Ein Rollstuhlfahrer aus Kupjansk über die Evakuierung zusammen mit dem 98-jährigen Großvater durch Russland
Yevhen Yaroshenko, 41-jähriger Bewohner der Siedlung Kowscharowka bei Kupjansk, lebte seit Beginn des Krieges zusammen mit seinem 98-jährigen Großvater, einem Veteranen des Zweiten Weltkriegs. Yevhen selbst — ein Rollstuhlfahrer mit Muskeldystrophie, Programmierer. Die Eltern waren vor einigen Jahren gestorben, und der Großvater blieb in seiner Obhut. Als die Siedlung im Herbst 2022 faktisch an die Frontlinie geriet, ohne Strom, Gas und Wasser, beschloss die Familie auszureisen. Sie verließen das Haus und gelangten über die Oblast Luhansk nach Russland. Der Weg war schwer: der Großvater verlor mehrmals das Bewusstsein, an der Grenze musste man zu Fuß gehen. In Woronesch nahm sie eine Adventistengemeinde auf, dann halfen Freiwillige, die Ausreise nach Deutschland über Belarus und Polen zu organisieren. In Deutschland lernt Yevhen die Sprache, kümmert sich um den Großvater und versucht sich zu integrieren.
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ЕЯ: Evgeni Jaroschenko
АП: Anna Pawlowa
АП: Lassen Sie uns uns bekannt machen. Sagen Sie bitte, wie heißen Sie, woher kommen Sie und wo leben Sie jetzt.
ЕЯ: Zum jetzigen Zeitpunkt befinde ich mich jetzt in der Stadt Labraun, das ist Sachsen, Deutschland. Ich heiße Jaroschenko Evgeni, ich bin 41 Jahre alt.
АП: Und aus welcher Stadt der Ukraine kommen Sie?
ЕЯ: Das ist ein Dorf, eines der großen Dörfer der Ukraine – PGT Kowscharowka, Oblast Charkiw. Das ist so ein Konglomerat, wie es jetzt genannt wird teritorіальна громада [Anm. d. Red.: territoriale Gemeinde auf Ukrainisch], Stadt Kupjansk. Das ist jetzt in aller Munde.
АП: Ja, wir haben kürzlich ein Interview mit einem Bewohner gemacht, der trotz der Evakuierung in der Stadt geblieben ist, haben es buchstäblich in der vergangenen Woche herausgebracht. Verstehe ich richtig, dass Sie aus der Ukraine nach Beginn des umfassenden Krieges weggefahren sind?
ЕЯ: Ja. Etwa eineinhalb Wochen bevor sie Kowscharowka befreit haben. Das war am 21. September.
АП: 21. September des vergangenen Jahres, 2022?
ЕЯ: Ja.
АП: Erzählen Sie bitte ausführlicher Ihre Geschichte. Soweit ich verstehe, mussten Sie nicht alleine evakuiert werden, sondern mit Ihrem älteren Verwandten.
ЕЯ: Ja, das ist mein Großvater. Die Situation ist folgende: Kupjansk wurde buchstäblich in den ersten Kriegstagen besetzt, bis zum 26. [Februar] standen bereits Truppen in Kupjansk. Und Kowscharowka, es ist so: über den Fluss, auf der anderen Seite des Flusses Oskol liegt es. Das Dorf spürte faktisch keine Besetzung als solche, weil es weder Truppen noch etwas gab, alles ging um uns herum, entlang Kowscharowka. In Kupjansk war alles ernst, aber in Kowscharowka nicht besonders.
Vorgeschichte: wir leben mit dem Großvater, meine Eltern starben vor neun Jahren, und ich holte den Großvater zu mir. Ich bin selbst Rollstuhlfahrer, bewege mich im Rollstuhl. Die Eltern halfen, die Wohnung zu machen. In dem Moment, als ich in einer Wohnung mit den Eltern lebte, waren sie nicht mehr da. Ich verkaufte die Wohnung, wir machten Renovierung in der neuen, ich zog dorthin um. Und so ergab es sich, dass wir so mit dem Großvater lebten. Ich bin überhaupt selbst Adventist des siebten Tages, ging in die protestantische Kirche. Und nach dem Tod der Eltern half mir die Gemeinde.
Und es ergibt sich, dass wir aus welchem Grund wegfuhren? Das Dorf begann zu zerfallen, [weil] wir wurden, sagen wir so, in die Mitte der Frontlinie, irgendwo dazwischen. Alles flog zwischen uns. Auf einer Seite am hohen Ufer Felsen, am rechten. Dort standen bereits unsere. Buchstäblich eine Woche vor der Abreise befreiten unsere einen Teil des rechtsufrigen Kupjansk-Bezirks. Und Senjkowo, und bis Kupjansk kamen sie bereits heran. Und als sie herankamen, wurden wir, sagen wir so, zur Frontlinie. Ziemlich problematisch wurde es, weil ich ein von anderen abhängiger Mensch bin. Die Gemeinde half, ein Freund half mir, noch ein Freund, er ist älter, ihm 60, unter 70, er fuhr hier mit mir weg. Er half uns wegzufahren.
Eine Woche vor unserer Abreise, vor dem 21. [September], wurde in Kowscharowka zuerst das Licht abgestellt, dann schlugen sie die Gasleitung durch. Wir blieben ohne Gas, das heißt überhaupt wurde alles traurig. Saß dort fast eine Woche, und wir fassten den globalen Entschluss, dass wir wegfahren. Da es besonders nirgendwo hinzufahren gab, nur eine Richtung verfügbar, fuhren wir durch das Oblast Luhansk nach Woronesch weg. Dort nahm uns unsere adventistische Gemeinde auf. So ungefähr so.
АП: Das heißt am Anfang fuhren Sie nach Woronesch weg, und danach siedelten Sie bereits nach Deutschland über, verstehe ich das richtig?
ЕЯ: Ja, dabei half die Organisation „Rubicus", soweit ich verstand, Freiwillige. Da ist so eine interessante Geschichte. Verständlicherweise in Russland unter der Besetzung zu sitzen – das ist nicht so eine prinzipielle [Position]. „Ich werde auf dem Territorium des Feindes nicht sitzen" – so etwas gab es nicht, aber es gab so einen Moment, dass ich damit nicht einverstanden bin, ich wollte dort nicht besonders sitzen. Meine Freunde schlugen ein paar Varianten vor, ich wollte die Kirche einschalten, aber mit der Kirche war es ziemlich problematisch. Unsere Organisation konnte bis ins Baltikum herausbringen, nehmen wir an. Im Baltikum alles zu organisieren war problematisch, da wir nur eine Woche-eineinhalb Wochen insgesamt in Woronesch waren. Und zu kommunizieren gelang nicht. Mein Freund schickte mir die Adresse der Organisation, die Flüchtlingen hilft, nach England zu fahren. Ich füllte dort einen Fragebogen und Antrag aus – Stille war.
Und so ein Moment ereignete sich: meine Freundin aus Kupjansk, sie hat dieselbe Krankheit wie ich, das heißt Muskeldystrophie, sie fuhr etwas später weg als wir. Na, da ist eben Kowscharowka und neben ihm ein kleines Dorf Nowoosinowo, von dort ist sie. Das heißt wir lebten buchstäblich nebeneinander. Und als bei ihnen auch schon die Grenze begann, das heißt konkreter Beschuss, flog ins Dorf, sammelten sie sich und [fuhren auch weg]. Sie mit den Eltern – Papa-Mama –, sie nahmen den Hund, den Rollstuhl und fuhren auch nach Russland weg.
Wir sammeln uns zum Wegfahren, aber Möglichkeiten als solche gibt es nicht: die einen lehnten ab, die zweiten das, über die Kirche gab es auch ziemlich viele Fragen. Und sie ruft an, sagt: „Schenja, da gibt es so eine Organisation, ich schreibe, sie antworten mir nicht. Kannst du es versuchen. Ich schrieb sowohl dorthin als auch dorthin".
Im Allgemeinen, so ein Moment, wir waren bereits etwa zwei Wochen dort. Und es ergibt sich so, dass ich schrieb, und mir antworteten und sagten: „Ja, geben Sie die Dokumente, wir werden diese Variante betrachten". Ich schickte die Dokumente. Zuerst waren Fragen: nach Deutschland schlugen sie uns [zu fahren] vor, nach Finnland. Ich beriet mich mit Freunden, sie sagen: „Finnland ist nicht ganz eine Variante für dich, fahre, versuche nach Deutschland". Und die Mädchen [Freiwillige] fanden wie einen Platz hier. Das ist eine Organisation, die Alte betreut. Das ist wie ein Altersheim seiner Art. Ich geriet hierher.
АП: Das heißt verstehe ich richtig, das ist irgendeine Organisation oder ein Sozialzentrum?
ЕЯ: Ja, das heißt bei ihnen Pflege [Anm. d. Red.: unsicher in der Richtigkeit der Schreibweise]. Die Organisation, sie ist groß in Deutschland, das ist ASB. Und der Besitzer dieser Einrichtung, er hat ein Haus, bei uns hier sind mehrere Zimmer. Bei uns hier sind sechs Personen. Alle Ukrainer aus verschiedenen Teilen [der Ukraine]: aus Dnipro, aus Kachowka ist ein Mann, aus unserem Oblast auch ein Mann. Das heißt wir sind hier sechs Männer: mein Großvater, ich und noch vier Personen.
Er [unterbrachte] uns ohne irgendwelche Nuancen. Die Nuancen sind so: hier in Deutschland, wenn du ankommst, musst du dich anmelden, das ist lang. Dir bis sie einen Status geben, bis sie die Behinderung anmelden, lebst du auf irgendwelchen Durchgangspunkten. Die Freiwilligen, die mich begleiteten, sagten, dass in Deutschland, im alten Flughafen, ein Flüchtlingslager aufgeschlagen war, noch an einigen Orten [können sie unterbringen].
Meine Freundin, übrigens, die diesen Kontakt der Freiwilligen gab, sie fuhr später weg. Ich kontaktierte sie auch, sie schickte zwei Briefe, ihr antworteten sie nicht. Dann antworteten sie, ihnen halfen sie direkt mit dem Auto wegzufahren. Sie kam in dieses Heim [Anm. d. Red.: Flüchtlingsheim], aber da hier den Eltern nicht erlaubt wird zu arbeiten, Patienten zu pflegen, weil sie meinen, dass der Mensch sich nur für seinen Verwandten einsetzen wird. Sie wollten bleiben, damit die Mutter sie pflegt. Aber es gelang nicht, sie fuhren weg. Sie sind im benachbarten Bundesland, soweit ich verstand. Sie leben getrennt, ihnen halfen sie eine Wohnung zu mieten, sich anzumelden. Sie leben zum jetzigen Zeitpunkt zusammen.
АП: Sagen Sie bitte, können Sie ausführlicher erzählen, wie Ihre Abreise organisiert war? Weil mit so einem älteren Menschen wegzufahren, berücksichtigend, dass Sie auch einige Einschränkungen haben, ziemlich schwierig ist. Wie war das alles organisiert?
ЕЯ: Das Interessanteste, dass dem Großvater 98, und er mobiler ist als ich, weil er selbst geht. Er stand selbst auf, ging selbst. Obwohl das auch Probleme waren. Das war Aufregung. Na, erstens wegzufahren – das ist teuer. Wir legten zusammen, etwa 2,5 Tausend kostete es wegzufahren, buchstäblich 200 und etwas Kilometer zu fahren, das von Kowscharowka durch Swatowo, Starobelsk, und dort nach Melowoje. Melowoje – das ist die Grenze des Oblast Luhansk mit Russland. Das ist von unserer Seite Melowoje, und bei ihnen dort ist das Tschertkovo, Grenzübergangspunkt.
Aufregung war ziemlich ernst, weil wir zwei Tage, sogar drei Tage versuchten etwas zu machen. Zu Hause kalt, im ersten Stock die Wohnung, der Kessel funktioniert nicht, nichts funktioniert. Feucht, Wasser gibt es nicht, man muss irgendwo etwas kochen. Glücklicherweise halfen Nachbarn, kochten am Feuer. Sie gehen in den Wald, hacken Holz – kurz, uns halfen sie [kochendes Wasser zu machen], etwas zu kochen, zu braten, na, von solcher Art. Wir hielten so eine Woche durch. Begannen uns zu sammeln, gingen verhandeln wegen des Autos, und dort in der Reihenfolge der lebenden Schlange, Menschenmassen fahren weg, das alles ist schwierig. Einmal versuchten, gelang nicht, dann so drei Tage hintereinander – am dritten Tag gelang es.
Besonders verhandelten sie nicht. Mich muss man ja heben. Heben sollte ein Mensch kommen, und das ist früh. Das Auto kam. Unsere Schwestern [aus der Kirche] fuhren [mit uns] weg, insgesamt war die Gesellschaft von uns acht Personen. Halb sechs Uhr morgens Aufregung, der Fahrer kommt, sagt: „Los, steigt ein". Und mich hat niemand zu heben. Er half uns, kurz, mich zerrte er, auf den Rollstuhl, stopften in das Auto, Nachbarn halfen.
Nachbarn halfen, stopften hinein, dann setzten den Großvater auch ins Auto. Er erstmal ohne Aufregung, alles war normal. Na, in dem Sinne nervte er nicht, sagen wir so. Scheinbar nahmen alles mit. Ich vergaß zu Hause alles, was ich wollte, und die Jacke vergaß ich, und das vergaß ich, na, so eine Aufregung war. Dann fuhren wir noch durch Kowscharowka, sammelten unsere, so sagen wir, Schwestern. Und etwa um Anfang acht waren wir bereits bereit wegzufahren. Fuhren weg. Sie [die, die Menschen herausbringen,] fahren gewöhnlich nicht allein, sie schließen sich zu einer Kolonne zusammen und gehen als Kolonne. Aber während wir uns sammelten, blieb die Kolonne zurück. Fuhren etwa um zwanzig nach acht weg, fuhren ein wenig. Kowscharowka, neben ihr Kurilowka, dort war eine Kirche. Gerade bei der Kirche bekam unser Fahrer einen Platten. Und sie lösten das Problem etwa 15-10 Minuten, wie denn weiter zu machen, was zu tun. Na, sie entschieden so: sie pumpen auf, wenn, nehmen wir an, der Reifen wieder Luft verliert, dann pumpen sie noch auf. Na, so fuhren sie. Pumpten auf, kurz, fuhren wir durch Kurilowka weg, entlang der Eisenbahn.
Übrigens, das Gefühl des Krieges, das erste Gefühl, dort [war es]. Kurilowka fuhren durch, fuhren in Richtung, dort Pestschannoje. Dort irgendwo krachte etwas. Ich sah zum ersten Mal, dass Menschen sich so aufrichtig bekreuzigten. Bei uns bekreuzigte sich der Fahrer konkret: man sah, dass er richtig erschrak. Im Dorf flog ein, war, schossen mehrmals über uns diese ab, Himars, und Mörser arbeiteten russische konkret. Aber so ein Gefühl hatte ich persönlich nicht. Als wir begannen uns [von Kowscharowka] zu bewegen, ja doch, beängstigend war es. Fuhren durch, fuhren auf die Fernstraße dann Kupjansk-Swatowo. Und dort sah ich zum ersten Mal Kriegsergebnisse. Dort war eine russische Kolonne zerschlagen, ein Panzer mit abgerissenem Turm lag daneben, Kamaz und noch etwas dort, ein paar Einheiten Ausrüstung, alles war verbrannt. Sichtlich attackierten unsere. Schwierigkeiten im Übrigen auf dem Weg gab es nicht. Das Einzige, dass unser Großvater: „Куди ми їдемо? Куди ми їдемо?" [Anm. d. Red.: „Wohin fahren wir?" auf Ukrainisch]. So, aber sonst überhaupt nicht. In Swatowo prüften sie uns, war ein Kontrollposten. Sie schauten den Führerschein, verglichen Pässe, und alles. Uns sagte der Fahrer, dass man wie nicht sagen sollte, wohin ihr fahrt, mit welchem Zweck.
АП: Wie gelang es Ihnen, den Großvater zur Abreise zu überreden?
ЕЯ: Varianten gibt es nicht – sprechen, nicht sprechen [mit dem Großvater]. Die Sache ist die, welche Situation? Bis dahin spitzte ich die Skier um zu fahren, weil die Situation verständlich war und verständlicherweise, dass dort zu bleiben besonders Sinn nicht hat, umso mehr für mich. Der kritische Moment näherte sich dem September. Dann wurde dort alles bereits klar.
Bis zu dem Moment schlug ich Freunden [wegzufahren] vor, aber wir hatten als solche keine Möglichkeit. Warum – weil alles an mir und am Großvater scheiterte. Aus Kupjansk konnte man auf das Territorium der Ukraine nur über die Brücke wegfahren – ich vergaß, wie die Brücke heißt. Das ist im Bereich der Tschugujewer Gemeinde eine Überfahrt. Dort ein Damm, über diesen Damm überquerten sie. Aber wir fragten so viele Fahrer – sie nehmen es nicht auf sich. Mein Freund sagt: „Wohin wir mit dem Großvater?" Varianten gibt es besonders nicht. Na, verständlich, man musste fahren. Und dann bereits, im letzten Moment – na was? Dem Großvater erzählen, dass dort Krieg ist? Er auch jetzt, nach sieben Monaten, fragte: „А де це ми є?" [Anm. d. Red.: „Und wo sind wir hier?" auf Ukrainisch], — bei ihm entstand eine Frage. Obwohl als wir ankamen, sagte er: „Sind wir in Polen?". Der Großvater ist nichts so. Nichts erklärten sie ihm. Er die halbe Strecke bis nach Starobelsk nichts so, normal war es. Dann hysterisierten wir ein wenig, weil „Куди ми їдемо", eben das. Bei uns war eine kleine Hysterie, und dann fuhren wir zur Grenze, dort war es schwerer. Dort musste man einen Kilometer zu Fuß gehen. Wir [gingen] mit Abenteuern. Der Großvater verlor dort das Bewusstsein. Heiß und viel zu gehen, und er ging in letzter Zeit besonders weit nirgendwo hin. Er bei mir geht aus dem Haus, sitzt auf dem Bänkchen, füttert Tauben – bei uns [war] so ein Regime. Und in letzter Zeit übertrug er Covid, und das alles legte sich so übereinander. Seit dem Februar-Monat bei uns [war] dunkles Regime in der Wohnung. Nachts alles zugemacht, alle Jalousien geschlossen, ich schalte das Licht ab, damit er es nicht einschaltet, weil Verdunkelung, man weiß nie. Obwohl das Haus so steht, dass besonders nichts irgendwo irgendwie, aber trotzdem. Ich schaltete ihm die Lampe ein.
In letzter Zeit war der Großvater besonders nicht aktiv. Und hier musste man natürlich gehen. Na, dort halfen Menschen, eine Frau. Er ging etwa 400 Meter, ihm wurde schlecht. Er legte sich hin und schaltete wie ab.
АП: Oje, er verlor das Bewusstsein?
ЕЯ: Ich sah nicht, aber höchstwahrscheinlich ja. Na, sie fingen ihn auf, brachten ihn zum Grenzübergangspunkt selbst. Er scheinbar so nichts, munter war er. Mit uns fuhr noch eine Großmutter. Schwestern aus der Kirche, zwei von ihnen arbeiteten bei mir schichtweise, je Woche. Sie bereiteten Essen, räumten auf.
АП: Im Haushalt halfen.
ЕЯ: Ja-ja-ja. Und wir fuhren mit dieser Gesellschaft weg: Tante Walja, die mich pflegte, dann Wika, ihre Mutter, ihre Tante und Tochter.
АП: Das heißt Sie gingen alle zusammen, dieser ganze Umzug und Übergang war gemeinsam?
ЕЯ: Ja-ja. An der Grenze nahm Wika alle diese [organisatorischen Fragen auf sich]. Noch war Sergejtsch mit uns und zwei Frauen: Tante Lida und Großmutter Schenja. Auch 70 und etwas [Jahre]. Und das alles [geschah] mit Aufregung, weil die Luhansker – ziemlich bunt gemischtes Volk. Wika sammelt Dokumente, sagt: „Ich gehe erfahren an der Grenze, wie dort, was dort". Zur russischen [Grenze ging sie]. Sammelt Dokumente, geht durch den LNR-Grenzübergangspunkt hinaus, geht erfahren, ihr sagen sie, dass ja, geht durch, in der Reihenfolge der lebenden Schlange lassen wir durch, dorthin-dahin. Sie kehrt zurück, und dort scherzte einer der Offiziere: „Ah, du spionierst hier", — konkreter Stress war.
АП: Das sagte er ihr?
ЕЯ: Na, ja. Dort welche Situation war? Sie, Wika, nimmt ihr Telefon und nimmt zufällig ein fremdes – entweder das der Tante Walja, ich erinnere mich nicht, kurz. Sie geht dort durch, verhandelt, kehrt zurück, und ihr ruft jemand auf diesem Telefon an. Und diese Offiziere schalteten sofort das Telefon aus, und [begannen zu sagen], dass du wie eine Zielführerin bist, usw. und usf. Sie stresste dort konkret.
АП: Verstehe ich richtig, dass Sie nicht auf das Territorium der Ukraine wegfuhren, weil dort irgendwelche Schwierigkeiten mit der Überfahrt, mit dem Übergang waren?
ЕЯ: Sagen wir so: erstens war niemand da, der sich organisieren konnte, weil mein Freund, – ich hoffte nur auf ihn, – er hatte so eine Möglichkeit nicht. Und plus dazu hätten sie uns nicht einfach so herausgebracht, weil über die Überfahrt, über den Damm ziemlich problematisch [wegzufahren]. Dort genau so, wie auch an der Grenze zu Russland, von Melowoje nach Tschertkovo zu gehen [muss man] – das ist mehr als ein Kilometer. Hier wenn ein Kilometer, dann dort viel mehr.
АП: Zu Fuß muss man gehen, ja?
ЕЯ: Ja-ja-ja, und das muss man organisieren. Verständlicherweise, dass sich zu organisieren in dem Moment, wo weder Verbindung noch etwas gibt – das alles ist ziemlich problematisch. Diese Variante [mit der Ausreise über Russland] war bereits gereift, weil, na, alles. Im Dorf zu sitzen, wo alle wegfahren, niemand da ist, uns mit dem Großvater war bereits ohne Varianten. Deshalb wurde so eine Entscheidung gefasst. Nichts [den Großvater] fragend, [entschieden wegzufahren].
АП: Wie erklärten Sie dem Großvater, was geschieht, als der Krieg begann, als Sie gezwungen waren ohne Licht zu sitzen? Wie reagierte er auf das alles?
ЕЯ: Ja wissen Sie, irgendwie ging alles ziemlich glatt, weil der Großvater, sagen wir so, er ist sowohl hier als auch nicht hier. Er versteht manche Dinge, aber wohin dem Großvater erzählen, dass dort Krieg ist? Er überlebte bereits einen Krieg. Dem Großvater sagten sie – Licht gibt es nicht, alles. War so ein Problem: nachts ist das Licht ja ausgeschaltet, und er verlief sich. Gewöhnlich ist die Situation so: Licht gibt es, er geht irgendwohin, und ich liege im Bett, kann selbst nicht aufstehen. Bei mir, wenn was, ist die Fernbedienung, ich schaltete [ihm] das Licht ein. Na, er schaltete auch selbst ein. Aber als es kein Licht gab, war das ein Problem. Bei uns, es ergibt sich, am Ende des Frühlings, April-Mai, hatten wir 2,5 Wochen kein Licht. Dort war ein Problem, weil er sich nachts verlief. Diese Frage löste sich teilweise. Zwei Nächte waren schwer: er verlief sich irgendwo dort, dann [sagt]: „Schaltet das Licht ein, schaltet das Licht ein". Gewöhnlich rufe ich ja jemanden, aber als die Telefonverbindung weg war, rufst du ja nicht. Um 10 legte ich mich hin, und alles, und wir zu zweit bis zum Morgen. Na, [solcher Situationen] gab es nicht sehr viele, so orientierte sich der Großvater, sagen wir so. Gut gemacht in dieser Hinsicht. Es gab nicht so, dass er sich in der Wohnung verlief, fiel oder etwas solches. Alles normal in dieser Hinsicht ging es. Wir lebten im gleichen Rhythmus, wie wir lebten, im Großen und Ganzen.
Das Einzige, Lebensmittel – das war ein Problem. Bei mir waren bestimmte Vorräte. Anderthalb-zwei Monate hielten normal durch. Dann begannen unsere zu helfen – Wika, Tante Walja – etwas vom Garten [bringen sie], bis wir die Rente nicht erhielten. Das ist ja auch eine Epopöe, weil die Karte da ist, [aber] die Karte blockierte sich davor. Bei uns hoben sie unter Prozenten Geld ab, man musste entweder nach Swatowo oder nach Starobelsk fahren. Dorthin fährst du, dort zahlst du Prozent, meiner Meinung nach, 36 Tausend, etwa 30 Tausend, ich erinnere mich schon nicht [Anm. d. Red.: hier meint der Held höchstwahrscheinlich, dass eine solche Summe bei ihm auf dem Konto war]. Etwa im Bereich von 30 Tausend sammelte sich bei mir in einem halben Jahr Rente an. Ich erhielt auf die Hand 24 Tausend, 6 Tausend gab ich dem Vermittler, der das machte, das heißt abhob. Aber dann wurde es bereits leichter, das war bereits etwa Ende Mai — Anfang Sommer, Juni-Monat, meiner Meinung nach. So dass, was den Großvater betrifft – schwer zu sagen, niemand überredete jemanden. Es gibt so ein Wort „man muss". Ich verstehe, dass ich ihn nicht lassen kann, weil... Seine muss man ziehen, deshalb irgendwie so.
АП: Sie sagten, dass er den Krieg überlebte. Nahm er am Zweiten Weltkrieg teil oder war er...
ЕЯ: Ja.
АП: Das heißt er war in der Armee?
ЕЯ: Ja, er diente, er kämpfte an der Vierten Ukrainischen Frontlinie, begann den Krieg im 44., Kavallerie. Er kam bis zur Oder, beendete den Krieg bei der Oder. Unser Großvater lebt während seines zweiten Krieges.
АП: Aber wenn ich richtig verstand, sagten Sie ihm nicht, dass Krieg herrscht.
ЕЯ: Ja, und wozu? Er ist, sagen wir so, in sich – ein Kind von 4 Jahren, 3,5-4, [nur] Großvater. Bei uns dort waren unsere Probleme. Es ergibt sich, vor neun Jahren Tragödie: der Großvater, kurz, ging zum Markt, er hatte einen Schlaganfall. Er ging auf die Straße hinaus, kam zu einem bestimmten Ort, blieb stehen und steht. So alles, steht einfach, wie angewurzelt, und alles, kamen. Nachbarn riefen den Krankenwagen, der Krankenwagen kam, sie nahmen ihn nicht ins Krankenhaus mit, tropften ihn einfach zu Hause. Und in diesem Moment, als der Großvater genas, stirbt bei mir die Mutter und der Vater. Und so ergab es sich bei uns, dass ich ihn zu mir nahm.
АП: Geschah ein Unglücksfall?
ЕЯ: Bei mir beim Vater war ein Suizid. Und die Mutter dort, na, das Herz hielt nicht aus, ergibt sich, nach buchstäblich einer Woche...
АП: Und Sie nahmen den Großvater zu sich?
ЕЯ: Na ja. Den Großvater nahm ich, weil wohin? Bei uns war so eine Tragödie – überlegten, dass der Großvater nicht erfahren sollte, dass bei uns der Vater nicht da ist, dorthin-dahin, hoppla. Riefen an sagten. Der Großvater im Bewusstsein ja wie, dorthin-dahin, aber nach dem Schlaganfall so, interessant war. Er im Bewusstsein, dorthin-dahin, und was dort das... „Alles normal, — sage ich, — Großvater, alles, це так [Anm. d. Red.: „es ist so" auf Ukrainisch], — sage ich, — Mama fuhr Gips abnehmen, dorthin-dahin". Er so: „А коли батько приїде" [Anm. d. Red.: „Und wann kommt der Vater" auf Ukrainisch], — sage ich: „Später". Na, dorthin-dahin, dann bereits im letzten Moment sagten [dass der Vater gestorben war]. Na, er bereits dann so, er scheinbar und ja, aber scheinbar auch nein. [Ich] zur Beerdigung fuhr ich ihn. Er dann noch im Bewusstsein war in dem Sinne, dass er angemessen Dinge verstand. Und dann nach und nach, nach und nach, der Großvater mal das eine, mal das andere [vergisst, versteht nicht]. Es ergibt sich, etwa im Jahr 2017 stirbt bei ihm der Bruder. Dort war auch etwas Unverständliches, dort war auch ein Suizid. Was das war, ich bin nicht im Bilde. Ich fuhr nicht dorthin, weil ich mit den Verwandten von seiner Linie besonders nicht kommuniziere. Da stirbt er, [der Großvater] fährt [zur Beerdigung des Bruders], kommt, sage ich: „Großvater, was war dort?". Und der Großvater so – er scheinbar sowohl dort als auch hier. Sagt: „Ja weiß nicht, da etwas wie gestorben und alles". Etwas dort sagten sie, aber dem Großvater war bereits alles egal, ergibt sich.
АП: Aber dabei erholte er sich nach dem Schlaganfall physisch irgendwie, das heißt er konnte gehen?
ЕЯ: Der Schlaganfall war solcher Art – dort war höchstwahrscheinlich etwas mit dem Gedächtnis betroffen. Er ging nach diesem. Ich achtete ja nicht darauf, als ich ihn holte, [dann] schaue ich, und er kann auch mit der Zunge nicht alles. Na, er sprach normal so, angemessen mehr oder weniger. Aber die Zeit kommt ja... Diese fünf Jahre spielte ich mit ihm Schach und Domino, – das ist unsere liebste Beschäftigung, – und Fußball schaute er bei mir. Dann nach und nach, nach und nach... Wissen Sie, war ein Film irgendein, als ein Kind, sagen wir so, alt geboren wurde, und dann zum Lebensende jünger und jünger wurde.
АП: Benjamin Button.
ЕЯ: Ja-ja-ja, da ist die Serie, wo... Den Großvater beobachtest du, da ist er genauso, er irgendwo in die Kindheit. Zuerst wurde der Fernseher uninteressant, Schach spielten wir dann nicht mehr. Dort hatte er so einen unverständlichen Anfall irgendein. Und nach diesem nerve ich ihn ja nicht, belaste das Nervensystem nicht, versuche ihn von allen möglichen Stresses und anderem zu beschränken. Na, und so lebten wir.
АП: Sie haben sehr warme Beziehungen. Waren Sie immer so nah mit ihm?
ЕЯ: Ja. Es ergibt sich, das ist Mamas Papa. Ich bin ja der Lieblingsenkel, deshalb immer so, immer sehr.
АП: Erzählen Sie ausführlich, bitte. Sie sagten, Sie sind der Lieblingsenkel – irgendwelche, vielleicht haben Sie Geschichten, mit ihm verbunden, aus der Kindheit? Erzog er Sie?
ЕЯ: Ich ging bis zur dritten Klasse. Ging in die Schule, nach der dritten Klasse kam in die fünfte Klasse, bis Neujahr ging und hörte auf. Ich sehr oft bei Großmutter mit Großvater den ganzen Sommer [verbrachte], und im Winter holten sie mich nach Hause. Schule zu Hause war. Na, und überhaupt von Kindheit an in alle Abenteuer [verwickelte mich]. Der Großvater beschäftigte sich mit mir. Aus dem Kindergarten holten alle, aber er öfter. Er lehrte mich Schach spielen, und Karten, und alles andere. Und wohin auch immer, dort Großvater-Großvater, das ist ja...
АП: Sie sagten, dass bis zur fünften Klasse [gingen]. Dann wurden Sie krank oder begannen Sie einfach zu Hause zu lernen?
ЕЯ: Nein, wurde wie krank. Bei mir ist Muskeldystrophie – das ist eine erbliche genetische Krankheit. Sie hieß bei mir Muskeldystrophie Erb-Roth, das heißt juvenile oder so. Sie wird jetzt nicht auf solche Weise geschrieben, jetzt werden Dystrophien etwas anders bestimmt, jetzt lernten sie bereits konkrete Gene zu bestimmen, die, sagen wir dort, nicht funktionieren. Und in Verbindung damit stellen sie irgendeine Kategorie. Bereits konkret sagen sie, schreiben, welches Gen, welches was. So dass das einfach eine Regression war, sagen wir so. Bis zu einem bestimmten Alter ging ich, und dann alles schlechter-schlechter, begann einfach zu fallen. Meine [Näheren] begannen sich zu sorgen, dass ich dort irgendwo nicht umfalle. Ich mal irgendwo in der Schule falle, mal noch irgendwo. Und aufzustehen im Winter, nehmen wir an, war schwierig. Na, im Allgemeinen so etwas.
АП: Und der Großvater war neben Ihnen und auf jede Weise...
ЕЯ: Na, nicht ganz. Wir lebten getrennt, aber im Sommer ja, die ganze Zeit Großvater mit uns, Großvater zur Unterstützung, dorthin-dahin, kam zu Besuch. Als ich bei ihnen [mit der Großmutter] zur Unterkunft war, rang der Großvater mit mir. Mama arbeitet, Papa arbeitet, im Allgemeinen, ständige Bewegung. Deshalb [den ganzen] Sommer ja, er beschäftigte sich konkret mit mir. Er und die Großmutter.
АП: Was machten Sie noch? Sie sagten, er lehrte Sie Schach zu spielen. Welche anderen Beschäftigungen hatten Sie zusammen?
ЕЯ: Ja wir sind Liebhaber – er ist Liebhaber – er zog mich zum Fußball, ich war bis zu einem bestimmten Alter süchtig. Bei uns die Kategorie Dinamo-Kiew, das Charkiwer, Metallist, und dann das Kupjansker Lokomotiv. Das ist in der Priorität.
АП: Schauten Sie zusammen?
ЕЯ: Ja-ja, bei mir ist der Großvater so, leidenschaftlich in dieser Hinsicht. Er ist Liebhaber des Fußballs, er ist Liebhaber des Schachs, der Karten, er ist so ein Kamerad bei uns, Liebhaber. Und alles, was der Großvater weiß, das weiß auch ich. Vor der Schule spielten wir Schach, das heißt er lehrte mich. Und in der Schule ging ich irgendwo bereits, ergibt sich, meiner Meinung nach, in der ersten oder zweiten Klasse zum Schachzirkel und begann bereits selbständig zu spielen und zu praktizieren. Und ergab sich so ein Thema, dass bereits ich gewann, und er verlor. Wenn Karten – das ist sein Thema, dann Schach – das ist mein Thema. Na, das war cool.
АП: Und was war er früher?
ЕЯ: Der Großvater nach der Armee, als sie ihn demobilisierten, diente im Oblast Brjansk aus. Sie als Militärs, die kämpften, berührten nirgendwo besonders, sie standen dort einfach, erfüllten dort etwas, irgendwelche Aufgaben, halfen Offizieren, dorthin-dahin. Nachdem er demobilisiert wurde, das ist etwa... Das erinnere ich nicht, das ist [19]46 oder [19]48 Jahr, ihm halfen sie sich bei der Eisenbahn zu arrangieren. Er, meiner Meinung nach, versuchte noch irgendwo in der Zeche sich zu arrangieren, aber etwas dort klappte nicht. Er arrangierte sich im Depot als Gehilfe des Lokführers, aber davor arrangierten sie ihn als Heizer. Er fuhr als Heizer bestimmte Zeit, und dann war er das ganze Leben Gehilfe des Lokführers. Bereits als er in Rente ging, er mal dort, mal da [arbeitete nebenbei] – na, im Allgemeinen, so etwas. Mal als Müller in der Brotfabrik, mal als Wächter. Na, sie ohne Arbeit zu sitzen – nein, deshalb beschäftigte er sich mit etwas. Überhaupt fuhr er das ganze Leben als Gehilfe des Lokführers, zum größten Teil. Das sind Dampflokomotiven.
АП: Dann kehrte er bereits aus dem Oblast Brjansk in die Ukraine zurück?
ЕЯ: Oj, ich kann genau nicht sagen – das ist entweder Oblast Orenburg oder Oblast Brjansk, irgendwo dort. Ich erinnere mich jetzt einfach nicht. Bei mir war einmal eine fixe Idee: ich bewies meinem Nachbarn, dass bei uns an der Wolga in den [19]40er Jahren, als der Krieg war, [19]44-43., dort wütete die Malaria. Mir bewiesen sie, dass das nicht gibt. Mir kam [folgendes zu tun]: nahm des Großvaters Wehrpass und fand, wo er eingezogen wurde, wo sie ihn einzogen. Weder das Dorf noch die Stadt, in der er eingezogen wurde, gibt es bereits. Das war Oblast Stalingrad und irgendein Dorf oder etwas solches, das auch faktisch nicht gibt. Erinnere ich mich jetzt nicht genau, bei mir ist irgendwo der Wehrpass eingescannt. In dem Moment dort gab es wirklich Malaria.
Der Großvater, übrigens, überlebte dieses Ding. Auch interessanter Fall, das ganze Leben erzählte er. Er überhaupt war klein so, na, sehr kleiner Kamerad. Und als er unter Wolgograd geriet, fing er die Malaria. Und ihn schüttelte es, und schüttelte konkret. Und er sah aus, ich weiß nicht, wie ein Strohhalm. Aber dabei bei alledem in einem bestimmten Moment zogen sie ihn ja ein, aber er ist ja nichts. Sie nutzten sie, sie jagten sie, so verstand ich, zu inneren Aufgaben: irgendwo etwas bewachen, irgendwo etwas begleiten, irgendwo etwas fahren. Und in einem schönen Moment kommt entweder eine Zigeunerin das war, oder irgendeine Großmutter zu ihm, sagt: „Was, Liebster, ist das Malaria hier?", — „Ja" (undeutlich), sie sagt: „Und wo wohnst du?", — und sie standen in irgendeinem Weiler bei irgendeiner Kosakkin. Er sagt, dort und dort. Sie sagt: „(Geht dorthin? – undeutlich) Da musst du dies, dies, dies, trinkst, auf den Ofen, lass sie dich mit allem zudecken, was da ist, da, und das Ding geht vorbei". Und beim Großvater ging so die Malaria vorbei. Er dort Milch, noch etwas [trank], na, im Allgemeinen, ich erinnere mich schon nicht richtig, aber...
АП: Das heißt sie heilte ihn.
ЕЯ: Konkret. Man muss ja prüfen, ja. Tatsächlich wütete in diesen Orten wirklich Malaria. Der Großvater wird besonders nicht lügen. Anscheinend so eine Geschichte [war]. Das heißt sie heilten ihn real. Er sagt: „Bei Malaria ist der Trick welcher? 12 Uhr Tag, und dich beginnt es zu stürmen, und dir ist überhaupt schlecht, und dir ist überhaupt nichts". Er sagt: „Ich am nächsten Tag verschlief, erstens, unverständlich wie viel. Bereits gegen Mittag wache ich auf, dorthin-dahin, suche, weder das, — sagt, — 12 Uhr, und mich schüttelt es nicht". Er buchstäblich, sagt, in etwa drei Wochen, einem Monat aß er sich satt. Und er ging dann bereits an die Frontlinie.
АП: Das heißt sie heilte ihn, ergibt sich.
ЕЯ: Ja, konkret. So eine Geschichte war.
АП: Wahrscheinlich ist er deshalb so stark, überlebte so viel.
ЕЯ: Der Großvater bei uns ist nicht besonders stark, er bei uns ist so – kaltes Wasser trank, und alles, Angina oder etwas solches. Aber so überhaupt ist er, sagen wir so, munter.
АП: Nachdem Sie bereits in Deutschland waren, wie richteten Sie sich dort ein, wie richteten Sie ihn ein, wie lebten Sie sich überhaupt ein?
ЕЯ: Lebten uns ungezwungen ein. Hier sorgen sie für mich, für ihn auch, das heißt da normal. Kamen an, nichts solches. Sie füttern uns, sie tränken uns. Der Großvater lebte auf von dem Moment, als er nach Woronesch wegfuhr. Warum – zu Hause sind wir allein, zu zweit, alles graugrau, Fenster den größten Teil des Tages geschlossen, dorthin-dahin. Unser Großvater in letzter Zeit wie dieser, Spatz, nährte sich, aß: „Das will ich nicht" – zwei Löffel aß – „das will ich nicht". Kamen nach Woronesch an, und dort Menschenmenge, alle setzen sich an den gemeinsamen Tisch.
АП: Das war irgendein Haus, oder wo hielten Sie sich dort auf?
ЕЯ: Wir überschritten die Grenze mit so einer Menge: ich, Großvater, Sergejtsch, Tante Walja, Wikas Mutter, Wika, ihre Kleine, Großmutter Schenja und Tante Lida. Das ist unser solcher, wie unser Kagal [Anm. d. Red.: jiddisches Wort für Gemeinde]. Und uns von der Grenze Russlands, von Tschertkovo, holte der Pastor der Woronescher adventistischen Gemeinde ab. Sie kamen mit zwei Autos und holten uns ab. Luden ein, stopften alles hinein. Wir dort mit Sachen, mit allem auf der Welt. Bei mir, beim Großvater gibt es besonders nicht viele Sachen. Ich das Einzige nahm meine Laptops mit und Werkzeug, womit [man den Laptop] reinigen [kann]. Na, auf jeden ja je Tasche, und so ergab sich ordentlich. Und im Allgemeinen, sie holten uns ab.
Um 7 Uhr fuhren wir von Kowscharowka weg, etwa um 12 Uhr, plus-minus, etwa um ein Uhr [nachmittags] waren wir bereits an der Grenze zu Russland. Das heißt „Volksrepublik Luhansk", „Volksrepublik Donezk" passierten Posten und gelangten an die Grenze zu Russland. Das ist etwa um zwei [Uhr nachmittags], na, eine Stunde plus-minus. Dort passierten wir die Grenze. Die russischen waren fröhlicher Grenzbeamte, Offizier, ihrer zwei, ziemlich loyal verhielten sie sich. Wir kommen zu dieser Bude, in die man Sachen zur Kontrolle werfen soll. Er [Offizier] sagt: „Hör zu, komm hierher zu mir", — na, in dem Sinne brachten sie mich dort im Rollstuhl heran, er fragt: „Was ist hier?", — ich erzähle ihm, er schreibt. „Was ist hier?", — erzähle. Bei mir dort mal eine Technik, mal eine andere. Dort war ein Modem, Router, na, im Allgemeinen, so allerlei, was nötig ist. Und er so wie sagt: „Okay, siehst du den Platz, dorthin, — sagt, — trage, trage alles durch, kurz". Und alles, das heißt sie kontrollierten nicht einmal absolut, verhielten sich loyal. Den Großvater sehen sie, dass wir als Menge gehen, kurz, und sie ließen ziemlich loyal durch, schnell. Wir passierten die Grenze.
Dort war noch ein Zwischenfall mit dem Großvater. Der Großvater bei uns ging dann überhaupt weg. Kurz, welche Situation. Passieren die Grenze, alles normal. Sie begegneten uns, Pastor, Michail, sagt: „Jungs, lasst uns so: da dort Aufnahmepunkt des Katastrophenschutzes, dort an der Grenze richteten sie zwei Zelte ein. Dort kann man sitzen, Tee [trinken], so allerlei, Instant-Nudeln [aufbrühen]". Und wir kamen alle als Menge dorthin, tranken Tee, aßen Instant-Nudeln, dorthin-dahin, tränkten mit Tee. Ich ging weg, kehre zurück, mir sagt Tante Walja: „Dem Großvater ist schlecht". Schaue ich, und der Großvater ist nichts, der Großvater einfach in konkreter Ohnmacht, in Ohnmacht. Und er da das, einen Kilometer zu Fuß, ja, einmal brachten sie, einmal verlor er bereits das Bewusstsein. Und er dort verlor konkret das Bewusstsein. Das Gefühl, natürlich, unbeschreiblich. Unsere sagen: „So, schaut, wir rufen jetzt den Krankenwagen, fahren mit dem Großvater ins Krankenhaus, und ihr sammelt euch und fahrt zum Punkt der Umgruppierung oder wie er heißt".
АП: Das sagt Ihnen der Pastor?
ЕЯ: Ja. Wika fuhr mit dem Großvater hinter dem Krankenwagen und sie fuhren. Der Krankenwagen kam, den Großvater nahmen sie mit, und er ist nichts von dieser Aufregung – er ging lange ja nicht. Und es ergibt sich, er schlief einfach ein, konkret schlief ein. Aber schlief auf solche Weise ein, dass du ihn überhaupt nicht [aufweckst], überhaupt keine Reaktionen. Ich dachte, alles bereits, der Großvater stirbt dort. Und mich stopften sie in den Bus, in den PAS, und sagen: „Fahrt dorthin". Bei mir Gefühle so, wie zur Beerdigung fährst du. Denke: „Normal saßen zu Hause, brachte den Großvater weg, kurz". Und er ja so, Bus PAS – bei mir so Gefühle, dass Menschenmenge, wie von der Beerdigung (solche Busse werden oft benutzt, wenn man Verwandte zum Friedhof bringen muss). Na, Gott sei Dank, alles ging gut. Sie brachten ihn weg, und bei ihm fiel der Blutdruck. Er lief herum, und es ergibt sich, dass er davor aufgeregt war: „Mir nach Hause, wohin fahren wir, wozu brauche ich das alles". Nach diesem wachte er im Krankenhaus auf, ihm gaben sie eine unterstützende Herzspritze. Im Allgemeinen schauten, stabilisierten ihn. Und wir holten ihn bereits gegen Abend ab – etwa um 8 Uhr war es abends.
АП: Das heißt Sie schickten sie in dieses Haus, wo sie Sie unterbrachten, und mit dem Großvater fuhr...
ЕЯ: Schauen Sie, brachten nicht unter. Ich weiß nicht, ich erinnere mich nicht, wie das heißt, – Zentrum der zeitweiligen Unterbringung, etwas solches. Dort tränkten sie mit Tee, dort gibt es, wo sich unterbringen, kurz. Uns schickten sie dorthin, damit wir dort einfach abwarten, weil das ja man musste den Großvater dorthin-dahin. Wika ruft an, sagt: „Alles, der Großvater ist munter, normal ihm, sie spritzten ihn". „Alles" – sagt, – „erholte sich, wir kommen bald". Um 8 Uhr abends kamen sie.
Schaute auf den Großvater – der Großvater so nichts. Na, so, na, konkret müde. Wir hüllten ihn im Auto ein, deckten zu. Wir fassten den Entschluss, dass wir weiterfahren. Setzten uns ins Auto. Davor tranken wir Tee in diesem Punkt der Umgruppierung. Setzen uns ins Auto und fahren nach Woronesch von diesem Tschertkovo. Erinnere den Namen des zweiten Pastors nicht, Michail erinnere ich. Kurz, sie kauften uns zu essen: Brötchen, Joghurt, noch etwas dort kauften sie. Wir zogen [mit dem Auto] und etwa um ein Uhr nachts, vielleicht später, kamen wir zur zweiten Woronescher adventistischen Gemeinde an. Dort warteten sie auf uns, stellten Klappbetten auf, und wir fuhren als Menge ein. Der Großvater nichts. АП: Es war beängstigend, als es Opa schlechter ging?
ЕЯ: Sehr.
АП: Woran dachten Sie in dem Moment?
ЕЯ: Und in dem Moment dachte ich an nichts. Die Tränen stiegen auf, ich dachte wirklich daran, dass wir zu Hause gesessen hätten – dann wäre nichts passiert. Und du verstehst, dass es sein muss, und du verstehst, dass es das ist. Und so ein Gefühl, als hättest du wirklich einen Menschen begraben. Diese Zeitspanne, als dort das [Opa war im Krankenhaus], du sitzt drei Stunden da, weißt nicht, was du tun sollst. So eine Niedergeschlagenheit. Zu Hause, wie man sagt, ist alles dein, und die Wände beschützen.
АП: Aber dabei verstanden Sie, dass Sie trotzdem wegfahren mussten?
ЕЯ: Ja, ohne Fragen, da gibt es keine Fragen. Hier schummeln alle. An unserer Grenze, bevor wir zum Kontrollpunkt gingen, war ein Offizier. Und wir hatten ja außer Opa noch Vikas Tante, und Vikas Tante ist 87 [Jahre alt], und sie ist überhaupt nicht bei sich. Oma geht auch, aber sie ist erstens fröhlicher als Opa.
Opa geht bei uns schlecht die letzte Zeit nach dem Krankenhaus, nach Covid. Er ging bei mir zu Hause ohne Stock, ohne nichts, normal: er bückte sich, lief. Und nachdem er zwei Wochen im Krankenhaus gelegen hatte, hörte er auf zu laufen. Zur Toilette [im Krankenhaus war es] weit, sie stellten ihm eine Biotoilette im Krankenhaus auf, und so, alles, normal. Er gewöhnte sich daran, dass er nicht weit gehen musste. Nach Hause gebracht, und er wackelt kaum noch. Na, unsere Brüder und Schwestern – da bekommst du diese Gehhilfen und alles andere nicht schnell organisiert – sie schenkten uns Gehhilfen, gaben sie zeitweise. So kam er mit ihnen hier nach Deutschland.
Und sie [Vikas 87-jährige Tante] ging selbst. Und sie, während wir dort alle Sachen schleppten – Vika, Sergeich und andere tragen die Sachen hin und her – und diese Oma, sie [geht] hin und her. Dort [war] ein Transformatorenhäuschen oder so. Da kommen Offiziere: "Warum passen Sie nicht auf die Oma auf, hier ist ein behördliches Objekt, hin und her". Und ihre Schwester sagt so: "Sie wird dort nichts machen, sie geht dort nur herum". Und er sagt zu ihr so: "Und warum schleppt ihr euch mit solchen Alten ab?"
АП: Das war ein russischer Grenzbeamter?
ЕЯ: Das war irgendein Grenzbeamter dort. Ich kochte dann vor Wut und sage: "Wir wären hier wahrscheinlich nicht gefahren, wenn wir nicht Krieg hätten und zu Hause weder Strom noch Wasser noch Gas wären". Ihn ließ es dann los, weil dort die Situation so war – Tag, Hitze, in dieser Hitze ein Haufen Leute, über hundert Menschen. Ich fahre ihn an, mich hatte ja schon alles genervt, weil die Oma ihn stört. Und fing an zu fauchen. Danach sagte er nichts mehr. Er ging in seinen Kontrollpunkt, brachte zwei Stühle und setzte dann sowohl meinen Opa als auch diese Frau Ljuba hin.
АП: Das waren russische, ja, Grenzschützer?
ЕЯ: Das war ein russischer Grenzschützer. Aber die Sache ist die, dass er dort allein war, er stand am Empfang. Ich sage ja: die, die drinnen waren, Offiziere, eine Frau und ein Mann, sie verhielten sich ziemlich loyal zu allen, deshalb keine Fragen. Dort war zwischen dem Kontrollpunkt, wenn man die Straße hinuntergeht, ein Lugansker Grenzschützer. Wir fuhren ja so hinüber: auf mir hängt hinten der Rucksack, vorne die Tasche auf dem Kinderwagen. Na, im Allgemeinen dort eine Tasche von allem, noch etwas legten wir drauf, ich erinnere mich nicht mehr, was. Aber fahren war ziemlich schwer, und den Hang hinunterzufahren ziemlich schwer. Irgendein Bursche dort auch von den Lugansker Grenzschützern, irgendein Gefreiter dort half auch, brachte [uns] hinunter. Das heißt, hier war alles relativ loyal in dieser Hinsicht. Ich sage ja, wenn man diesen Moment mit den russischen Grenzschützern nicht beachtet, wie sie Vika dort schikanierten am Kontrollpunkt, dann gingen wir sozusagen ohne Probleme durch. Obwohl dort Leute sagten, sie stehen lange, können überhaupt bis zu einem Tag stehen. Wir kamen, sozusagen, mit wenig Verlust durch: Opa verlor zweimal das Bewusstsein, und wir befanden uns, sozusagen, an einem mehr oder weniger sicheren Ort.
АП: Und Opa mit der Gehhilfe ging also die ganze Zeit?
ЕЯ: Und anders geht es nicht, es gibt keine Varianten. Ich war blöd, ich nahm [ihm keinen Rollstuhl mit]. Bei mir zu Hause gibt es einen Straßenrollstuhl und einen Wohnungsrollstuhl, na, Hausrollstuhl, gewöhnlicher Aktivrollstuhl [Anm. d. Red.: Rollstuhl für aktive Fortbewegung]. Dort war ja Aufruhr zu Hause, man musste sich sammeln, sammelt euch. Ich denke – muss zwei Rollstühle nehmen. Einer lässt sich zusammenklappen, und der zweite für alle Fälle – na, ging nicht [zu nehmen], kurz gesagt. Er [anscheinend der Fahrer – Anm. d. Red.]: "Hier ist kein Platz zum Hinlegen". Aufruhr, und du entspannst dich irgendwie und nahmst nicht mit. Es wäre toll gewesen – der zweite Rollstuhl hätte Opa gut getan und so weiter. Wenn Aufruhr ist, ist es immer so. Die Jacke ließ ich zurück, das ließ ich zurück, zum Glück war es heiß an dem Tag. Am 21. September war solche Hitze in Richtung Rostow, ganz konkret dort – Tschertkovo, Melovoe. Dort war es ordentlich heiß.
АП: Sie erzählten, dass Sie nach Woronesch kamen und Opa dort buchstäblich auflebte, anfing, irgendeine Aktivität zu zeigen.
ЕЯ: Ja, in welcher Hinsicht. Wir kamen dort in die Gemeinde, man brachte uns für die Nacht unter. [Wir] wie Zigeuner: dort ein kleines Häuschen, wir besetzten dort alle Schlafräume, den zentralen Saal. Und sie fingen an, uns eine Wohnung zu suchen. Und dort ein Pastor, [...] er gab uns zeitweise sein kleines Häuschen mit vier Zimmern – ziemlich normal. Und uns brachten sie am selben Tag buchstäblich zum Abend, schon am 22., dorthin. Und Opa ist zu Hause ja allein, na, ich – na, was schon, wir aßen, hin und her, unterhielten uns, unterhielten uns nicht, wir sind dort in unseren Zimmern und beschäftigen uns noch mit etwas anderem. Na, im Allgemeinen so, nicht aktiv. Und hier viele Leute, alle an einem Tisch, Opa lebte etwas auf, war fröhlicher.
АП: Versuchte er irgendwie mit allen zu kommunizieren?
ЕЯ: Er ist bei mir so, nicht besonders, sagen wir mal, kommunikativ. Aber er fühlte sich viel fröhlicher. Das ist merklich. Alter Mensch, er hat dort seine eigenen Angelegenheiten.
Dort Späße – einer nach dem anderen. Wir beschlossen, Opa zu rasieren, kurz gesagt, weil er zu Hause zugewachsen war. Und womit rasieren, es gibt keine Maschine. Unser Sergeich, das ist sein Auto, na, mein Freund, der mit uns hierher kam, er hat einen Rasierer, Rasierklinge. Zu Opa sagen wir: "Opa, gehen wir, werden uns rasieren". Dort so ein Zirkus, Opa: "Rasiert mich nicht, ihr sollt mich nicht rasieren". Ich weiß nicht, was dort funktioniert. Na so was, das waren Späße.
АП: Gelang es dennoch?
ЕЯ: Nein, dort, wenn er nicht wollte, dort zu streiten – das ist zusätzliche Hysterie. Ich versuche loyal zu sein – er will nicht, er hat seine Sicht, hin und her. Na, zu Hause schnitten wir mit der Maschine, zu Hause war bei uns alles normal. Ein Haufen Fotos – du schneidest ihn normal. Und hier sah er die Rasierklinge, sagte nein-nein-nein. Was er dort meinte, weiß ich nicht.
АП: Das wirkte im Unterbewusstsein, anscheinend irgendeine Sache.
ЕЯ: Ja, so rasiert mich nicht. Na, im Allgemeinen war das so. Es gab Wunder.
АП: Wie erging Ihnen die Fahrt nach Deutschland?
ЕЯ: Die Fahrt nach Deutschland – das sind zwei Teile, zwei Epen. Als sie uns abholten, war so ein regnerischer Tag. Freiwillige holten uns ab. Es war irgendwie verwunderlich – uns begleitete ein Mädchen in Katastrophenschutz-Uniform. Na, alles so unverständlich, aber ziemlich cool. Sie kamen nach Stary Oskol, holten von dort das Mädchen Anja ab. Sie ist aus Balakleija, sie ist Krankenschwester, arbeitete, ging zur Arbeit, und in dem Moment schlug es ein. Sie hat eine Splitterwunde, sie schickten sie nach Kupjansk, in Kupjansk stabilisierten sie sie, schickten sie nach Bjelgorod. Soweit ich verstand, machten sie dort eine Operation, aber sie geht immer noch nicht. Sie hat Splitter in der Wirbelsäule. Meiner Meinung nach holten sie etwas heraus, etwas nicht. Und da holten Freiwillige sie ab und dann uns. Und wir fuhren normal nach Smolensk. Obwohl dort Opa zu fragen versuchte, wohin wir fahren: "Jungs, ich nach Hause, ich nach Kurilovka, da ist Kurilovka". Aber dann irgendwie nichts. Nach Smolensk [fuhren wir] in einem Tag. Wir fuhren etwa um 12 ab, plus-minus, ich erinnere mich nicht genau. Und buchstäblich zum Abend, um 10 Uhr, waren wir schon in Smolensk. Normal. Diesen Teil des Wegs jammerte Opa nicht. Opa wurde gefüttert, der Fahrer, dieser von den Freiwilligen auch, seine Mama gab ihm für den Weg etwas Fleischiges mit. Opa legte dort zu, Opa gefiel diese Sache. Kamen normal an, fröhlich, sagen wir mal.
АП: Sie fuhren mit dem Auto?
ЕЯ: Ja. Die Freiwilligen fragten, wie euch transportieren, sagen: "Da ist der Zug", – ich sage: "Zug normal, nicht ganz", – sie sagen: "Opa passt nicht rein?", – "Nein, – sage ich, – Opa passt rein, aber ich passe nicht rein, mich müsste man irgendwie interessant schleppen", – weil, na, Rollstuhl, hin und her, das ist entweder ein Waggon mit Aufzug oder noch etwas, na, im Allgemeinen spezifisch. Und Opa kann ja, steigt ein, steigt aus. Na, mit Problemen, aber trotzdem fröhlicher.
Und da schickten sie ein Auto, kurz gesagt. Das war eine Reise mit einem Auto von hier bis Warschau. Es stellt sich heraus, der erste Tag, na, ziemlich normal, für mich war es interessant. Du sitzt, ständig neue Orte, etwas ändert sich. Opa ist das eine Last, aber er schlief die Hälfte des Weges, die Hälfte des Weges versuchten wir ihn zu füttern, hin und her. Er ertrug es normal. Schon von Smolensk nach Brest war alles nichts, aber dort waren Nuancen. Die Grenze passierten wir lange, dort war es heiß, und er [Opa]: "Jungs, ich will nach Hause, was sitzen wir hier". Und dann war dort eine Nuance. Wir fahren von Smolensk ab, bis zur Grenze mit Weißrussland ist es nicht weit. Wir standen lange an der Grenze, dort prüften sie unsere Pässe. Opa prüften sie nicht, aber meine, Sergeichs, Anjas Dokumente prüften sie ziemlich lange. Und dann buchstäblich 15 Minuten an der weißrussischen Grenze stellte Fahrer Boris die grüne Karte aus, und alles. Und buchstäblich die ganze restliche Zeit – das ist die Reise durch Weißrussland, das heißt, wir fuhren nirgendwo hin, einfach über die Autobahn, über die Autobahn ständig, Felder-Felder-Felder.
Wir kamen nach Brest. Und dort fing Opa schon an, sich konkret... Ihm war schlecht, ihn schüttelte es. Dort noch so ein Spaß: wir kamen nach Brest, Anja setzten wir irgendwo dort am Stadtrand ab, und uns blieb dort bis zum Ort, wo wir übernachten sollten, na, ein bisschen [Anm. d. Red.: weißrussisch für "ein wenig"]. Und dort gab es irgendeinen Fehler. In Brest gibt es zwei Dörfer Seja... ich vergaß den genauen Namen, ich habe es irgendwo aufgeschrieben.
АП: Mit dem gleichen Namen?
ЕЯ: Noch einmal?
АП: Mit dem gleichen Namen?
ЕЯ: Ja-ja-ja, genau das gleiche. Wobei eines von ihnen an der Grenze zur Ukraine, buchstäblich dort in der Wildnis [Anm. d. Red.: im Ukrainischen "in der Einöde"], das heißt wilder Wald, kein einziger Hund, keine einzige Katze, verfallene Häuser, na, unheimlicher Ort. Und das zweite im Zentrum. Wir setzten Anja ab, und wir... Boris gab den Punkt [in den Navigator] ein, und es stellte sich heraus, dass dieser Punkt etwa 60 Kilometer von Brest entfernt war. Na, wir normal, er fährt uns ja, uns ist es ja egal. Etwa 10 Uhr abends, wir fahren in dieses Dorf. Wir kommen in dieses Dorf, und dort ist überhaupt niemand da. Wir waren faktisch irgendwo an der Grenze zur Ukraine, direkt dort, meiner Meinung nach. Ich schaute, dort etwa fünf Kilometer oder sogar weniger. Kamen dorthin, und es stellt sich heraus, dass nicht dorthin – kurz gesagt, wir müssen wieder zurück. Und Opa ist ja schon gar nicht mehr da, Opa ja so schon: "Jungs, Jungs, alles, ich brauche schon nichts mehr, wohin fahren wir, wie lange werden wir noch fahren". Na, kamen an.
Wir kamen etwa um 12 Uhr nachts nach Brest zu einer Familie von Freiwilligen. Und dort gab Opa natürlich Ärger, war unangenehm. Er streitet, zankt: "Aus dem Auto steige ich nicht aus, was macht ihr mir das, was macht ihr mir das", – führten hinaus, überredeten, führten ins Haus. Das Haus frisch renoviert, überall alles in Glas, Spiegel. Familie, Paar, Pascha, Olesja, sie haben drei Mädchen, alle noch klein. In dem Moment war [zu Hause] Olesja. Opa weckte konkret auf. Peinlich. Opa schreit bei uns. "Komm, zieh aus, – sage ich, – die Jacke", – "Wozu, werde ich nicht". So war er eben, er bekam einfach konkreten Stress. Es war Aufruhr, Freiwillige riefen den Krankenwagen, Krankenwagen kam, sagten: "Wir werden so einem Opa nichts spritzen. Wir spritzen ihm jetzt Beruhigungsmittel, er wacht morgen nicht auf, wir werden nichts spritzen". Sagen: "Gebt ihm etwas Schonendes". Danke den Freiwilligen, sie suchten um 12 Uhr nachts bis zwei Uhr nachts dieses schonende Schlafmittel. Wir gaben. Infolgedessen schlief Opa im Auto, weil dort war es leichter.
АП: Im Sinne, er bat ins Auto zu gehen, oder Sie brachten ihn dorthin...
ЕЯ: Ja. Wir [brachten] ihn nicht dorthin, er stieg dort ein und von dort aus alles, sagte nein-nein-nein. Er hat Stress...
АП: Aus der Wohnung ging er dort ins Auto?
ЕЯ: Ja, na weil Aufruhr. Die Hausherrin, Mädchen mittleren Alters: "Opa, ziehen Sie die Jacke aus, jetzt werden wir schlafen gehen", – "Gebe die Jacke nicht her, du stiehlst sie", – und alles, und ich weiß nicht, woher das kommt, was dort. So einen Aufruhr [gab es früher] nicht. Das ist konkreter Aufruhr einfach. Na, er ist nervös, er versteht nicht, wohin er fährt, er weiß nicht, was sie mit ihm machen, hin und her. Das alles spielte mit.
АП: Wie beruhigten Sie ihn, wie unterstützten Sie ihn überhaupt?
ЕЯ: Er beruhigte sich selbst. Die Tabletten brachten die Freiwilligen, Sergeich gab ihm Tabletten. Er trank, trank Tee, sagte: "Alles, rührt mich nicht an". Und Boris sagte: "So, soll Opa im Auto sitzen", – zum Glück Auto Toyota, zum Glück Auto mit Heizung. Wir ließen ihn dort, und er richtete sich dort normal ein, döste, und schon gegen 8 Uhr morgens war Opa normal. Das heißt beruhigte sich, sagen wir mal. Da führten wir ihn ins Haus, Olesja fütterte, dann legten wir ihn hin, er döste bis drei, wurde leichter in dieser Hinsicht.
Das war der erste Aufruhr, und dann mussten wir natürlich die Grenze nach Polen überqueren, dort auch ihre Nuancen. Wir kamen mit Opa kaum hinüber. Die Freiwilligen – das stellten sich Baptisten heraus, gläubige Menschen, und ziemlich gut alles, ziemlich verständnisvoll. Sie hielten konkret durch. Die Kleinen schliefen nicht, gegen ein Uhr nachts, zwei Uhr nachts, dem Kind drei Jahre, und das alles, das heißt ständiger Aufruhr. Aber trotzdem verhielten sie sich sehr-sehr loyal zu uns. Ihnen großen Dank. Das war Aufruhr, dann einen Tag so, wir verbrachten normal, und uns schickte dieselbe ihre Gemeinde [weiter]. Dort zwei Fahrer, sie holten uns zur Grenze nach Polen. Wir passierten dort normal scheinbar, das einzige, wieder dauerte es lange.
Wir fuhren um 9 Uhr abends zur Grenze ab, gegen 11 waren wir schon dort, gaben schon alle Dokumente ab. Opa fragten sie: "Opa, willst du nicht zur Toilette?", – Opa: "Nein, war, alles, nein", – na, sie führten ihn zur Sicherheit hinaus. Ja, alles, war. Alles, passierten die Weißrussen, weißrussische Grenzschützer, fahren auf die Brücke zwischen Polen und Weißrussland, und wir blieben dort bis vier Uhr stecken. Und Opa dort die ganze Zeit: "Ich muss zur Toilette". Und dort so: bist draußen auf der Brücke, und alles, und dich schicken sie einfach zurück.
АП: Das heißt, das ist die Zone zwischen den Grenzen, diese neutrale?
ЕЯ: Ja-ja-ja. Und dort darf man nichts machen, dort darf man nicht gehen. Na, echter Aufruhr, es stellt sich heraus, das bis vier Uhr. Dann scheinbar fing Bewegung an, er beruhigte sich etwas. Bewegung ab vier oder ab fünf Uhr morgens, stellt sich heraus. Wir gingen zur Grenze, er beruhigte sich. Das heißt nirgendwo muss er hin, nichts braucht er, nichts werden wir, alles normal. Passierten die Grenze sehr schnell, dann Überprüfung der Pässe, dort verzögerten wir uns auch, stellt sich heraus, noch etwa zwei Stunden.
АП: Das ist, nachdem Sie schon die Grenze passiert hatten, gab es noch eine, ja?
ЕЯ: Dort stellt sich so heraus: an der Grenze überprüften sie unser Auto, nahmen Dokumente zur Überprüfung. Der Grenzschützer fragte Opa – ich sage: "Ich bin der Enkel, spreche für ihn". Sagt: "Opa überquert zum ersten Mal die Grenze?", – ich sage: "Ja". Mit ukrainischem Pass – Opa hat einen Binnenpass – er passierte zum ersten Mal. Bei Sergeich, meinem Freund, der uns half, hat er auch so einen Pass, ukrainisch einfach, und bei Opa dasselbe. Und anscheinend hielten sie sie einfach bis zur Überprüfung zurück. Ab 5 Uhr morgens buchstäblich 15-20 Minuten überprüften sie das Auto. [Sagen]: "Alles, frei, fahrt, aber die Pässe, fahrt zum Parkplatz und wartet". Und noch zwei Stunden. Opa saß noch, wahrscheinlich 20 Minuten, und los: "Ich zur Toilette, was macht ihr das, wie lange denn noch", – das war konkret, dort kannst du schon nichts mehr machen.
АП: Wie Sie, was sagten Sie ihm, wie ertrugen Sie das alles überhaupt?
ЕЯ: Ja ziemlich interessant. Überredeten und alles. Wir überreden: "Opa, sitz", – "Fahrer, Genosse Fahrer, was macht ihr hier, ich steige aus", – "Opa, geht nicht", – "Ich mache es dir jetzt hier", – sagt: "Opa, sitz", – so war das. Na, ziemlich schwierig. Wenn, sagen wir, ich verstehe, dass man sitzen und sich nicht rühren muss. Sitzen auch, in meinem Fall lange sitzen. Wieviel stellt sich heraus? Wir fuhren um 9 Uhr ab. Du sitzt und sitzt – das ist ermüdend, aber du verstehst, dass es so ist, so muss es sein. Na und Opa, er ist ja ein Kind, ihm kannst du es nicht erklären. Na, Gott sei Dank gingen wir das alles durch.
Es ist wie kumulativ dann. Wir gingen das durch, kamen nach Warschau, Freiwillige brachten uns in einen Punkt unter, meiner Meinung nach heißt er "Mudita". Das ist in Warschau ein temporärer Unterbringungspunkt für Invaliden. Sie nahmen uns dorthin, aber sagten: "Wir hätten dich nicht genommen, Sheka, wenn wir dich angeschaut hätten, [wenn wir] gewusst hätten, was uns erwartet", – in dem Sinne, dass man mich ja aufs Bett setzen muss, vom Bett, und so weiter. Damit war konkrete Anspannung. Aber dennoch fanden sie Freiwillige, die halfen umzusetzen, ziemlich alles normal.
Opa benahm sich dort nicht sehr gut, weil Stress, weil Ortswechsel. Er läuft bei uns nachts ständig irgendwohin, stört allen. Und das sind Zimmer zu sieben Menschen im Zimmer, und dort, stellt sich heraus, solche Zimmer, meiner Meinung nach vier. Sie sind irgendwie lokal gemacht, und, stellt sich heraus, wenn du dort irgendwo gehst und nachts raschelst, dann hören das alle, und alle schlafen natürlich nicht. Danke den Zimmernachbarn für ihre Geduld, so dass wir das irgendwie überlebten. Das war natürlich...
АП: Lebten Sie dort lange?
ЕЯ: Ich sage nicht genau, ich vergaß einfach. Ich einen Tag weniger als alle anderen, na, im Sinne Opa und Sergeich. Ich hatte einfach in Warschau einen Freund, und er holte mich einfach für einen Tag zu sich nach Hause. Das ist bei Warschau. Wir durchstöberten Warschau einen Tag oder zwei. Etwa fünf Tage insgesamt. Stellt sich so heraus, dass wir ankamen, anderthalb Tage blieben, am Samstag holten sie mich ab und brachten am Sonntag zurück. Ich erinnere mich nicht genau, das war Dienstag oder Mittwoch – an einem der Tage holte uns der Besitzer dieses Hauses ab, sagen wir mal, Altersheim oder Pflegeheim. Er holte uns dann schon hierher nach Deutschland. Und so, Aufruhr in dieser "Mudita" war, wir stressten, und so... Dann wurde es etwas leichter. Ein Monat natürlich Stress, Opa machte bei uns Aufruhr: nachts muss er bei uns gehen, Stiefel anziehen, so was war. Dann wurde es etwas leichter, jetzt ändert sich das periodisch so. Irgendwie so.
АП: Was half Ihnen, sich in dieser ganzen Situation zu halten und alles zu ertragen, was passiert? Das ist doch sehr schwer so...
ЕФ: Ablenkung, höchstwahrscheinlich. Ich bin ein gläubiger Mensch, in dieser Hinsicht gibt es gewisse Unterstützung. Du weißt, dass nicht alles einfach so ist, du kennst die Natur der Dinge – es gibt böse Kräfte, gute. Hoffnung auf Gott, sie stützte, Unterstützung von Sergeich, Freunden, die es dort gibt. In Warschau holte ein Freund ab, so ein entspannender Tag entstand. Sagen wir mal, das ist wie ins Museum gehen. Er führte mich durch Kirchen, er führte mich durch Warschau, führte mich (unverständlich – Anm. d. Red.), an dem Tag, am Samstag, dort drehten sie irgendeinen Film über Deutsche. Dort Spaß, wir erlebten diesen Moment, als es scheinbar alles traurig war: sie hängen Menschen auf, sieben Menschen. Aber wir, die Sache ist die, dass wir etwa acht Wiederholungen sahen – das ist lustig. Eigentlich hören sie auf, hängen sie wieder auf. Von der Seite eine Menschenmenge, das ist alles ziemlich interessant. Dann waren wir auf einem Konzert. Mein Freund, er lebt, Grodzisk heißt die Stadt, meiner Meinung nach, bei Warschau. Und dort war bei ihnen Tag der armenischen Musik. Und wir feierten dort noch bis zum Ende des Tages. Im Allgemeinen so ein ziemlich lustiger Tag. Interessant alles, du gehst durch alles so Neue, alles so ruhig. Cool. Da saßen wir am Brunnen, da noch etwas.
АП: Ablenkung.
ЕЯ: Ja-ja-ja, mir ist es in dieser Hinsicht leichter.
АП: Sie erzählten von Filmaufnahmen. Mir fiel auf, dass dort irgendeine Hinrichtungsszene war, und Sie sagten, dass das für Sie lustig war. Für Sie war das kein Trigger?
ЕЯ: Ein Trigger nicht. Na, die Sache ist die, dass es so ein Begriff gibt wie Film. Wenn du das dort irgendwo empfindest, verstehst du nicht, assoziierst du das nicht mit dem, was einmal geschah. Bei mir das Begriff Krieg, das Begriff, dass Krieg geht, wenn du zu Hause sitzt in einem neunstöckigen Haus im ersten Stock, wenn dort irgendwo einschlägt, das ist ziemlich unheimlich, aber du empfindest es nicht. Beängstigend war, als über uns etwa sechs HIMARS abgeschossen wurden. Das ist Mitte Sommer, ich erinnere mich nicht genau, ich sage hier nicht mit Daten. Unsere versuchten die Verteidigung der Russen zu durchbrechen, und das war ein ziemlich interessanter Tag. Mir sagte Sergeich, er selbst Baptist, dass als diese sechs Stück einschlugen, als sie abschossen, Leute aus der Gemeinde sich versammelten und ins Baltikum fuhren, buchstäblich am selben Tag. An dem Tag war es ziemlich beängstigend.
Aber wieder, da zwei Beispiele. Da ist Tante Valja, sie half uns mit Opa, hin und her. Und da das Kriegsempfinden von Tante Valja. Da schlägt nachts eine Rakete ein, sie schießen die Rakete über Kovsharovka ab, und da, was sie sieht. Sie sagt: "Ich stehe, kurz gesagt, gehe in die Küche, und in diesem Moment Explosion, Feuerschein, roter Feuerschein, Rakete zerfliegt, hin und her". Was macht Tante Valja? Tante Valja trank dort etwas, ging ins Bett. Da weiß ich nicht – das ist ein stabiles Nervensystem. Und da Vikas Mama buchstäblich so [reagiert]. Dieselbe Situation, dort fliegt ein Flugzeug vorbei, Übergang zu Überschall – das ist, wenn du zu Hause sitzt, so ein Eindruck, dass irgendwo einschlug. Das ist so ein großer Ba-Bah, und alles. Und alles, der Mensch, er kann nicht leben. Sie sagt: "Shenja, das ist unmöglich zu überleben". Das heißt über einer explodiert so ein gleich starker Explosion, das ist beängstigend, das ist so, und die zweite [reagiert] so.
Für mich begann der Krieg, als ich aus Kupjansk wegfuhr. Als ich zum ersten Mal sah, was so ein Panzer ist – wie eine Spielzeugkiste. Da steht ein Panzer – und ich sah vorher Panzer einige Male im Leben –, große so eine Maschine. Und hier dieselbe große Maschine, aber sie sieht aus wie ein Trog, sie ist kaputt, der Turm daneben. Da war es unheimlich.
АП: Das ist ganz am Anfang, ja, als...
ЕЯ: Ja, als wir noch wegfuhren, das ist 21. September.
АП: Ah, Sie sahen da zum ersten Mal?
ЕЯ: Ja-ja-ja, zum ersten Mal sah ich da. Bevor der Begriff Krieg wie, ich sage ja... Diese sechs Mal, als sie HIMARS abschossen, da war es laut, da war es beängstigend. Da liegst du zu Hause, Empfindungen, kurz gesagt, nicht angenehm, weil du denkst: "Aha, bedeutet es schlägt ein, kurz gesagt. Schlägt ein, bedeutet wird ziemlich traurig. Freunde, Vitalik kommt nicht, Vitalik und das...", – Vitalik vorher fragt er mich. Erwachsener Mann, er ist drei Jahre älter als ich, sagt: "Sheka, stell dir vor, jetzt schlägt etwas irgendwo ein, was tun? Da was tun?", – sage ich: "Da sagst du wirklich? Vitalik, du rettest deine Familie, Frau, Mama, und dann [wenn] es Zeit gibt, erinnerst du dich an uns mit Opa", – kurz gesagt, so eine Situation, ziemlich unheimlich.
АП: Sie meinen, er fragte Sie, was mit Ihnen zu tun, wie Ihnen zu helfen?
ЕЯ: Ja, nicht so sehr fragte, sondern so eine, wissen Sie, rhetorische Frage. Wir saßen einfach, besprachen, was zu tun, wenn es einschlägt. Weil bei mir die Wohnung gut gemacht war, solide Wohnung, ich investierte in Renovierung: Plastikfenster, für den Rollstuhl Ausfahrt, das heißt normal. Bei Vitalik Dreizimmerwohnung, aber bei ihm Fenster alte, sowjetische. Den ganzen Sommer, den ganzen Frühling schlug in der Nähe ein oder ein Flugzeug flog irgendwo, sie flogen zur Ruhe von Bjelgorod nach Isjum, sie bombardierten dort morgens, etwa 6 Uhr noch nicht. Und da diese Bande, kurz gesagt, im Tiefflug [fliegt], und da diese Geräusche überhaupt unmöglich zu übertragen. Wir besprachen das abends alles, und er sagte einfach rhetorisch. Und du, wenn du das schon besprochen hast, liegst, und da war ein Einschlag, und da ziemlich traurig, unverständlich, beängstigend, beängstigend. Und so überhaupt... Die Leute, die Sache ist die, dass sie sich gewöhnen.
Die Freundin sagt, dass das alles nichts für sie ist, diese Besetzung, verglichen mit der Menge an Ausrüstung, die durch Kupjansk ging. Das ist beängstigend. Meine Schwester lebt jetzt, das ist Oblast Charkiw, Bezirk Voltschansk, und das ist vorderste Frontlinie. Und am ersten Kriegstag ging dort so viel Ausrüstung durch, dass sie sagt, es war unheimlich. Und da sagt die Freundin, durch Kupjansk jeden Tag, da jeden Tag geht Kettenfahrzeug-, Radfahrzeugausrüstung, davon ist so viel, dass für sie das moralisch schwer war. Ja, da Einschläge – das ist so typisch, saßen, erlebten und alles. Deshalb so, man versucht sich davon abzulenken. Ich sage ja, für mich dieser Moment des Einschlags, als sie HIMARS abschossen, das war sehr laut, weil irgendwo da im Bereich über der Siedlung, plus-minus. Das Haus, neunstöckiges Haus zittert konkret. So dass so.
АП: Als Sie schon von Polen nach Deutschland wechselten?
ЕЯ: Das war, meiner Meinung nach, 18. Oktober.
АП: Ah, na, das heißt, das geschah bei Ihnen ziemlich schnell?
ЕЯ: Das ist der Umzug in drei Tagen, und etwas blieben wir in Polen. Das ist so. Da scheinbar schnell, ja.
АП: Na, einfach sehr gesättigter Umzug, und natürlich werden diese drei Tage sicher als viel längere Zeit empfunden.
ЕЯ: Umso mehr für mich, der im Großen und Ganzen vor dem Krieg zu Hause auf Posten saß, weil alle ihre eigenen Probleme haben, Angelegenheiten. Um hinauszugehen, hatte ich keine Rampe, mich muss man hinausfahren, und das muss jemand schleppen. Ich sitze faktisch zu Hause auf Posten ständig. Und hier für mich so viel Aufruhr, so viele Ortswechsel, so viel Neues. Ich sage ja, die einzige Tragödie, das ist mit Opa. Na, 98 Jahre – das ist kein Thema für Umzug. Und umso mehr ein Mensch, sagen wir mal, nicht bei sich. Für ihn ist das Aufruhr, für ihn ist das beängstigend. Mir ist das wie ein Abenteuer. Ja, traurig von dem Gesichtspunkt, dass du bei dir zu Hause warst, du hattest alles: bei dir dort Rente, bei dir dort Nebenjobs. Ich stellte mich dort vor dem Krieg zwei Monate vor Arbeit offiziell ein.
АП: Und womit beschäftigten Sie sich?
ЕЯ: Ich beschäftige mich mit Website-Support – Befüllung, früher beschäftigte ich mich überhaupt mit Erstellung, Betreuung, so was, Installation und so weiter. Und für mich war das überhaupt wie eine Errungenschaft. Ich bin mit mir zufrieden, ich habe alles. Mir gefiel das. Ich richtete mir die Wohnung ein, Eltern halfen, das heißt für mich ist das ideal. Ich lebte in einer Wohnung, in der ins Bad Schwellen oder in die Küche du nicht durchfahren kannst. Dort alles klein, dort hin und her, mit dem Rollstuhl ist das ein ganzes Problem. Und hier so ein Moment, dass du normale Bedingungen hast, du lebst normal für dich, du hast dort, wem zu helfen, du hast dort Freunde, die zu dir zu Besuch kommen. Aus dem allem du irgendwie... Na, traurig wegzufahren.
Wir fuhren weg, ich erzählte Ihnen, stellt sich heraus, bei der Kirche hielten wir an. Wissen Sie, so ein bedeutsames Ereignis. Hielten bei der Kirche an. Kirche aus Holz, irgendein 189-er, ich erinnere mich nicht, welches Jahr. Sagen, bei den Deutschen stand, wir wechselten dort das Rad. Ich sagte, dass beim Fahrer dort das Rad platt wurde, wir hielten genau gegenüber der Kirche. Hin und her, wir kamen nach Woronesch, und buchstäblich, meiner Meinung nach, dort eine Woche verging, und sie schicken Fotos, dass von dieser Kirche nichts übrig blieb, nur das Fundament. Alles verbrannte, daneben Panzer, ein-zwei-drei, im Allgemeinen... Das heißt dort gingen konkret Kämpfe.
АП: Gingen Sie in diese Kirche?
ЕЯ: Na, sagen wir mal, ja, einmal in der Kindheit führten sie mich. Die Frage ist einfach wie, verstehen Sie, – das ist alles Heimat.
АП: Das ist alles natürlich sehr schmerzhaft, und mir ist schwer vorstellbar, wie Sie mit dem allem fertig werden, noch dazu Opa herausziehen.
ЕЯ: Gott sei Dank gibt es Freunde, ja, wie man sagt. Das ist sehr sehr bezeichnend, das ist sehr toll, und sie helfen. Natürlich traurig.
АП: Wie passten Sie sich in Deutschland an?
ЕЯ: Was Deutschland betrifft – zu sagen, dass ich mich anpasste, ziemlich [schwierig]. Nicht ganz angepasst – ich lerne jetzt die Sprache, sie meldeten mich für Kurse an. In Hinsicht auf Anpassung bin ich so ein Mensch: ich bin dort, wo es gibt, bei mir gibt es Bett-Platz, mir ist normal. Wie Vika sagt, die bei mir arbeitete, die half: "Na, irgendwie traurig. Sheka, jetzt würdet ihr dort [in der Ukraine] sitzen, Tee trinken", – so in diesem Sinne. Unverständlich noch, angepasst, nicht angepasst, in dieser Hinsicht natürlich irgendwie schwer zu sagen. Na, ich bin zu Hause, da gibt es das Empfinden, dass es irgendeinen Ort der Dislokation gibt, mehr nichts vorläufig. Verstehe, dass man die Sprache [lernen] muss, man muss etwas machen, man muss sich rühren. Weil je weiter, desto verständlicher wird es, dass zu Hause wie, zu Hause gibt es faktisch nicht. Noch steht die Wohnung, die Siedlung verwüsteten sie. Na, und was, was mein Haus steht, Nachbarhäuser stehen. Aber im Großen und Ganzen so ein Empfinden, dass zu Hause nicht gibt. Was Anpassung betrifft, sage ich nicht. Ich bin noch im Prozess, sagen wir mal – das wird richtig sein. Ich bin ständig hier im Heim, mir brachte der Besitzer dieser Einrichtung so einen Elektroroller, aber er ist jetzt nicht funktionsfähig, er repariert ihn. Deshalb besonders weit irgendwohin schwärme ich nicht aus, und hier Berge, besonders bewegst du dich nicht, das ist nicht die Stadt. Deshalb habe ich mit Deutschen wenig Kontakt. Hauptsächlich hier unsere Kumpanei, hier arbeiten Mädchen aus der Ukraine, deshalb weiß ich noch nicht, inwieweit ich mich anpasste.
АП: Dieser Roller, wird er statt des Rollstuhls verwendet?
ЕЯ: Nicht ganz statt, das ist so ein Elektroroller, mit dem man reisen kann, er ist akkubetrieben, vom Rollstuhl auf das umgestiegen, konnte man einfach herumfahren. Ich fuhr hier an ein paar Orte, passte mich an. Na vorläufig funktioniert er nicht, ich sitze hier zeitweise, warte.
АП: Was fällt Ihnen am schwersten?
ЕЯ: In Hinsicht auf Weltempfindung. Auf diesem Etappe ist es bis jetzt schwer wahrzunehmen, dass ich irgendwo hier bin und nicht dort, zu Hause. Da zu Hause das ganze, stellt sich heraus, Leben. Und hier ein Jahr (unverständlich – Anm. d. Red.) aus diesem Leben, und irgendwie... Noch ziemlich schwer die Zukunft wahrzunehmen. Nicht zu wissen, was morgen wird – das wirkt ziemlich deprimierend auf dich, obwohl es Ziele gibt, es gibt den Wunsch die Sprache zu lernen, zu versuchen Arbeit zu finden. Obwohl damit ist alles unverständlich und nicht einfach.
АП: Sie erzählten von Freunden, verstehe ich richtig, dass jemand von Ihren Freunden auch nicht weit von Ihnen ist?
ЕЯ: Alle fuhren auseinander, buchstäblich alle. Mein Freund, der mich pflegte, er kehrte in die Ukraine zurück. Bis 20. September kam er zu mir und sagt: "Sheka, entschuldige, ich kann nicht mehr". Bei ihm dort [schwierige] Situation zu Hause. Der Krieg begann, bei ihm wie normal alles so, relativ konnte man leben. Er arbeitete inoffiziell als Glasbläser, bei ihm Familie, Frau, kleine Tochter. Der Krieg begann, Aufruhr begann, diese Schießerei begann. Das alles schwer, die Frau sagt: "Lass uns wegfahren". Sie fahren mal, fahren mal nicht, und da dieser Aufruhr: wir fahren, wir fahren nicht, wir fahren, lass uns denken, wie Opa herauszufahren. Mit Opa gelingt nicht – lass uns alles verschieben. Na, im Allgemeinen so einer Art. Im Sommer war es beängstigend: Einschläge, ich sagte, Einschläge waren groß, da das, Ba-Bah, Ba-Bah. Und danach entschied sie [seine Frau], dass sie dringend fahren muss. Sie arbeitete vorher, stellte sich auch im Territorialzentrum ein, er half auch im Territorialzentrum. Ihr besonders schwer tragen verboten, sie gehen zusammen zur Arbeit, er lädt Taschen. Dort gaben sie Humanitärhilfe allen Schützlingen im Territorialzentrum, Omas dort, hin und her. [Dort] funktioniert der Aufzug nicht, das funktioniert nicht, und er trug das. Und dann im September sagt er: "Sheka, alles, ich, – sagt er, – kann ich nicht ohne Familie, ich muss fahren". Und er fuhr nach Russland, arbeitete dort etwas, verdiente Geld und kehrte zurück in die Ukraine und ist jetzt in Saporishshja. Vika aus der Kompanie blieb in Woronesch, sie blieben dort. Dort starb bei ihnen die Tante, diese, die 87 war. Sie blieben dort. Andere Freunde, sie bei mir in Russland, in Petersburg lebten. Im Zusammenhang damit, dass Mobilmachung erklärt wurde, sie packten zusammen und fuhren nach Finnland weg. Und alles so irgendwie, alle fuhren auseinander.
АП: Und da erzählten Sie von Sergeich, der mit Ihnen umzog, der Ihnen half wegzufahren.
ЕЯ: Ja, er ist mit mir, er ist hier. Der Besitzer dieser Einrichtung, Mister Pocholik (unverständlich – Anm. d. Red.), er, sagen wir mal... Dort war so ein Vertrag, sie fragten: "Da Sergeich kommt mit ihnen, sie kommen zu dritt, und Sergeich wohin?" Sie sagen: "Na, vorläufig zusammen, und dann nebenan". Und so versprach er, machte, bei ihm hier auch ein Haus, er vermietete ihm eine Wohnung. Er [Sergeich] ist auf Sozial genauso wie wir. Aber wir in der Einrichtung mit Opa zur Pflege, und er getrennt nebenan, sie gaben ihm eine Wohnung. Hier [einander] helfen wir, zusammen feiern wir ein bisschen.
АП: Wie interagieren Sie jetzt mit Opa, und wie passt er sich an das an, was passiert?
ЕЯ: Passte sich stellenweise an. Er verläuft sich stellenweise, stellenweise kann er hier gehen. Hier 6 Zimmer, gemeinsamer Speisesaal, Toilette – da kann er sich so verlaufen, herumlaufen. Und so irgendwie, wie zu Hause, vielleicht etwas weniger hier Aufmerksamkeit, auf die Sprache drückt er. Und so hauptsächlich zusammen, wenn sie zum Essen rufen, ich füttere ihn. Bei ihm zittern die Hände, bei ihm wie Parkinson, ihm stellten die Diagnose nicht, aber da ist so ein Tremor in den Händen. Er isst nicht selbst, ich füttere ihn. Das heißt, sagen wir mal, auf dieser Etappe Gott sei Dank.
АП: Sie erzählten, dass als Sie fuhren, er ständig nach Hause wollte. Und jetzt erinnert er sich auch an zu Hause?
ЕЯ: Ich sage ja, wir kamen an, helle so ein [Detail] blieb in Erinnerung, dass jemand zu ihm sagt: "Opa, wo bist du?", – und er so: "Ja wer weiß das, hier, wahrscheinlich in Polen". So ein Ausdruck war das. Dann nach etwa sieben Monaten erinnerte er sich überhaupt nicht [an zu Hause], normal ist ihm alles. Er sowohl dort als auch hier. Hier Gesellschaft, sie spielen mal Domino, mal noch etwas auf demselben kindlichen Niveau. Nichts, normal war. Dann war doch die Frage "Und wo sind wir?", – da. Na, ich ja wie immer zu Opa: "Ja wie zu Hause sitzen wir". Na, normal. Er stellt stellenweise die Frage. Hier ist Sascha, er aus Dnipro, er mit Behinderung: er sieht nicht, und bei ihm ist keine Hand da. Und er so wie sagt, Opa, wir sind in Deutschland. Na, ich weiß nicht, wie dort Opa reagierte, weil er jetzt nicht fragt, jetzt da relativ alles so, normal. Macht keine Nerven, da ruhig ziemlich.
АП: Bereuten Sie nie, dass Sie wegfuhren und das Zuhause verloren? ЕЯ: Das, was wir unser Zuhause verloren haben, das stimmt. Was das Wegfahren angeht – ich sage ja, ich habe nur ein einziges Mal bereut, dass wir weggefahren sind, das war, als die Situation [war] an der Grenze. Sie bringen Opa ins Krankenhaus, du weißt nicht, was mit Opa ist, er ist da einfach weggetreten und das war's, sitzt da völlig apathisch, du kannst ihn nicht zu Bewusstsein bringen. Und da hab ich das gesehen, sie haben mich in einen PAS gesetzt, reingestopft, ich fahre in diesem PAS zu diesem Punkt der temporären Dislokation. Und das Gefühl war ziemlich widerlich, so als hätte ich Opa rausgeholt, und am selben Tag dann so eine Situation. Ich dachte, das war's, Opa wird nicht mehr da sein. Aber trotzdem, schade, dass ich dort mein Haus habe, die Wohnung, in die wir investiert haben, in der mir gemütlich war. Schade, dass, wie soll ich das sagen, die heimatliche Erde, ich habe dort einen Friedhof. Ich habe dort meine Eltern, ich habe dort meine Großmutter, ich habe dort... Das ist ein Teil des Lebens, das ist Gewohnheit, das tut natürlich weh, das ist, na ja... Das ist deine Arbeit, das hat dir gefallen, ich habe mich dort angestrengt, dazuverdient, damit das, nun ja, die Wohnung, ja... Ich hatte einen Freund, er ist schon lange tot, er hat mir auch geholfen, diese Wohnung auszusuchen, und das war so ein ganzes Ereignis. Das alles tut weh: die Gefühle, die Freunde, die, na ja, wer weiß, wann wer sich wieder zusammenfindet.
АП: Und Sie sagten, dass Ihre Eltern Ihnen mit dieser Wohnung geholfen haben, mit der Renovierung.
ЕЯ: Na ja, wir haben zuerst eine Zweizimmerwohnung gekauft, dann haben wir viel in sie investiert. Ich hatte mir überlegt, wie das alles aussehen sollte, das heißt dort eine bequeme Wohnung, wenn du mit dem Rollstuhl überall hinfahren kannst, heranfahren kannst, du hast es dort warm und gemütlich. Ein Typ hat uns die Renovierung gemacht, sagt, wir brauchen Sand. Die Eltern schleppen den ganzen Tag diesen Sand hin und her. Abends kommen sie, sind so: „Na, das war's, mehr brauchen wir nicht". Und dann kommt er und sagt: „Ja, wir brauchen noch ein bisschen". Das ist für sie ein ganzer Stress. Dann, na ja, da war vieles. Du nimmst das hier, da ist es gemacht, aber da ist das eine ganze Odyssee. Du kaufst eine Badewanne, das ist auch für dich da eine ganze Aktion, irgendein Stress. Haben gekauft, meine [Eltern] so: „Aber die Füßchen sind nicht da", – „Wie nicht da, – sage ich, – alles wurde doch dorthin geliefert", – sie: „Nein, wir rufen bei Nowa Poshta an", – hin und her. Ich rufe an, die so: „Das kann nicht sein, die sind dort", – und diese: „Die waren nicht dort". Dann sind sie schließlich gelaufen, da war das mit Klebeband angeklebt. Jedenfalls, eine Aktion.
АП: Das heißt, die Wohnung ist das, was Sie mit den verstorbenen Eltern und mit den Freunden verbindet.
ЕЯ: Ja, das ist etwas Gemeinsames, das ist größtenteils... Sie verstehen doch, eine Wohnung sind Wände, mit der Wohnung sind Emotionen verbunden. Und Emotionen sind alles, das ist das Gefühl von Zuhause. Egal wie es ist, du bist faktisch obdachlos. Du sitzt irgendwo in Deutschland, die Deutschen verhalten sich sehr gut zu dir, herzlich. Überhaupt unverständlich – für mich waren Deutsche etwas so... Filme über den Krieg, das sind ewig irgendwelche Halbidioten, die unverständlich was schreien. Hierher gekommen – alle unterhalten sich ruhig, alle herzlich, ziemlich gut sogar. Deutsche sind verschieden, verhalten sich ziemlich loyal zu dir. Aber ich sage ja, das Gefühl, dass es kein Zuhause gibt, das ist so, das ist vorhanden.
АП: Werden Sie zurückkehren, wenn alles vorbei ist?
ЕЯ: Eigentlich würde ich gern. Die Frage ist welche – ich weiß nicht, was weiter sein wird. Dieser Zustand der Ungewissheit, der macht manchmal Angst. Erster Moment: ich bin nicht selbstständig. Um den Tag zu beginnen, muss mich jemand in den Rollstuhl setzen. Ich sitze im Rollstuhl, dann bin ich schon beweglich. Und wiederum, ich muss mich aufs Bett fallen lassen, ich muss von ihm aufstehen, Toilette und andere Angelegenheiten. Und verstehend, was dort jetzt ist, was dort in der Ukraine ist, weiß ich überhaupt nicht, was ich machen soll. Bei mir war alles organisiert, die Kirche hat geholfen, da haben sie sich organisiert. Ich verdiene dort Geld, teile mit ihnen, sie helfen mir. So eine Symbiose. Außerdem arbeitet Vitalik bei der Arbeit, geht zur Arbeit. Hat mich hochgehoben, einmal die Woche eingekauft, geholfen, und alles war normal. Und jetzt ist das alles nicht da, und wie... Der Wunsch, nach Hause zurückzukehren, der ist immer da, aber, sagen wir mal, wer weiß, was morgen sein wird.
АП: Sie sagten, dass Sie der Glaube unterstützt und dass alles, was geschieht, zu etwas geschieht. Haben Sie sich die Frage beantwortet, wofür das alles mit Ihnen geschieht?
ЕЯ: Nein, in diesem Stadium nein.
АП: Aber Sie glauben, dass das zu etwas nötig ist?
ЕЯ: Ja. Alle Prüfungen im Leben, sie führen zu etwas, sie lehren etwas, sie haben irgendeinen Zweck. Darin ist Fatalismus, ja, aber so ist es irgendwie. Viele Dinge hängen nicht von dir ab, aber du hast zu ihnen deine bestimmte Einstellung. Ich weiß, dass das alles nicht einfach so ist. Zu seiner Zeit gab es Enttäuschungen, in dieser Periode des Krieges, bei manchen Brüdern und Schwestern. Es gab manche Konflikte und anderes. Dann vergeht Zeit, du verstehst, dass alles nicht einfach so ist – dieselben Konflikte. Du schaust nach einiger Zeit einfach etwas anders auf alles. Obwohl unverständlich, obwohl unverständlich, warum [der Krieg läuft]. Schade, furchtbar, schade um die Jungs, die dorthin gehen. In diesem Stadium gibt es keine Antworten. Im Großen und Ganzen, wenn nicht die Behinderung wäre, würde ich wahrscheinlich nirgendwo hinfahren. Ich würde höchstwahrscheinlich kämpfen. Aber in so einer Situation ist es so, ja.
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Präzisierende Fragen aus dem Schriftverkehr mit Jewgenij:
АП: Wie heißt die Organisation, die Ihnen geholfen hat, nach Deutschland auszureisen? Und wie heißt die Organisation, die Sie in diesem Haus unterbringt? Sind das verschiedene Organisationen oder ein und dieselbe?
ЕЯ: Freiwillige haben geholfen, den Antrag habe ich auf der Webseite „Rubikus" gemacht. Andere Freiwillige haben in Deutschland verhandelt, soweit ich weiß. ASB – so heißt die Organisation, die sich hier um uns kümmert, der Besitzer dieser Pflege hat uns aus dem polnischen Zentrum in Warschau abgeholt.
АП: Präzisieren Sie bitte, die ganze Zeit von Russland nach Weißrussland und weiter nach Polen sind Sie mit einem Auto gefahren? War das ein russisches Auto und haben es überall durchgelassen?
ЕЯ: Von Woronesch bis Brest haben uns welche mit einem Auto gebracht, und von Brest bis Warschau haben uns drei andere Freiwillige mit einem Kleinbus gefahren.
АП: In dem Haus, wo Sie jetzt wohnen, sind insgesamt 6 Personen oder 6 genau Ukrainer?
ЕЯ: 6 Ukrainer aus verschiedenen Regionen der Ukraine.
АП: Als Sie aus dem Dorf weggefahren sind, war das eine organisierte Evakuierung oder haben Sie selbst einen Fahrer gesucht?
ЕЯ: Es gab keine Evakuierung, die Russen haben sich davongemacht, haben keine Evakuierungen durchgeführt. Die Schwestern aus der Kirche haben selbst mit dem Fahrer in der Reihenfolge der lebenden Schlange verhandelt. Du kommst so früh wie möglich und verhandelst. Das war ein 8-sitziger Bus und ein Personenwagen.