
Sasch, du bist schon allein
Ein Bewohner von Dnipro erinnert sich an seine Frau, die in Dnipro beim Einschlag in ein Hochhaus ums Leben kam
Ein Bewohner Dnipros verlor beim Beschuss des Hochhauses seine Frau. Die Fortsetzung seiner Geschichte zwei Jahre nach dem Vorfall
Oleksandr angelte auf dem Eis in Dnipro, als eine russische Rakete in das Wohnhaus einschlug, in dem sich seine Frau Iryna befand. Eineinhalb Jahre später versucht Oleksandr immer noch, mit dem Tod seiner Frau zurechtzukommen: er regelt den Alltag, fährt zum Angeln. Er möchte zum Andenken an Iryna Angelwettkämpfe organisieren: Sportfischen war ihre gemeinsame Leidenschaft. Er träumt von einem Leben ohne Krieg, versteht, dass Iryna nicht mehr lebt, kann aber ihren Tod nicht akzeptieren: sie erscheint ihm im Traum, wovon er Freunden erzählt. Das ist ein Zeugnis über den Verlust von Angehörigen, die Tragödie und das Erleben des Verlusts.
Achtung! Die Übersetzung wurde mithilfe von KI erstellt, Fehler sind möglich
АП: Wir haben beschlossen, mit den Menschen zu sprechen, mit denen wir vor zwei Jahren, vor anderthalb Jahren gesprochen haben. Ich wollte sehr gerne mit Ihnen sprechen, weil trotz des Anlasses hatten wir damals so ein sehr herzliches Gespräch. Ich würde gerne wissen, wie wie es Ihnen jetzt geht, wie Ihre Angelegenheiten stehen?
АБ: Ja, na alles mehr oder weniger, ich arbeite, lebe потихоньку [Anm. d. Red.: ukrainisch für "langsam", "Schritt für Schritt"].
АП: Haben Sie es geschafft, Arbeit zu finden? Weil ich mich erinnere, damals haben Sie gesucht.
АБ: Ja, praktisch sofort gefunden.
АП: Womit beschäftigen Sie sich?
АБ: Ich betreibe einen Online-Shop.
АП: So wie als Administrator?
АБ: Ja.
АП: Wo leben Sie jetzt? Sind Sie in Dnipro geblieben?
АБ: Na ja, da wo ich gelebt habe, da lebe ich auch.
АП: Was passiert jetzt mit dem Haus, waren Sie dort? Hallo, Sie sind weg.
АБ: Habe jetzt gehört.
АП: Wenn ich wegfalle, dann kann man versuchen zurückzurufen.
АБ: Aha. Gut.
АП: Beschießen sie jetzt stark?
АБ: Ja-ja, heute war dort ein Albtraum.
АП: Oft?
АБ: Na in letzter Zeit sehr oft, sie haben sich drangemacht.
АП: Haben Sie sich schon gewöhnt oder?..
АБ: Ja na wie, gewöhnt? Wahrscheinlich ja. Es ist unmöglich, sich daran zu gewöhnen, aber anders geht es nicht.
АП: Und heute ist es weit von Ihnen eingeschlagen?
АБ: Ja nein, ganz nah, ganz nah.
АП: Ganz nah? Schrecklich.
АБ: Ganz nah...
АП: Gehen Sie in den Keller runter oder schon nicht mehr?
АБ: Nein, nein.
АП: Warum?
АБ: Weiß nicht – dumm deswegen.
АП: Keine Angst?
АБ: Ja na wie? Keine Angst haben nur Idioten – normale Menschen haben immer Angst.
АП: Aber trotzdem gehen Sie nicht runter?
АБ: Nein. Einfach na... weiß nicht. Weiß nicht, warum.
АП: Sie sind ein risikofreudiger Mensch.
АБ: Na ja was – jetzt sind wahrscheinlich viele schon so.
АП: Ich habe mit mehreren Menschen gesprochen, die Angehörige in dem Haus verloren haben, und viele haben mir gesagt, dass sie nicht einmal in die Richtung schauen, nicht dorthin fahren. Wie ist es bei Ihnen?
АБ: Ja, ja. Ich kann auch nicht dort sein. Auf den Friedhof fahre ich, aber dort kann ich nicht mal vorbeifahren.
АП: Und was ist dort jetzt – wird es irgendwie wiederaufgebaut?
АБ: Nein, man hat angefangen es abzureißen, na ja dort gibt es schon nichts mehr wiederaufzubauen.
АП: Na das heißt die Wohnblocks haben sie gelassen, ja, und die zerstörten weggeräumt?
АБ: Na bisher ja, [die Wohnblocks] haben sie gelassen, und die zerstörten – dort haben sie schon Technik rangefahren, fangen потихоньку [Anm. d. Red.: langsam] an, das alles abzureißen.
АП: Hat das erst kürzlich angefangen?
АБ: Na ja, irgendwo vielleicht vor 3-4 Monaten.
АП: Und warum so – ist doch schon lange alles passiert?
АБ: Na, weiß nicht, das sind ja die Stadtbehörden, die Entscheidungen treffen.
АП: Hat man sich irgendwie mit Ihnen in Verbindung gesetzt diesbezüglich?
АБ: Nein, nein, ja na wozu auch?
АП: Ist geplant, irgendeine Art Gedenkstätte zu machen, oder hört man nichts darüber?
АБ: Ich denke schon, dass ja, aber habe nichts gehört. Aber ich bin sicher, dass sie dort etwas machen werden.
АП: Und kommunizieren Sie mit jemandem von denen, die dort auch betroffen waren?
АБ: Nein, leider nein. Na, erstens kannte ich dort niemanden richtig, Ira hat bei mir dort gearbeitet, wir haben ja dort nicht gewohnt. Und Ira hat einfach gearbeitet. Deswegen nein, mit niemandem kommuniziere ich.
АП: Wie Sie... Was stützt Sie jetzt?
АБ: Freunde, Papa, Bruder mit Frau – na irgendwie kommunizieren wir alle.
АП: Ich erinnere mich, wie Sie erzählt haben, dass Ihre Freunde Sie ins Theater geschickt haben.
АБ: Ja.
АП: Gehen Sie hin?
АБ: Gehe manchmal hin, ja. Na, im Sommer jetzt nicht, aber im Winter bin ich oft gegangen.
АП: Was haben Sie angeschaut?
АБ: Oh, dort viel, na erinnere mich schon nicht. Diese, wie heißen sie. Mein Gott! "Лісова пісня" [Anm. d. Red.: "Waldlied", ukrainisches Theaterstück], na, was noch dort, na, solche schon moderneren Aufführungen. Na so – interessant.
АП: Und mit der Fischer-Gemeinschaft kommunizieren Sie?
АБ: Natürlich, natürlich. Und im vergangenen Jahr sind wir sogar nach Kiew zu Wettkämpfen gefahren mit unserer gemeinsamen Freundin.
АП: Das war letzten Sommer?
АБ: Ja, ja, letzten Sommer.
АП: Und wie? Wie haben Sie teilgenommen?
АБ: Na, wie? Ausgezeichnet. Wie man sagen kann, würdig, aber nicht unter den Preisträgern.
АП: Das heißt Sie machen weiter damit?
АБ: Na wie? Jetzt gibt es ja als solche richtige Wettkämpfe nicht. Aber so, im Prinzip, für mich selbst – ja. Manchmal, wenn es gelingt rauszufahren, zu angeln, dann mache ich das mit großem Vergnügen.
АП: Ich erinnere mich, dass, wenn ich mich nicht irre, geplant war, Iras Andenken irgendwie in der Fischer-Gemeinschaft zu verewigen.
АБ: Solange jetzt Krieg ist, haben wir das alles erstmal unterbrochen. Geplant war, Wettkämpfe in Iras Andenken zu veranstalten. Aber jetzt erstmal, ich sage ja, gibt es keine Wettkämpfe wegen, na, wegen all dieser Idioten. Deswegen warten wir, bis alles vorbei ist.
АП: Aber Sie planen, so etwas zu machen?
АБ: Natürlich, unbedingt. Unbedingt.
АП: Sie haben gesagt, dass Sie auf den Friedhof fahren. Sprechen Sie, wenn Sie kommen?
АБ: Natürlich. Wahrscheinlich wie alle, wenn sie auf den Friedhof kommen – ja, da ist etwas zu erzählen. Vielleicht etwas Neues dort, vielleicht einfach so reden.
АП: Wann waren Sie das letzte Mal dort?
АБ: Na, schon vor drei Wochen ungefähr war ich das letzte Mal, weil ich zum Vater ins Dorf gefahren bin. Ständig, sehr oft, gelingt nicht. Obwohl der Friedhof nicht weit vom Haus ist – na, fünf Minuten mit dem Auto fahren –, aber trotzdem gelingt es nicht oft. Weil entweder Arbeit, oder vielleicht, wenn Wochenende, fahre ich irgendwohin, dann gelingt es nicht. Wenn ich zu Hause bin, dann gehe ich unbedingt, natürlich.
АП: Wovon haben Sie das letzte Mal erzählt?
АБ: Ich erinnere mich nicht. Ja von allem. Einfach von allem. Weiß nicht, ich kann mich so gar nicht erinnern. Was im Kopf ist, das [erzähle ich auch].
АП: Spüren Sie, dass sie in der Nähe ist?
АБ: Ja, natürlich. Natürlich spüre ich das.
АП: Vermissen Sie sie?
АБ: Ja das ist nicht das richtige Wort. Das ist nicht das richtige Wort. Ständig.
АП: Erzählen Sie.
АБ: Was genau?
АП: Sie fingen an zu sagen, dass Sie sie vermissen, und ich dachte, Sie würden fortfahren.
АБ: Ja nein, na...
АП: Sie sind weg.
АБ: Anechka, wenn ich Sie in 5-10 Minuten anrufe? Weil eine Person mich angerufen hat, sie kommen an, wegen der Arbeit. Ich werde mich befreien, rufe sofort an.
АП: Gut, abgemacht.