeete vorbereitet, schon ist dort kein Blättchen. Das heißt die Stadt sitzt nicht in Erwartung von etwas Schrecklichem, sondern die Stadt in Erwartung des Frühlings und dessen, dass wir vertreiben werden, und es wird besser und alles wird gut.
КА: Ja, alles wird bestimmt gut, hauptsache schnell. Sie fahren periodisch weg, da nach Odessa fuhren Sie, nach Den Haag, soweit ich verstanden habe. Die Einfahrt nach Cherson ist jetzt wie zugänglich, wie offen ist sie?
АК: Offen, bitte schön. Bei der Ausfahrt muss man Filtration durchlaufen, sowohl an den Bahnhöfen als auch überall prüft die Polizei.
КА: Aus Cherson oder aus der Ukraine?
АК: Aus Cherson, aus Cherson. Das ist, weil es Kollaborateure gibt, und jemand ist geflohen, aber jemand ist geblieben, deshalb die sogenannte Filtration, sie existiert an den Bahnhöfen. Genauso bei der Einfahrt. Sie prüfen Pässe und alles, irgendwelche andere Einschränkungen gibt es nicht.
КА: Und wie ist das organisiert? Ich weiß einfach überhaupt nicht über die ukrainische Filtration, alle Schrecken erzählte man über die russische, natürlich. Und wie führt die ukrainische Seite diese Prüfung durch?
АК: Am Bahnhof gehst du in einen speziellen Saal, wie einen Wartesaal. Sitzt ein Mensch, zum Beispiel, dort, 8 von diesen Jungs. Jeder geht zu ihnen, gibt seinen Pass. Sie stellen irgendwelche Fragen, schauen, prüfen in ihrer Datenbank, und alles, du gehst setzt dich hin, du hast ein Ticket, setzt dich in den Zug oder Bus. Da ich gestern nach Odessa fuhr, einfach vor dem Bus prüfen sie dich auch, prüfen Dokumente und dann halten sie den Fahrer nicht mal am Kontrollpunkt an. Und wir, Linienbus, uns haben sie am Bahnhof geprüft, alles, und fährst.
КА: Ich fing jetzt an, etwas mehr zu verstehen und mir Cherson vorzustellen. Noch möchte ich aus solchen alltäglichen Details fragen. Da zum Beispiel, sind alle Medikamente in die Stadt zurückgekehrt? Weil ich weiß, dass, als die Besetzung war, natürlich buchstäblich alles verschwand, Insulin konnte man nicht bekommen. Sind alle Präparate jetzt in Apotheken verfügbar, funktionieren Apotheken?
АК: Ja-ja: Apotheken funktionieren, es öffnen jeden Tag immer mehr und mehr. Da gibt es keine solchen sehr verrückten Warteschlangen in Apotheken. Ich sage ja, sehr große Hilfe kommt, sowohl Freiwillige als auch wir alle bekommen von Freunden, von verschiedenen Instanzen Medikamente. Wir versuchen unsere Mitarbeiter in erster Linie zu versorgen, und Menschen zu helfen, denen, die bedürftig sind. Dort auch Alte, wer geblieben ist, es gibt Menschen, die überhaupt nicht aus dem Haus gehen. Besonders näher zum Dnipro, zum Wasser gelegen, bei uns sind dort solche Mikrodistrikte, heißt Vojenka [Anm. d. Red.: Militärsiedlung]. Dort versuchen Menschen überhaupt nicht rauszugehen, weil sie jeden Tag unter Beschuss sind, und am tiefsten liegen, und ihnen am meisten zukommt. Wir helfen mit Produkten, Medikamenten. Jetzt haben uns Freunde aus Litauen einen ganzen Haufen Heizgeräte geschickt, wir haben gerade verteilt, Decken, warme Bettdecken. Weil Stadtteile von Korabel [Anm. d. Red.: Stadtteil von Cherson] können die Heizung nicht wiederherstellen, weil jeder unter Beschuss ist, deshalb gibt es keine Heizung in den Häusern. Und Winter ist ja, Menschen heizen. Und Schlafsäcke verteilten wir, bekamen auch, schickten sie. Vieles, und warme Kleidung dort. Jetzt warte ich auch auf Fracht vom Rotary Kiew, sie schicken warme Kleidung, Lebensmittel.
КА: Und verstehe ich richtig, aus dem, was Sie erzählen, dass am heftigsten, am schrecklichsten die Beschüsse dort sind, wo näher zum Dnipro, und im Zentrum auch ständig Beschüsse, aber nicht mit solcher Häufigkeit?
АК: Nun ja, da ist ja das, was weit schlägt, das sind Raketenwerfer. Und Mörser, sie schießen über den Fluss. Da ins Wasser treffen sie sehr oft. Dort schwimmt sehr viel tote Fische, und kommt nach Cherson übers Wasser. Deshalb leidet auch die Flora und Fauna.
КА: Da Sie mit den Theatermitarbeitern versuchen, in Schutzwesten durch die Straßen zu gehen. Überhaupt gehen viele Stadtbewohner so? Oder ist das eher eine Ausnahme?
АК: Am meisten gehen so Freiwillige, die ins Heiße müssen. Dienste, Elektriker, Gasarbeiter — die, die auf den Straßen wegen der Arbeit sein müssen. Menschen gehen natürlich nicht in Schutzwesten ins Geschäft oder auf den Markt, sie gehen einfach so.
КА: Das heißt das ist eher eine Ausnahme als eine Regel?
АК: Ja-ja-ja.
КА: Da Sie, als Sie über die Arbeit des Theaters erzählten, sagten Sie, dass Sie diesen bunkerartigen Raum haben, den Sie versuchen nicht stark zu bewerben, um ihn nicht [mit Menschen] vollzustopfen. Sagten auch, dass am 23. zum Beispiel bei Ihnen eine Vorstellung in einem Saal für 300 Menschen noch gespielt wurde. Können Sie versuchen, etwas zu erzählen, wie jetzt der Alltag Ihres Theaters organisiert ist, wie seine Arbeit für einen Menschen organisiert ist, der Ihre interne Arbeit während des Krieges nicht sieht?
АК: Arbeit wird geleistet, erstens, wirtschaftliche, in erster Linie. Theater — das sind ja nicht nur Vorstellungen. Jeden Tag führen wir Reparaturen durch, solange keine Zuschauer da sind, Toiletten reparieren wir jetzt, putzen. Unser Unbesiegbarkeitspunkt funktioniert auch, man muss ihn ja versorgen. Wir backen sogar Pasteten und versorgen Menschen. Jeden Tag kommen Frachten. Wir bringen, entladen Frachten, verteilen sofort oder fahren zu Menschen. Das heißt solche Arbeit wird geleistet. Und kreative periodisch. Bei uns gingen bisher mehrere Vorstellungen, aber Menschen befinden sich hauptsächlich in anderen Städten, aber in der Nähe. Wir rufen sie, spielen, versuchen tagsüber zu spielen. Sie verstehen ja, dass die Stadt gegen Abend schon ausstirbt und Menschen wegfahren, ich versuche sie nicht zu halten. Wenn sie kommen, dann maximal für einen Tag, nun eine Nacht übernachtet irgendwo. Aber ich sage, wir bereiten alles vor, damit sobald es möglich sein wird, dass wir sofort auf volle Kraft die Arbeit auf allen Bühnen starten und anfangen, die Cherson-Bewohner moralisch noch produktiver zu unterstützen.
КА: Das heißt jetzt hauptsächlich dieser bunkerartige Raum und periodisch dieser Saal für 300 Menschen, richtig?
АК: Ja-ja-ja.
КА: Sie erzählten noch, dass Sie Vorstellungen für Kinder aufführen. Soweit ich verstehe, ist das nicht nur irgendeine Neujahrsaktion, sondern Sie unterhalten manchmal auch Kinder. Ihnen ist sogar nötiger als Erwachsenen irgendein Märchen in all dem.
АК: Nun, zweifellos, zweifellos. Ich sage ja, dass die Augen der Kinder, die hier in der Besetzung waren, die jetzt unter Beschuss sind, das sind keine Kinderaugen. Und man muss irgendwelche Anstrengungen unternehmen, um irgendeinen Funken, ein Lichtlein oder ein Lächeln bei einem Kind zu sehen.
КА: Und zum Beispiel, was kann einen Funken oder ein Lächeln bei einem Kind hervorrufen, das solchen Schrecken erlebt hat? Im Sinne von Theater?
АК: Wissen Sie, sogar wenn sie helle Kostüme sehen und Musik hören, das funktioniert auch. Nicht sofort, aber sie tauen auf, wie Eisklümpchen. Zuerst reagieren sie sogar so zurückhaltend irgendwie. Und dann allmählich ziehen sie sich hinein-hinein, wir fangen an mit ihnen zu spielen, und sie öffnen sich schon. Das ist allmähliche Arbeit. Wir wollen jetzt auch Kinderpsychologen [einbeziehen], irgendwo nach dem 12. kommt eine kreative Abordnung. Wie durch Spiel, durch Zeichnung, durch Lied... Damit mit Kindern so viel wie möglich gearbeitet werden kann und sie Stück für Stück befreien.
КА: Sie beobachten ja die Kinder im Saal, wie dieser Auftauprozess der Kinder, wie fühlt sich das überhaupt an, wie sehen Sie das, was stellt das dar, dieser Prozess?
АК: Ich gebe Ihnen sogar so ein Beispiel. Da, als ich mich losgerissen habe und nach Lwiw gekommen bin, und irgendwo wir uns gerade erst eingerichtet haben, bin ich sofort ins Theater zu Freunden gegangen. Sie haben mir dort ein Büro zur Verfügung gestellt. Und der Direktor sagt zu mir: "Da ist morgen eine Vorstellung bei uns, kommen Sie mit Ihrer Frau schauen". Die Frau lehnte ab, sagte: "Ich gehe in kein Theater, sind gerade erst aus dem Alptraum raus, und dazu diese Alarme die ganze Zeit". Nun, ich denke, ich gehe, ist mir einfach interessant. Ich komme in den Saal. Im Saal sitzen 300 Menschen. Ich setze mich nach hinten, ich schaue gern den Saal und die Vorstellung gleichzeitig. Die Vorstellung ist "Jagd auf zwei Hasen", das ist unsere ukrainische Klassik, musikalische Vorstellung, lustig, komisch. In dieser Zeit spüre ich Anspannung im Saal. Der Saal ist wie taub, reagiert nicht. Und allmählich-allmählich, vergehen etwa 15 Minuten der Vorstellung, fängt der Saal ein wenig an sich zu regen. Der Saal fängt an zu lachen, der Saal fängt an manchmal zu applaudieren. Und zum Finale hat sich der Saal ganz schon gelöst, wissen Sie, das war wie ein Block stand beim Menschen, ihn ließ los, er fängt an zu klatschen, er steht auf, er applaudiert. Das ist diese Katharsis. Das heißt die Schauspieler haben mit ihrer Anstrengung in anderthalb-zwei Stunden der Vorstellung die Menschen aufgeweckt. Sie vergaßen, dass Krieg ist. Sie schalteten sich ins Spiel ein, sie fingen wie an zu spielen.
КА: Genauso passiert es wahrscheinlich auch mit Kindern?
АК: Ja, ich hatte einen Fall. Wir spielen in Kiew eine Vorstellung. Während der Vorstellung, irgendwo fing die Vorstellung gerade erst an, und sie ist über Cherson, dort Bilder unseres Widerstands, diese Erzählungen, und eine Frau im Saal fängt an zu weinen. Und nicht einfach weint... Der Zuschauer schämt sich normalerweise, jemand wischt normalerweise still die Tränen weg, jemand sitzt, aber diese Frau schluchzt einfach. Einfach sie läuft an und sie schluchzt die ganze Vorstellung. Das spornt einerseits die Schauspieler an, andererseits ist das, wissen Sie, so ein Trigger. Und nach der Vorstellung kommt eine Frau zu mir, sagt: "Ich bin Ihnen so dankbar, Alexander Andrejewitsch, Sie können sich nicht vorstellen, Mama war bei uns...", — sie waren 6 Monate in der Besetzung, sie sind rausgekommen. Mama sprach nicht. Einfach, sie sagt, sitzt einfach und schweigt. "Wir stellen ihr Fragen, sie reagiert nicht, sie nichts". Und bei dieser Vorstellung bricht es aus ihr heraus. Sie weinte sich aus, und sie fing an mit der Familie zu kommunizieren, sie fing an zu sprechen. Und die Frau rief mich danach noch an, sie kamen noch zu Vorstellungen und dankten einfach. Das heißt da verstehen Sie, das ist es...
КА: Die Kraft des Theaters.
АК: Ja.
КА: Und sind sie zurückgekehrt?
АК: Noch nicht, noch nicht.
КА: Uff, sehr starke Geschichte, natürlich. Das war die Vorstellung, die Sie erdacht haben, nachdem Sie weggefahren sind, über...
АК: Ja-ja-ja, "Bleiben ist unmöglich", ja.
КА: Ich las noch in einem Artikel, dass Sie mehrere Kindervorstellungen am Tag spielen, damit sie sich nicht in zu großen Gruppen versammeln. Können Sie darüber auch etwas erzählen, wie Sie versuchen, Kinder zu schützen?
АК: Wir brachten die Kinder durch Freiwillige, das heißt sie brachten sie in kleinen Gruppen, bis 30 Personen. Wir arbeiteten so, planten den ganzen Tag ein, damit es weder eine Menge beim Theater noch Autos gab, nichts, und so arbeiteten wir.
КА: Das war nicht nur zu Neujahr so, das ist irgendeine Praxis...
АК: Nun, und jetzt genauso, und jetzt genauso. Wenn wir eine Vorstellung haben, wenn wir irgendwelche Programme haben, dann passieren sie nur so.
КА: Und welche Kindervorstellungen führten Sie noch auf?
АК: Jetzt gibt es praktisch keine eigentlichen Vorstellungen. Jetzt mehr Spielprogramme, weil sehr wenig Schauspieler da sind. Bei uns im Repertoire des Theaters vor dem Krieg waren 67 Vorstellungen. Davon waren etwa zehn Kindervorstellungen. Bei uns sind ja einfach viele Bühnen, jede Bühne hat ihr Repertoire. Zum Beispiel Café-Theater, dort gibt es 6-8 Vorstellungen. Das heißt und Café-Theater — das ist auch eine einzigartige Sache, nirgends in der Ukraine gibt es das bestimmt. Ich habe so etwas nur in Italien seinerzeit gesehen. Du sitzt an einem Tischchen, trinkst Kaffee oder Kognak und schaust eine Vorstellung. Dort gehen musikalische Programme, wo Orchester und Solisten, zum Beispiel Musik von Theater und Kino, oder irgendwelche Klassik, oder dramatische Vorstellungen. Bei uns im Repertoire waren, meiner Meinung nach, 5 Vorstellungen. Und immer war das nachgefragt, weil so eine Form ungewöhnlich ist. Das heißt Sie saßen im Café und schauten eine Vorstellung. Bühne unter dem Dach — das ist experimentell, Jugendprojekte gingen dort. Bühne unter der Bühne — dort Monovorstellungen über weibliche Einsamkeit, über Teenager-Probleme, über Drogenabhängige machten wir ein Projekt. Das heißt irgendwelche soziale Kategorien. Große Bühne — das sind Musicals, große dramatische Vorstellungen. Das heißt Menschen wählten. Wir richteten es so ein, dass gleichzeitig auf drei Bühnen Vorstellungen gehen konnten. Café-Theater, Bühne unter der Bühne und Bühne unter dem Dach konnten autonom arbeiten, drei Vorstellungen zugleich.
КА: Und jetzt natürlich nicht in solchem Umfang.
АК: Jetzt natürlich ja. Jetzt haben wir im Repertoire 4 lebende Vorstellungen. Das ist eine große und drei Monovorstellungen. Obwohl sie, Monovorstellungen, so seriös sind, mit Dekorationen, mit allem. Das bedeutet nicht, dass sie rein vor das Mikrofon gestellt sind und etwas erzählen. Das sind klasse Vorstellungen, dramatische.
КА: Und was sind das für Vorstellungen?
АК: Das ist "Judas" nach "Auf dem Blutfeld" von Lesja Ukrainka, das ist ein Monolog des Judas. Dort sehr interessante Arbeit, auch wir fuhren mit ihr durch Europa, waren in vielen Städten und Ländern. Dort liest Judas, erzählt seinen Monolog. Und der Regisseur erdachte so, dass er für 30 Silberlinge sich ein Geschäft kaufte. Bei ihm ist diese Töpferscheibe, die Töpfe formt. Und da formt er die ganze Vorstellung einen Topf, er versucht ihn zu machen, bei ihm gelingt es nicht. Und nur im Finale, als er am Kreuz um Vergebung für seinen Verrat bittet, gelingt ihm das. Sehr interessant das zu beobachten, wenn diese Töpferscheibe, und er macht diesen Topf und erzählt diese Geschichte, sehr interessant.
КА: Und welche anderen Vorstellungen?
АК: "Kätzchen zur Erinnerung an die Finsternis", "Bleiben ist unmöglich" und ein musikalisches Programm.
КА: Aha. Und diese spielerischen für Kinder, ja?
АК: Ja-ja-ja. Das sind solche Variationen, es gibt viele. Sobald es möglich sein wird, fangen wir an, Schauspieler zurückzubringen, wir fangen an, das Repertoire wiederherzustellen. Und vorerst haben wir mit allen Theatern der Ukraine vereinbart, buchstäblich mit allen, dass sobald wir grünes Licht geben, sie alle bereit sind zu kommen und kostenlos eine Vorstellung zu zeigen. Die ersten zwei Monate wollen wir dieses Schwungrad unserer mächtigen Arbeit starten. Weil wir vor dem Krieg bis 40 Vorstellungen im Monat im Theater spielten.
КА: Ja, ich verstehe, natürlich. Und diese spielerischen Kinderprogramme, ich verstehe nicht ganz, was das bedeutet, wie das überhaupt organisiert ist?
АК: Das sind kostümierte Schauspieler, und thematisch irgendwelche märchenhafte Helden. Sie führen Wettbewerbe durch, aktivieren Kinder, Quizspiele, sie singen mit ihnen Lieder, sie tanzen mit ihnen, sie zeichnen mit ihnen zusammen Bilder. Im Allgemeinen ist das so eine interessante Sache. Das ist auch aus dem Bereich der Psychologie, weil ich sage ja, um ein Kind zu befreien, muss es wollen, etwas zusammen mit dir zu machen.
КА: Und Eltern nehmen an all dem teil? Oder sie warten irgendwo, oder sie gehen weg?
АК: Nein, sie nehmen auch teil. In der Regel nehmen sie teil. Bei uns gab es viele solche Matinees, wenn mit Eltern. Es gab, wenn öffentliche Organisationen Kinder brachten, waren nur Begleitpersonen. Eltern entspannten sich auch, und sie versuchten auch für ein Sekündchen sich als Kinder zu fühlen. Wir sind ja alle Kinder. Mir sagte einmal ein bekannter Regisseur aus Ungarn, dass: "Wissen Sie, wir haben einen einzigartigen Beruf. Weil wir spielen wann? Nur wenn wir in der Kindheit sind. Ja, wenn Kind, spielen wir. Und bei uns ist ein genialer Beruf, wir spielen das ganze Leben" In dieses Spiel versuchen wir die Stadt hineinzuziehen, andere Menschen.
КА: Wie viele Menschen arbeiten jetzt im Theater?
АК: Insgesamt habe ich einen Personalstand von 250 Menschen.
КА: Nein, ich meine, zum Zeitpunkt des Beschusses...
АК: Jetzt etwa 40 Menschen.
КА: Wie kommen Sie mit so einer kammermusikartigen Besetzung überhaupt zurecht, das heißt wie arbeitet es sich für Sie mit so einem gekürzten...
АК: Vorerst ist hier trotzdem ein Minimum an Arbeit. Das ist, wissen Sie, wenn das Theater schon anläuft, wenn du am Tag zwei Vorstellungen hast, Proben, ständig sind sie auf verschiedenen Bühnen eingeteilt. Dort probt das Orchester, dort — dramatische Vorstellung, dort — Chor-Gesang, dort — Ballett übt, — das ist ein ganz anderes Leben. Jetzt ist es natürlich minimiert, deshalb reicht es vorerst.
КА: Und noch blieb mir eine Frage vom Beginn unseres Gesprächs. Sie sagten, dass Sie [Plakate] nicht veröffentlichen nicht nur um keine Menge zu schaffen, sondern auch, korrigieren Sie mich, wenn ich nicht recht habe, damit die Faschisten nicht [Informationen] darüber sehen, dass bei Ihnen Vorstellungen gehen, dass sie nicht gezielten Beschuss anfangen?
АК: Ja-ja-ja.
КА: Was für ein Schrecken. Und wie erfahren Menschen in einem solchen Fall davon, dass eine Vorstellung sein wird?
АК: Durch Telefon, durch soziale Netzwerke, durch unsere Gruppen, wir haben Gruppen. Und hier sind alle Freiwilligen untereinander verbunden. Ich fahre heute: "Brauchen eure Kartoffeln?", — jemand brachte Kartoffeln, — "Ja, brauchen", — ich rief an, rief Leute, kamen für Kartoffeln. Mir brachten gestern warme Sachen und Heizgeräte. Ich rufe den Bürgermeister der Stadt an, sage: "Bei uns gibt es Heizgeräte, wir haben unsere versorgt, können noch ausgeben". Heute fahre ich, mir schreiben Museumsmitarbeiter: "Bei uns sind 30 Menschen, gibt es Lebensmittel?", — ich sage: "Da bekamen wir gerade Armeeverpflegung, warte jetzt, Fracht soll kommen mit Konserven". Die Gehälter sind klein bei Kulturarbeitern, besonders jetzt. Es gibt kleine Einschränkungen, das Jahr hat gerade erst angefangen, deshalb versuchen wir Menschen zu unterstützen auch mit solchen Sachen noch: Lebensmittelpakete ausgeben, noch etwas.
КА: Und Sie erzählten über sehr wichtige Eindrücke, wie eine Frau anfing zu weinen bei Ihrer Vorstellung in Kiew, wie Sie in Lwiw den Saal sahen. Können Sie sich an die hellsten Erinnerungen gerade nach der Rückkehr erinnern, gerade in Cherson, als Sie etwas im Theater sahen und diese wahnsinnige Kraft des Theaters spürten?
АК: Wieder muss man nicht weit gehen. Wir führten am Tag der Einheit, das war am 18. Dezember, ein Konzertprogramm durch. Und faktisch war das für so einen Kreis, damit Mitarbeiter verschiedener Dienste, Verwaltungen kommen. Sie kamen, Beschüsse dort, vielleicht zwangen sie sie noch hierher zu kommen. Wir arbeiten ja vorerst kostenlos. Und am Anfang spürte man das. Und dann, sobald unsere Schauspieler auf die Bühne kamen, erstens zitterten die Schauspieler. Sie kamen zum ersten Mal seit einem Jahr auf die Bühne. Und ich sah, welche Augen sie hatten, wie dem Moderator die Hände zitterten, wie sie nie zitterten. Und ich schaute auf den Zuschauer, wie sie einfach... Eine Violinistin kam raus, sie spielt einfach eine Melodie, und Menschen sitzen und weinen, weil das so lange nicht da war. Wie lange war das nicht da, und da kamen sie zu ihren, sie kennen sie. Und am Ende wollten sie nicht gehen, alle umarmten sich, alle tauschten irgendwelche Geschichten aus: und du, und wann, und wann kamst du zurück, und ich hier, und ich war dort, und ich... Und wissen Sie, das ist sehr wichtig, das funktioniert. Ich sage ja, ich gehe sogar ins Geschäft Brot kaufen, ich brauche eine Stunde, weil zu mir mindestens 3-4 Menschen kommen, und sie fangen mit mir zu sprechen an. Ich kenne diese Menschen nicht, sie kennen mich. Ich kenne sie nicht, aber ich spreche mit ihnen, ich sage: "Ja, wir sind angekommen, wir arbeiten schon leise. Ja, wartet auf Werbung". Ich habe schon bestellt, uns halfen Theater, die Vereinigung der Theaterleute der Ukraine, sie versprachen uns Werbung. Ich kann sie vorerst nicht über die Stadt kleben, will keine Aufmerksamkeit erregen. Aber sobald es möglich sein wird, werden wir die ganze Stadt mit Plakaten bekleben, weil wir unsere Säulen haben. Und die Stadt wird sofort spüren, dass das Theater zurückgekehrt ist. Wir haben sogar solche Plakate: Wir sind zurückgekehrt, wir sind zuhause. Wir arbeiten mit dem Zuschauer, wir haben ihn gewöhnt, bei uns ist eine sehr theaterbegeisterte Stadt, sie liebt ihr Theater. Und wir lieben sie und fühlen sie, deshalb kamen wir trotz allem und machen alles für sie.
КА: Und überhaupt, wie sichtbar sind die physischen Zerstörungen in der Stadt selbst? Mir ist schwer zu bewerten, ich bin nicht in Cherson, ich sehe viele Fotos mit zerstörten Häusern. Können Sie versuchen, das zu beschreiben, um ein möglichst genaues Bild von einem Menschen zu bekommen, der jetzt in Cherson lebt?
АК: Schauen Sie, ich gebe Ihnen so ein Bild. Sie gehen, Sie haben einen bekannten Menschen, er ist schön. Sie haben sich gestern von ihm getrennt, und treffen sich morgen, und sein ganzes Gesicht ist voller Narben. Und Sie: Herr Gott, was für ein Schönling war das, und er hat eine zerrissene Wange. Genauso die Stadt. Schöne Stadt, gemütlich. Du gehst morgens und siehst, dass heute in dieses Gebäude eingeschlagen hat. Keine Fenster, zerstört. In die Entbindungsstation schlug direkt ins Fensterchen ein, direkt in die Station. Ja, nicht das ganze Gebäude ist zerstört, aber du siehst diese Narbe am Gesicht dieses Gebäudes. Am nächsten Tag erscheint noch eine Narbe. Du fährst wieder zur Arbeit, wieder keine Fenster in einem anderen Gebäude. In die Gebietsverwaltung schlug schon zwei Mal ein. Das erste Mal von einer Seite ins Dach, jetzt riss eine halbe Wand von der Seite weg. So jeden Tag: etwas siehst du, und davon tut es weh. Und du verstehst, dass, nun, Menschen, verdammt, ihr müsst für all das bezahlen. Es passiert nicht so, dass ihr all das kaputtgemacht habt... Ihr werdet trotzdem, eure Kinder werden bezahlen. Deutschland zahlte ja. Bei uns starb die Großmutter, die Großmutter meiner Frau, sie zog sie auf, und sie starb buchstäblich vor dem Krieg. Sie war ein entführtes Mädchen mit 12 Jahren, die Deutschen führten ja damals weg, und sie arbeitete irgendwo dort in Deutschland. Und ihr zahlten sie [Reparationen] bis zum letzten Moment. Deutschland zahlte Geld. Die Großmutter bekam, meiner Meinung nach, 50 Euro jeden Monat auf das Konto. Russland wird zahlen müssen. Sie denken nicht darüber nach. Sie zerstören-zerstören-zerstören. Wir werden bauen. Wir sind jetzt böse, verständlich, dass wir nie mit ihnen sprechen werden, nun, zumindest in den nächsten Jahrzehnten. Aber wir sind böse, wir werden alles bauen. Bei uns gibt es Hände, bei uns gibt es Köpfe, wir werden all das noch schöner, noch besser machen. Aber zahlen müssen sie dafür, sie werden verstehen. Einsicht wird früher oder später kommen.
КА: Ja. Übrigens, über Wiederaufbau, überhaupt in Bedingungen solcher ständigen Beschüsse schafft man es etwas zu reparieren oder vorerst gibt es dafür keine Möglichkeit?
АК: Ja-ja, jetzt kamen schon viele Freiwillige, Jungs aus anderen Städten. Schon sind Brigaden geschaffen, die Verwaltung bringt dort OSB, Bretter, Sperrholz, Folie. Sobald irgendwo etwas zerstört wird, am anderen Tag ist schon alles vernagelt, alles zugeschlagen. Ich bin gerade angekommen, morgen kommen Slowaken zu uns, ich fuhr ins Hotel vereinbarte, gibt es ein Hotel. Ich nahm Schutzwesten für die Jungs mit, die kommen werden. Am Bahnhof treffe ich sie, falls was. Und Brigaden kamen gerade zurück, nagelten das Blutzentrum zu. Alle Fenster dort waren ausgeschlagen und nagelten gerade zu. Wir helfen unseren Mitarbeitern. Da gestern sind sie weggefahren, und Nachbarn rufen an, sagen, dass ins Haus einschlug, in der Wohnung Fenster ausgeschlagen wurden. Ich schicke meine Brigade, Jungs fuhren, nagelten dort zu. So dass Arbeit genug da ist. Nicht so sehr kreative, wieviel andere, aber trotzdem.
КА: Das heißt einen Teil übernimmt wahrscheinlich die Stadtverwaltung, aber den größeren Teil machen Menschen selbst?
АК: Ja-ja-ja. Nachbarn helfen einander. Die Verwaltung zum Beispiel gibt OSB, Sperrholz, all das stellt sie kostenlos zur Verfügung, und schon wenn dort Hände nicht reichen, Brigaden, dann kommen Nachbarn, helfen, nageln zu. Das heißt wir helfen einander sehr-sehr mächtig.
КА: Wie der ganze Service, der sich mit Aufräumen und so weiter beschäftigt, räumt weiter Cherson auf...
АК: Ja-ja-ja. Müll wird weggebracht, auf Straßen wird aufgeräumt, Parks werden ausgeharkt. Alles machen wir. Trotz Krieg, trotz allem, wir wollen, dass es ist, im Unterschied zu diesen Burjaten, die zu uns kamen und keine Toilette gesehen haben und unsere Toiletten rauben. Wir wollen trotzdem, dass es sauber ist, ordentlich, mag es sogar alt bei uns sein, aber es wird sauber und ordentlich sein.
КА: Mhm. In Bedingungen solcher ständigen Beschüsse ist die Stadt sauber, ja, ich versuche mir das zu zeichnen. Und spazieren Menschen überhaupt? Das heißt nicht einfach sich bewegen, ja, von Punkt A zu Punkt B, sondern spazieren sie in Parks...
АК: Nein, da sieht man keine Spaziergänger. Manchmal morgens laufen die, die mutiger sind, ich sehe ziemlich oft Läufe solcher Sportler. Und solche, dass Spaziergänger oder Mütterchen mit Kinderwagen, das sieht man überhaupt nicht.
КА: Das heißt Menschen versuchen sich von Punkt zu Punkt zu bewegen.
АК: Ja-ja. Den Aufenthalt auf der Straße zu minimieren, wenn gehen, dann von der Seite, wo ein Gebäude schützen kann und so weiter. Schon ist so ein Algorithmus — du, wenn du zur Arbeit fährst, bestimmst, wohin wir heute fahren werden, durch welche Straße.
КА: Ich stelle jetzt eine sehr banale Frage, aber sehr wichtige einfach zum Thema unseres Interviews. Ich weiß, dass Sie die Antwort darauf bestimmt kennen, trotzdem stelle ich sie Ihnen. Warum war es für Sie wichtig, nach Cherson zurückzukehren, sich mit Theater zu beschäftigen und in der Stadt zu bleiben, trotz täglichen Beschusses? АК: Weil ich möchte, dass es schneller... Ich bin schon 64 Jahre alt. Man hat mir ein ganzes Jahr weggenommen, wissen Sie. Ich sage ja, außer meiner Arbeit im Theater haben wir mit der Familie unser Geschäft aufgebaut, haben es von Null angefangen, einfach irgendwann hat mir ein Mensch geraten: „Beschäftigen Sie sich mit grünem Tourismus", – ich habe die Familie versammelt, sage: „Und lasst uns das mal versuchen?". Und wir haben 15 Jahre investiert, ich habe mit meinen eigenen Händen einen Dendropark gezüchtet, diese Magnolien gepflanzt, und sie haben schon angefangen zu blühen. Ich weiß jetzt einfach nicht, ob sie in dieser Wüste dieses Jahr überlebt haben oder nicht. Und deshalb möchte ich das alles so schnell wie möglich wiederherstellen, weil ich wenig Zeit habe. Ich möchte, sobald es möglich sein wird, alles dafür tun, um so schnell wie möglich zum normalen Leben zurückzukehren. Und noch besser soll es werden. Ich sage, wir sind jetzt durch Europa gereist. Ja, dort ist es gut, dort ist es schön. Da bin ich aus den Niederlanden gekommen – ein schönes Land, sehr komfortabel, dort ist es warm, übrigens. Ich habe irgendwie nicht im Internet nachgeschaut und bin in warmer Jacke gefahren, und mir war dort sehr heiß. Denke, ach du, Herr, und Russland hat erzählt, dass Europa eingefroren ist. Ja, dort blühen schon Blumen auf den Straßen, Tulpen und alles andere. Dort ist es gut, sie haben ein anderes Leben. Ich bin auch für zwei Tage in das wohlhabende Leben eingetaucht, wenn es keinen Beschuss gibt, keine Sirenen, die Leute sind nicht besorgt, sitzen in Restaurants, sie haben Wochenende. Das ist ein Land der Fahrräder. Dort sind Millionen Fahrräder auf den Straßen, sie fahren zur Arbeit. Dort werden keine Zigaretten im Geschäft verkauft, zum Beispiel, sind mit Vorhängen zugedeckt, und alle Packungen sind schwarz, um die Aufmerksamkeit der Kinder nicht zu erregen. Ich verstehe, das ist eine gesunde Nation, sie denkt an die Zukunft. Wir haben überall gelebt, ja, dort leben meine Mitarbeiter heute in Frankreich, in Bulgarien, in Rumänien, in Ungarn, in Polen. Und alle haben gesagt, nein-nein, nach Hause, alles, wir haben gesehen, dass es sich herausstellt, und das Internet bei uns in der Ukraine ist besser als in der Tschechoslowakei, genauer, als in Tschechien. Und manche Sachen sind bei uns einfacher, wir haben im Telefon ДІЯ [Anm. d. Red.: ukrainische staatliche App für digitale Dienstleistungen], wir können jede Dienstleistung anfordern, ohne das Haus zu verlassen, beim Staat, jede Bescheinigung. Und um Internet anzuschließen, zum Beispiel, in Prag, musste mein Buchhalter eine Woche durch die Instanzen laufen. Nun, und so weiter, und so weiter. Ja, Europa ist schön, wir fahren dorthin zu Besuch, aber ich möchte, dass bei mir zu Hause Europa ist, dass es besser wird. Und ich habe heute schon etwas Besseres, worauf ich stolz sein kann. Und deshalb bin ich hier, und deshalb versuchen wir alles zu machen, um diese... Nicht zu vergessen dieses Jahr, irgendwelche Lehren daraus zu ziehen. Es hat auch uns anders gemacht. Es hat mich mit anderen Menschen in meiner eigenen Ukraine bekannt gemacht, ja, ich hatte viele Freunde, es sind noch mehr geworden. Ich habe verstanden, wie sehr wir einander unterstützen können. Völlig fremde Menschen haben mich zu sich in die Wohnung gebracht, und ich habe dort drei Monate gelebt. Und sie zu mir: „Wenn du Geld brauchst, hier, bitte schön". Gut, dass der Staat mich unterstützt hat, wir haben ja gearbeitet, wir haben das Theater erhalten, wir haben das ganze Jahr Gehalt gezahlt. Und den Menschen, die in der Besetzung sind, manchmal war es schwierig, ja, dort waren anfangs Verzögerungen. Aber dennoch. Wir haben die Menschen unterstützt, das heißt auch der Staat hat uns nicht im Stich gelassen. Wir haben versucht alles zu machen. Aber jetzt möchte ich schnell zu diesem normalen Leben zurückkehren, weil ich wenig Zeit habe. Mir möchte noch das machen, und das, und dorthin fahren, und das machen. Deshalb bin ich hier. Und deshalb versuche ich heute schon etwas dort in meinem Land zu machen für den Sieg meines Landes.
КА: Das ist sehr wichtig! Und diese Mitarbeiter, zum Beispiel, mit denen Sie sich unterhalten, sie werden zurückkehren, wenn solche massiven Beschüsse aufhören, ja?
АК: Ja-ja-ja. Viele kehren schon zurück. Da sind einige Jungs schon gekommen, sagen: „Was machen wir hier? Hier steht die Wohnung, na, Beschuss". Dabei sind sie mit Kindern gekommen und arbeiten heute in Cherson. Das sind die, die abgehärteter sind. Manche: „Nein-nein, wir warten, sobald Sie uns sagen zu kommen, kommen wir". Aber ich schone auch die Menschen, deshalb die Dienste, die unmittelbar müssen, ich bemühe mich, dass die Menschen ihre Notwendigkeit spüren, und deshalb arbeiten sie für volles Gehalt, weil jetzt das Jahr so angefangen hat, dass es etwas schwierig ist. Denen, die im Ausland sind, haben wir schon nicht das Recht Gehalt zu zahlen. Denen, die ganz nicht arbeiten und sogar nicht remote und nicht im Fernstudium, ihnen zahle ich nur zwei Drittel. Und denen, die teilnehmen und zu Vorstellungen, auf Gastspiele fahren... Wir versuchen ja noch außer Cherson irgendwo zu arbeiten. Jetzt waren wieder in Odessa Vorstellungen vor kurzem. Jetzt in Kropywnyzkyj, in Mykolajiw haben sie uns gebeten, nu, und so versuchen wir alles zu erhalten und die Arbeit weiter einzurichten.
КА: Nu, gebe Gott, dass das alles schneller zu Ende geht! Möchte alles zusammenfassen. Wenn ich Sie richtig gehört habe, verstanden, gefühlt habe, dann lebt die Stadt jetzt in solcher buchstäblichen Erwartung, wann solche häufigen Beschüsse aufhören, und man wird schon voll leben können, soweit das im Krieg möglich ist...
АК: Ja-ja-ja-ja.
КА: Von ganzem Herzen möchte man wünschen, dass das schneller geschieht. Jetzt stelle ich Ihnen die letzte Frage, sie ist sehr allgemein, aber in ihr tauchen periodisch irgendwelche wichtigen Sachen auf, manchmal taucht gar nichts auf. Und dann stelle ich ein paar technische Fragen. Und meine letzte Frage – gibt es etwas über den Krieg, über Cherson jetzt, über die Wiedereröffnung Ihres Theaters in der Stadt, was Sie mir gerne erzählen möchten, und ich Sie nicht danach gefragt habe?
АК: Ja nein, scheint alles gefragt zu haben.
КА: Gut. Es war mir furchtbar angenehm mit Ihnen zu sprechen, einfach das ist so eine aufbauende Geschichte. Ich bin Ihnen so dankbar, dass Sie zugestimmt haben mit mir zu sprechen. Ich wünsche wirklich von ganzem Herzen, dass schneller...
АК: Wir werden uns freuen Sie in Cherson zu sehen. Kommen Sie zum Festival. Es wird ein Festival geben...
КА: Ich komme bestimmt.
АК: Das 25., Jubiläumsfestival. Also sobald Sie hören, kommen Sie. Georgische Theater werden bestimmt da sein.
КА: Oh, was für ein Genuss. Sobald, so sofort. Sobald man kommen kann, so sofort, sofort-sofort.
АК: Gut.